Erst ziehe ich mich aus und wickle mich in einen Pestemal. Dann gehe ich am warmen Fliesenboden barfuß ins Sultansgemach. Dort warten dicke Pölster auf der Couch, süßer Tee, kandiertes Obst und erfrischendes Wasser auf mich. Irgendwo plätschert es leise im Hintergrund.Wellness Hammam Alpen

Die Beine lagere ich erst mal hoch und schlürfe vom Tee aus kleinen roten Gläsern. Wenig später liege ich, trotz meiner Rückenschmerzen, hochentspannt auf steinharten, aber wohligwarmen rosaroten Marmorfliesen und starre an die Decke: Rund um mich wird nur leise geflüstert und das Plätschern ist immer noch da. Bevor ich aber selig entschlummern kann, werde ich vom Telak abgeholt, der mit mir in einem Kämmerchen verschwindet. Das Plätschern wird lauter: Hier in dem kleinen Abteil plätschert frisches Quellwasser aus den österreichischen Alpen aus der hauseigenen Quelle direkt in den - ja wo befinde ich mich denn hier eigentlich und was ist ein Telak?Wellness Hammam Alpen

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Ich befinde mich im ersten "Hamam der Alpen" - in Österreich an der Grenze der Steiermark zu Kärnten und ich erfahre von einem gelernten Hamam-Meister, dem Telak, meine erste "Pascha-Waschung". Und das am ganzen Körper. Der Telak heißt hier praktischer Weise auch Franz und hat seine Ausbildung zum Hamam-Meister ganz authent in der Türkei genossen. Er waltet nun an mir wissend seines Amtes: Mit original Utensilien aus der Türkei auf wärmendem rosa Marmor werde ich mit dem "Kese", dem Rubbelhandschuh abgerieben, mit kunstvoll aufgeworfenem Seifenschaum massiert und abwechselnd mit heißem und warmen Wasser übergossen. Zwischen den Güssen und Behandlungen gibt es quellfrisches Wasser zum Trinken aus der Quelle.

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Danach fühlt sich meine Haut, trotz meines fortgeschrittenen Alters, glatt und fein wie Kinderhaut an - ich bin von Kopf bis Fuß quasi ein neuer Mensch und vor allem: Total gereinigt und erfrischt. Die Hamam-Meister hier im orginal orientalischen Bad des Hotels Hochschober beherrschen ihren Job vollkommen. Wie in Istanbul komme ich mir vor, würde der Telak sich nicht des steirischen Dialekts befleißigen. Aber wer hier nicht plaudern will, muss nicht: Ein Hamam ist ein Ort der Ruhe, der Reinigung und der Entspannung, aber auch des leisen Plauderns, des Plätscherns und des Zischens von heißem Dampf auf Marmor. Das ist im "Hamam der Alpen" nicht anders als in der Türkei. Und das ist gut so. Der seidig weiche Schaum auf meiner Haut wird mir noch sehr lange in guter Erinnerung bleiben. Fernöstliche Badekultur at it´s best - und das mitten in den österreichischen Bergen.

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