Auch der schönste Canaletto-Blick von der Brühlschen Terrasse auf das andere Elbufer verliert seinen Reiz und Glanz, wenn es aus Eimern schüttet. Von den ansonsten traumhaften Sonnenuntergängen über dem Fluss ganz zu schweigen. Die Altstadt in Gummistiefeln und mit einem Schirm in der Hand zu durchstreifen, macht auch nur bedingt Spaß. Trotzdem ist ein Regentag in Dresden kein verlorener Tag, denn es gibt jede Menge zu unternehmen und zu entdecken, bei dem Ihr ein schützendes Dach über dem Kopf habt.

Museen besuchen

Die Dresdner Museen von Weltrang durchstreifen die Besucher auch bei schönstem Sonnenschein, aber bei Regenwetter macht der Kunstgenuss erst richtig Spaß. Schließlich versäumt Ihr draußen nichts. Also widmet Euch in aller Ruhe der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister im Zwinger, wo Ihr solchen Berühmtheiten wie Raffaels "Sixtinischer Madonna", Giorgiones' "Schlummernder Venus", Vermeers "Bei der Kupplerin" und der berühmten Ansicht der Dresdner Stadtsilhouette von Bellotto, genannt Canaletto, begegnet.

In der Galerie Neue Meister im Albertinum an der Brühlschen Terrasse, die sich der Kunst von der Romantik über den Impressionismus bis zur Gegenwart verschrieben hat, entdeckt Ihr unter anderem die Malerei von Caspar David Friedrich und Gerhard Richter. In der Skulpturensammlung könnt Ihr ehrfürchtig vor Meisterwerken aus mehr als fünf Jahrtausenden, also von der Antike bis zum Barock, verharren. Darunter sind auch viele berühmte Bildhauerarbeiten von Auguste Rodin.

Das Grüne Gewölbe im Residenzschloss dürft Ihr Euch auch keineswegs entgehen lassen, schließlich ist es die Schatzkammer der sächsischen Könige. Den Grundstein für die Sammlung legte August der Starke, um sich in seinem Reichtum zu sonnen. Da er immer weiter angehäuft wurde, könnt Ihr heute 3.000 Meisterwerke der Juwelier- und Goldschmiedekunst, wertvolle Waffen, kleine Bronzeplastiken, Diamanten, feines Porzellan und etliche Bernstein-Kunstwerke bestaunen.

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Skulpturen in Dresden - Pixabay

Stadtrundfahrt mit dem Bus

Im Bus habt Ihr's trocken und gemütlich und lernt schon mal alle Sehenswürdigkeiten kennen, die Ihr Euch später an einem Sonnentag zu Fuß erobern möchtet. Und da Ihr ja Optimisten seid, die davon ausgehen, dass auf einen Regentag schönes Wetter folgt, bietet sich die Zwei-Tage-Stadtrundfahrt durch Dresden an. Dank der 22 Haltepunkte auf drei Strecken lernt Ihr Dresden sehr gut kennen. Der Clou ist aber, dass Ihr mit diesem Ticket auch noch sieben der begehrten Führungen erleben könnt, unter anderem durch den Zwinger und die Frauenkirche.

Denkmalgeschützt einkaufen

Ein sehr schönes, zumal denkmalgeschütztes Dach über dem Kopf habt Ihr in der historischen Gründerzeit-Markthalle in der Dresdner Neustadt, die zu den schönsten Deutschlands gehört und von etlichen als die allerschönste überhaupt angesehen wird. In der Neustädter Markthalle könnt Ihr auf 4757 Quadratmetern nach Herzenslust shoppen und Euch mit Kleinigkeiten stärken.

Den schönsten Milchladen der Welt kennenlernen

Die Molkerei der Brüder Pfund gehört zu den Top-Adressen Dresdens. Und egal, ob Ihr nur ein Gläschen Milch trinken möchtet, die berühmte Milch-Seife oder den abgefahrenen Milch-Grappa kaufen oder Euch im Restaurant mit sächsischen Spezialitäten verwöhnen lassen wollt, Ihr müsst dahin! Selten harmonieren Augenschmaus (so einen üppig, unter anderem mit handgemalten Fliesen von Villeroy & Boch, gestalteten Milchladen habt Ihr noch nicht gesehen!) und Gaumenschmaus dank handwerklich meisterhaft hergestellter regionaler Produkten so vollkommen wie in der Bautzner Straße in der Neustadt.

Sächsischen Wein probieren

Wenn es etwas hochprozentiger als Milch sein darf, leistet Euch eine Kostprobe des einheimischen Weines. Nach dem schon seit längerem begehrten Meißner Wein hat inzwischen auch der Dresdner Wein Karriere gemacht. Er wird direkt im Stadtgebiet angebaut, unter anderem am Kavaliershaus Schloss Albrechtsberg und am Schlossweinberg Pillnitz, der einst Königlicher Weinberg war.

Da es aber regnet, habt Ihr bestimmt keine Lust auf den Besuch der Weinberge nebst der Besenwirtschaften und seid deshalb wunderbar in der Sächsischen Vinothek in der Salzgasse gleich neben der Frauenkirche aufgehoben, wo Ihr entspannt diesen und jenen edlen Tropfen genießen könnt.

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Spezialität aus Dresden: Eierschecke - Pixabay

Dresdner Eierschecke essen

Und noch eine Dresdner Spezialität solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen: die vielgerühmte Dresdner Eierschecke. Sie ist fluffig und köstlich und ein Klassiker schlechthin. Sie besteht aus drei Schichten. Erst kommt der Hefeteig, dann eine Quarkmasse mit Puddingpulver und Zitronensaft und schließlich die Schecken-Schicht aus Pudding, Eiern, Zucker und Butter.

Karl May besuchen

In Radebeul lebte Karl May lange Zeit in seiner Villa Shatterhand und dachte sich die tollsten Indianergeschichten aus. Das Haus ist heute ein Museum, in dem Ihr alles über das Leben des Schriftstellers und seine Bücher erfahren könnt.

Über das wahre Leben der Indianer Nordamerikas, ihre Rituale und deren Geschichte informiert die Villa Bärenfett. Habt Ihr Kinder mit, freuen sie sich bestimmt, von einem Häuptling in die Geheimnisse der Indianer eingeweiht zu werden und anschließend ein Rätsel lösen zu können.

Indoor Hochseilgarten Königstein

Etwa eine halbe Autostunde von Dresden entfernt könnt Ihr Euch in einem überdachten Hochseilgarten austoben. Der Parcours besteht aus 18 verschiedenen Elementen. Bei deren Überwindung hilft Euch ein Betreuer. Wenn Euch das zu wacklig ist, klettert an zwei acht Meter hohen Klettertürmen und einer Kletterwand. Elf Routen führen zum Indoor-Gipfel.

Toskana Therme

Nur sieben Kilometer vom Kletterparadies entfernt könnt Ihr Euch in der Toskana Therme in Bad Schandau nach allen Regeln der Kunst erholen und endgültig das Regenwetter vergessen. Entspannt direkt an der Elbe in der Sächsischen Schweiz mit ihren bizarren Felsformationen beim "Baden in Licht und Musik".

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Dresden bei Nacht - Pixabay

Fahren mit der Standseilbahn

Da Ihr den ganzen Tag lang so großartig dem Regen getrotzt habt, hört er jetzt bestimmt schlagartig auf und Ihr habt Euch zum Ende des Tages noch eine Fahrt mit der führerlosen Standseilbahn von Loschwitz zum Weißen Hirschen hinauf verdient. Sie bewegt sich schon seit 1895 am Elbhang durch malerische Natur, zwei kurze Tunnel und über eine 102 Meter lange Brücken. Dabei könnt Ihr das meiste, wo Ihr an Eurem Regentag wart, von oben betrachten. Vielleicht seht Ihr auch Euer Hotel in Dresden, das Ihr Euch gebucht habt.

Ihr habt noch mehr Lust auf Dresden? Schnuppert mal bei Explore rein, z.B. in Die schönsten Märkte in Dresden oder unsere Tipps für ein Wochenende in Dresden. Viel Spaß!

Titelbild: Regentag in Dresden - Pixabay