Krieg der Bastarde - Ana Paula Maia

Brasilien ist Gastland auf der Frankfurter Buchmesse. "Aus der Fülle der Autoren sollte man unbedingt die junge Autorin Ana Paula Maia und ihren absurd witzigen Krimi "Krieg der Bastarde" wählen, der einen mitnimmt auf einen Trip durch eine brasilianische Metropole", sagt Jacqueline Masuck. Außerdem dabei sind diverse Kleinkriminelle, ein winziger Chihuahua und Amadeu. Der findet eine Tasche mit kleinen, weißen Päckchen. "Ihm lacht das Glück", sagt sie über das Buch. Nun soll es "pronto über die Bühne gehen". Denn seine Freundin und Boxerin Gina ist hoch verschuldet. (A1, 224 Seiten, 18,80 Euro)

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Nullzeit - Juli Zeh

Wie eine Liebeserklärung an die Vulkaninsel Lanzarote mit dem ewig kühlenden Wind, dem tiefblauen Atlantik und den bizarren Steinformationen liest sich dieses Psychodrama. "In dem es außerdem um die Abgründe des Lebens und der Liebe geht", sagt Jacqueline Masuck über das Buch "Nullzeit". Jola und Theo - ein Paar mit einer ziemlich absurden Beziehung - nimmt zwei Wochen Unterricht bei Sven, der sich hier eine Existenz als Tauchlehrer aufgebaut hat. "Vor der Kulisse großartiger und dramatischer Szenen unter Wasser beginnt ein Verwirrspiel der Gefühle", schwärmt die Expertin. (Schöffling & Co, 256 Seiten, 19,95 Euro)

Strom - Hannah Dübgen

"Eigentlich ist Strom ein Roman über Israel", sagt die Expertin. Aber auch ein Roman über Nähe und Ferne in Beziehungen. "Wir skypen, twittern, mailen, können gleichzeitig hier und an vielen Orten der Welt sein. Wie vertraut oder fremd sind wir eigentlich miteinander?", fragt sich Jacqueline Masuck, wenn sie über das Buch von Hannah Dübgen erzählt. Dieses Thema verbindet die Protagonisten im Buch dieser sehr präzise erzählten Story: den Brasilianer Luiz, die berühmte Pianistin Makiko aus Tokio, den Amerikaner Jason und die Berliner Filmemacherin Judith, die an einem Filmprojekt über den Gaza-Streifen gearbeitet hat. (dtv, 272 Seiten, 14,90 Euro)

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Todesengel - Andreas Eschbach

"Atemberaubend spannend und zum Nachdenken, da es um so großen Themen wie Selbstjustiz und Zivilcourage geht", findet Jacqueline Masuck das Buch "Todesengel". Ein Mann streift nachts durch die Straßen der Großstadt und erspürt Schmerz und Todesangst von Gewaltopfern. Er fühlt sich als Rächer und Beschützer zugleich, wenn er dann zuschlägt. Wie im Fall des brutal zusammengeschlagenen Mannes in der U-Bahn. Als er sich auf die Spuren des Todesengels begeben soll, bekommt der Journalist Ingo Praise den Job seines Lebens und eine eigene Fernsehshow dazu. (Bastei Lübbe, 544 Seiten, 19,99 Euro).

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So wirst du stinkreich im boomenden Asien - Mohsin Hamid

Vor dem glänzenden Panorama einer asiatischen Großstadt wird der Protagonist dieses außergewöhnlichen Romans im Stile eines Selbsthilfebuches angewiesen, sich Bildung zu verschaffen, sich nicht zu verlieben, reich zu werden. Relativ schnell gelingt es ihm, ein kleines Unternehmen zu gründen, das ihn unfassbar reich macht. "Objekt seiner Begierde über Jahrzehnte ist aber das hübsche Mädchen, dem er immer wieder begegnet", sagt die Belletristik-Abteilungsleiterin. "Und irgendwann wird er erkennen, dass Reichtum allein eben doch nicht glücklich macht", sagt sie weiter und lacht verschmitzt. (Dumont, 223 Seiten, 18,99 Euro)