Wandern in den Dolomiten

Eine Reise nach Südtirol ist immer eine gute Idee - denn Südtirol hat viele schöne Täler, und keins gleicht dem anderen.

Deswegen fangen wir gleich mit ein paar Highlights an, z.B. den Dolomiten. Die schroffen Felsformationen und Türme strecken sich dem Himmel entgegen, als könnten sie ihn erreichen.

Die Region wurde als UNESCO Welterbe anerkannt und liegt zum Teil in Südtirol. Bekanntestes Markenzeichen: die Drei Zinnen, welche praktischerweise auch für ungeübte Wanderer verhältnismäßig leicht zu erreichen sind.

Ein einfaches Wanderziel mit Blick auf die schroffen Dolomiten ist die Seiser Alm. Unweit entfernt liegt auch der berühmte Karrersee, der mit seiner leuchtend blauen Farbe in den letzten Jahren auf Instagram seine Runden gedreht hat.

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Meran, Tourism Media

Palmen in Meran

Aber es gibt nicht nur Berge in Südtirol, es gibt auch Palmen! Palmen? Ja richtig, Palmen. Diese fühlen sich besonders wohl in und rund um Meran.

Die kleine Stadt liegt in einem Becken zwischen Bergen und hat ein eigenes Mikroklima, das für besonders milde Winter sorgt. So überleben hier Pflanzen, die anderswo in den Alpen undenkbar wären.

Besonders schön sieht man das in den Gärten von Schloss Trauttmannsdorf. Mit interaktiven Stationen, luftigen Aussichtplattformen und Themengärten faszinieren die botanischen Gärten jung und alt.

Ein weiterer Pflichttermin in Meran ist ein langer Spaziergang entlang der Promenade. Vorbei am Kurhaus, an der modernen Therme und im Sommer den begrünten Liegeflächen am Fluss. Hier könnt Ihr rasten, ein "Gelato" essen und Euch vom Shoppen unter den Lauben erholen.

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Die Gärten von Schloss Trauttmannsdorf, Tourism Media

Hotels in Südtirol, die verzaubern

Viele der schönsten Hotels, die ich kenne, befinden sich in Südtirol. Nicht nur alte Häuser wurden liebevoll renoviert, auch moderne Zu- oder Neubauten sind stets naturverbunden und formschön. Vielleicht liegt es aber auch an der ehrlichen Gastfreundschaft und dem guten, oftmals regional angebautem Essen.

Meine Lieblingshotels? Das Miramonti in Hafling oberhalb von Meran verzaubert mich immer noch. Die Adlers Lodge auf der Seiser Alm hat einen phänomenalen Blick auf den Langkofel und Plattkofel.

Aber es muss nicht immer teuer sein: auch einfache Pensionen in Südtirol bieten oft ein tolles Preis-Leistungsverhältnis. Von den Hütten ganz zu schweigen.

Hüttengaudi

Perfekt gekochte Pasta für 70 Übernachtungsgäste - das muss man erstmal können. So richtig drauf haben das z.B. die Köche der Bella Vista Hütte am Schnalstaler Gletscher. Hier könnt Ihr in Mehrbettzimmern übernachten, oder nach dem Abendessen im Winter auch ins Iglu auswandern.

Fast immer rund geht es in der Dreizinnenhütte - welche mit direkter Sicht auf die Drei Zinnen sich in unschlagbarer Lage befindet. Ein Geheimtipp ist hingegen die kleine Büllelejochhütte, ca 1,5 Stunden am Wanderweg entfernt gelegen. Hier gibt es nur 14 Schlafplätze, ebenfalls eine herrliche Küche und morgens die Möglichkeit für eine kurze Sonnenaufgangstour auf den Gipfel der Oberbachernspitze.

Ein ganz besonderes Erlebnis ist auch eine Übernachtung in der modernen Edelrauthütte, welche 2015 komplett neu gebaut wurde. Die Zimmer sind hier nicht wie anderswo oft hellhörig, die Trockenschränke neben dem Eingang arbeiten auf Hochtouren und die großen Fenster im Speisesaal ermöglichen einen grandiosen Ausblick auf die Bergwelt. Mit etwas Glück könnt Ihr abends sogar ein paar Gämsen vorbeiziehen sehen.

Südtiroler Küche zum Schlemmen

Egal ob Knödel in jeglicher Form und Fülle (wie wäre es mit Spinat, mit Speckwürfeln, mit Kürbis oder roten Rüben?), Schlutzkrapfen mit Ricotta-Spinat-Füllung, ein Tirlaner Weinsüppchen oder lieber etwas Süßes wie eine Schwarzplentene Torte (Buchweizentorte mit Preiselbeermarmelade) - in Südtirol gibt es einen kulinarischen Reichtum.

Hin und wieder mischt sich die alpine Küche mit der italienischen-mediterranen Küche und dann entstehen Geschmacksexplosionen sondergleichen.

Ein besonderes Erlebnis ist das jährliche "Törggelen" im Herbst. Einem alten Brauch nach feiert man die Weinernte und verkostet den neuen Wein (den sogenannten "Nuien"). Dazu werden gebratene Kastanien ("Keschten") gereicht und reichlich Essen, meistens in 3-4 oder sogar mehr Gängen. Der Brauch stammt ursprünglich aus dem Eissacktal, aber auch in anderen Tälern findet Ihr ihn mittlerweile auf der Speisekarte.

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Innsbruck, Tourism Media

Wie kommt Ihr nach Südtirol?

Die nächsten Flughäfen sind Bozen, Verona im Süden oder Innsbruck im Norden. Wer mit dem Auto aus Deutschland anreist, kommt über die Strecke Innsbruck-Brenner am Schnellsten nach Südtirol.

Mit etwas mehr Zeit im Gepäck könnt Ihr alternativ auch über einen der anderen Alpenpässe fahren: Das Timmelsjoch (Übergang aus dem Ötztal ins Passeiertal) ist berühmt für seine hohen Schneewände im Frühsommer.

Der Reschenpass (Oberinntal - Schnalstal) führt einen direkt an dem markanten Kirchturm im See vorbei. Bei der Seestauung 1950 wurde das gesamte Dorf Graun und ein Großteil des Dorfes Reschen überflutet. Der Glockenturm der Pfarrkirche wurde 1357 errichtet und steht seit der Überflutung felsenfest im See und wurde 2004 sogar unter Denkmalschutz gestellt.

Öffentlich kommt Ihr mit der Bahn über München-Innsbruck direkt nach Bozen.

Neugierig geworden? Lasst Euch auch von unseren Wintertipps rund um die Drei Zinnen in Südtirol und von unseren Wandertipps in Antholz inspirieren.

Über die Autorin

Lea Hajner ist Reisejournalistin und Bloggerin. Auf ihrem Blog escape-town.com schreibt sie über Outdoor, Abenteuer und Lifestyle. Manchmal von weit weg und dann wieder von ganz nah. Auf ihren Reisen liebt sie die Ecken abseits der Touristenströme, und wenn es ihr gelingt, sich als Einheimische zu tarnen. Besonders wohl fühlt sie sich in den Bergen, beim Wandern oder Skifahren, deswegen wohnt sie seit einigen Jahren in Innsbruck, Tirol.