Portugal ist eines der vielseitigsten Länder im Süden von Europa. Es überrascht mit völlig unterschiedlichen Landschaften, die von der Algarve im Süden bis in das historische Kernland Portugals im Norden reichen. Um die vielen Facetten des Landes kennenzulernen, bietet sich eine individuelle Rundreise auf den eigenen 4 Rädern an.

Hier erwarten einen wunderschöne Strände, pulsierende Städte, schroffe Klippen und Felsen, kleine mystische Welten wie in Sintra, charmante Fischerdörfer und vor allem konstante Wellen zum Surfen. Mit dem Camper kann man die komplette Küste entlang fahren, von Porto bis runter nach Lissabon. Und wer dann noch nicht genug hat, kann auch noch einen Abstecher an die Algarve machen.


Porto - die kleine Schwester von Lissabon

Die Reise beginnt im Norden von Portugal in Porto. Die gemütliche Stadt am Rio Douro ist bekannt durch ihren Portwein und ihr besonderes Flair. Hier erwarten einen zahlreiche Bars, Restaurants und eine romantische Altstadt mit vielen kleinen Gassen. Besonders beliebt ist der Stadtteil Ribeira am südlichen Ufer des Douro. Von hier hat man einen fantastischen Blick auf die Boote und die Brücke Ponte Dom Luís.

Porto in Portugal

Wer lieber Lust auf Strand und Meer hat, der sollte einen Abstecher zu den Stränden Matosinhos oder Leca de Palmier unternehmen. Die Gärten rund um den Palacio do Cristal sind ebenfalls ein absolutes "MUST-SEE". Man erreicht immer wieder die verschiedensten Aussichtspunkte mit Blick über Porto, das Meer und dem Fluss Douro.

Auf der Brücke in Porto

Tipps: Vor Ort braucht man kein Auto - Porto ist eine typische "Zu Fuß geh"-Stadt". Vor allem in der zauberhaften Altstadt braucht man keinen fahrbaren Untersatz, sondern eher ein paar gemütliche Schuhe. Aus den Gondeln der Seilbahn "Teleférico de Gaia" hat man einen wundervollen Blick auf die Uferpromenade, die Altstadt von Porto und den Fluss.


Coimbra - Die berühmte Studentenstadt

Von Porto aus sind es nur knapp 120 Kilometer bis nach Coimbra. Schon seit 1290 wird das Leben der Stadt von Studenten beeinflusst. Coimbra ist die Heimat einer der bedeutendsten Universitäten Portugals. Kein Wunder also, dass es hier knapp 30.000 Studenten gibt, die ungefähr 30% der Einwohner dieser Stadt ausmachen.

Universität Coimbra

Zu Semesterbeginn blüht die Stadt auf und die vielen jungen Studenten wuseln in Cafés, Bars und Clubs herum. Erst wenn die Prüfungen wieder anstehen, wird es Coimbra etwas ruhiger. Die Universität Coimbra ist eine der ältesten des Landes und ganz Europa. Richtig gruselig wirken die schwarzen, traditionellen Roben der Studenten. Da bekommt man den Eindruck, als würden nur Vampire, Mönche oder Figuren aus den Filmen von Harry Potter durch die Straßen ziehen. Diese Uniform ist so etwas wie das Markenzeichen der portugiesischen Stadt mit einer wirklich langen Uni-Tradition.

Tipps: Einfach treiben lassen und die Republicas im Gassengewirr der Stadt erkunden. Diese Studentenhäuser sehen aus wie Kommunen: Totenköpfe wurden an die Wände gemalt und Transparente von den Balkonen gehangen. Unbedingt auch die traditionelle Spezialität "Pastel de Tentugal" probieren. Diese süßen Rollen bestehen aus hauchdünnem Blätterteig mit Puderzucker oben drauf.


Nazaré und die ziemlich großen Wellen

Nächster Halt: Nazaré. Dieser kleine Ort macht ziemlich große Wellen. Wenn die Bedingungen stimmen (Wind, Bewegung des Atlantiks, die Richtung der Brecher..), sind es die gewaltigsten Wellen an der Küste Europas. Diese Big Waves können zwischen 20 und 30 Meter hoch werden - wahrlich Ungetüme. Spätestens als Garett McNamara nach Nazarè kam, nahm man weltweit Notiz von dem kleinen Ort an der Atlantikküste. Heute ist dieses Städtchen ein Hotspot für Surfer aus aller Welt.

Nazare in Portugal


Peniche - ab auf's Wasser!

Hier befindet sich einer der größten Häfen für traditionelle Fischerei in Portugal. Doch bevor man den Strand erreicht, sollte man erst einmal einen Rundgang durch das historische Zentrum machen. Festungen, Kirchen und ein Sanktuarium gibt es hier zu bestaunen.

Besonders beliebt ist diese Gegend allerdings durch die Wellen. Surfer aus aller Welt kommen nach Peniche um die eine oder andere Welle zu reiten. Hier gibt es die konstantesten Surfspots in ganz Europa, wenn nicht sogar der ganzen Welt. Ganzjährig bietet Peniche für jedes Surflevel die besten Bedingungen.

Es gibt 25 verschiedene Spots mit unterschiedlichen Wind- und Wellenkombinationen. Im Sommer eignet sich die Gegend besonders für Beginner, da die Wellen kleiner und sanfter sind. Im Frühling und Herbst gibt es für Beginner sowie Fortgeschrittene die passende Welle. In Peniche und Baleal geht vor allem im Herbst so richtig die Post ab.

Tipp: Jedes Jahr im Oktober stoppt die ASP-World Tour in Portugal. Dann sieht man hier die echten Surf-Profis auf dem Wasser.


Lourinhã - die Silberküste am Atlantik

Ein weiterer schöner Ort um direkt an der Atlantikküste zu verweilen ist Lourinhã. Durch die 12 Kilometer lange Küste mit den zerklüfteten Klippen und die schönen Sandstrände wird Lourinhã in Portugal auch "Silberküste" genannt. Hier kann man hervorragend Surfen und am bekanntesten Strand "Praia da Areia Branca" die Zeit genießen. Dieser Strand verfügt übrigens über die Blaue Flagge, was für eine sehr gute Wasserqualität und Sauberkeit steht.

Surfen in Lourinha

Tipps: In der Nebensaison kann man hier mit dem Camper direkt am Parkplatz vor dem Strand parken und übernachten. Oft hat man die Gegend ganz für sich alleine. Den Wecker auf 6 Uhr stellen, die Tür vom Camper öffnen und den Sonnenaufgang über dem Meer aus dem Bett heraus beobachten - einfach magisch!


Ericeira - Gemütlichkeit und Surf-Vibes

Eine der beliebtesten Strecken entlang der Küste in Portugal startet genau hier. Zwischen Ericeira und Lissabon erwarten einen charmante Fischerstädtchen, Tradition, Surfspots, schroffe Felsen und Klippen sowie den kalten, klaren Atlantik.

Die hohen Steilfelsen mit den kleinen Sandbuchten sind nicht nur ein wirklich schönes Fotomotiv, Ericeira ist auch ein beliebtes Urlaubsziel, welches von Surfern aus aller Welt aufgesucht werden. Diese Region wurde von der nordamerikanischen Organisation Save the Waves Coalition als 1. Surf-Schutzgebiet in Europa anerkannt. Die besten Spots befinden sich an den Stränden von Ribeira de Ilhas, an der Bucht Baía dos Dois Irmãos, am Strand von Empa und am Strand von São Lourenço.

Ericeira in Portugal

Ob Profi oder Anfänger, hier findet jeder ausgezeichnete Bedingungen zum Surfen. Man muss aber nicht unbedingt ein Surfer sein, um hier Urlaub zu machen. Die gemütliche, maritime Atmosphäre Ericeiras mit den vielen engen Gassen zieht Besucher aus der ganzen Welt magisch in den Bann. In Ericeira kann man das ganze Jahr über das Gefühl von Strand und Urlaub hautnah erleben. Für Familien eignet sich vor allem der ruhige Strand von Foz do Lizandro.

Tipp: Ein absolutes Muss ist der peixe fresco grelhado (gegrillter frischer Fisch) sowie marisco (Schalentiere). Und auch die lagostas (Langusten), welche im Meereszuchtbecken in Ericeira gezüchtet werden, sollte man sich nicht entgehen lassen.


Mystischer Märchenwald in Sintra

Die malerische portugiesische Stadt Sintra befindet sich inmitten der pinienbedeckten Hügel der Serra de Sintra. Da es hier stets etwas kühler ist, kamen einst vor allem der Adel und die portugiesische Elite nach Sintra, um Paläste und Residenzen mit dekorativen Gärten zu bauen. Und genau das macht Sintra aus: faszinierende historische Bauwerke, eine wunderschöne Landschaft, eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten sowie anspruchsvolle Wanderwege. Sintra ist noch heute das beliebteste Tagesausflugsziel von Lissabon aus.

Im historischen Zentrum der Stadt befindet sich der Nationalpalast im gotischen Stil, wunderschöne gepflasterte Straßen mit vielen traditionellen Geschäften und Cafés. Aber auch das maurische Schloss und den Pena Palast sollte man auf keinen Fall auslassen. Das maurische Schloss (antike Schlossruine) liegt hoch über Sintra und bietet eine wunderbare Sicht über die Landschaft.

Der farbenfrohe Pena Palast ist in Sintra wohl das herausstechendste Monument. Er befindet sich auf einem der höchsten Punkte in Sintra und ist umgeben von wunderschönen Pinienwäldern.

Sintra in Portugal

Tipps: Ab zum Aussichtspunkt Cruz Alta! Von hier aus hat man einen spektakulären Blick auf den Pena Palast. Auch nicht verpassen: Quinta da Regaleira, ein romantisches Haus in Sintra mit märchenhaftem Park.

Wer keinen Roadtrip macht und in der Gegend rund um Lissabon unterwegs ist, kann auch mit dem Zug nach Sintra anreisen. Die Fahrt dauert nur knapp 40 Minuten. Die Hin- und Rückfahrt kostet nicht einmal 5€. Pro Stunde gibt es 3 Abfahrten von früh morgens bis spät abends. Am besten meidet man aber die Wochenenden, denn dann wird es in Sintra richtig voll und man muss überall mit langen Warteschlangen rechnen.


Lissabon - Die weiße Stadt am Tejo

Lissabon zählt zu den Highlights einer jeden Rundreise durch Portugal. Prächtige Paläste und Klöster zeigen sich im kolonialem Glanz, malerische Winkel und verträumte Plätze verzaubern die Besucher. Heute findet man hier die verschiedensten Kulturen der Welt mit kosmopolitischem Flair. Das Herz der Stadt schlägt am Rossio, dem ehemaligen Schauplatz für öffentliche Ketzerverbrennungen und Stierkämpfe.

Lissabon

Wer einen guten Überblick der Stadt bekommen möchte, der sollte eine der Free Walking Tours machen. Hier bekommt man innerhalb von 3 Stunden einen historischen Überblick und viele Eindrücke von der Stadt. Eine Fahrt mit der Eléctrico 28 darf auf keinen Fall fehlen. Sie durchquert Lissabon von Ost nach West und fährt an vielen Highlights vorbei. Tolle Aussichten auf Lissabon hat man von verschiedenen Aussichtspunkten, den Miradouros.

Wenn das Wetter mitspielt, sollte man zum Fluss Tejo schlendern in der Nähe des Praça do Comércio. Anschließend geht es dann weiter in die Innenstadt (Baixa) bis in die Alfama (ursprüngliches Viertel). Das Viertel Alfama reicht vom Hügel bis runter zum Tejo und ist bekannt für die charmanten Gassen, die schönen Straßen und kleinen Häuser. Am Abend kann man dann ausgiebige Kneipentouren im Ausgehviertel Bairro Alta unternehmen. Hier gibt es Unmengen an Restaurants und Bars.

Tipps: Wer abends am Wochenende ganz hoch bis zur Spitze des Parque Eduardo geht, entdeckt hier viele kleine Stände auf Rädern mit Sushi, Wein, Chorico-Brot und anderen Leckereien. Den besten Sonnenuntergang sieht man am Castelo de Sao Jorge. Etwas romantischer geht es da am Parque Eduardo zu mit Blick über Lissabon und dem Tejo.


Allgemeine Infos zum Roadtrip:

Anreise: Es lohnt sich einen Hinflug nach z.B. Porto zu buchen und den Rückflug von Lissabon oder Faro aus zu starten. Günstige Flüge findet Ihr hier.

Camper: Vollausgestattete Camper gibt es schon für 50€ am Tag bei www.surf-cars.com (je nach Saison/Monat). Zusätzlich kann man noch Surfmaterial und Camping-Ausrüstung dazu buchen.


Mit dem Camper durch Portugal


Straßen: In Portugal ist die Benutzung der großen Straßen kostenpflichtig. Die Maut wird durch ein mobiles Gerät am Auto oder an der Kasse abgerechnet. Die mobilen Geräte piepen sobald man an einer Mautstation vorbeifährt.

Navigation: Man kann einfach drauf losfahren, aber man kann sich auch schnell verirren. Irgendeine Art von Navigation ist absolut empfehlenswert. Ob Navi, Handy, Tablet - es gibt genügend Möglichkeiten. Empfehlenswert ist die App MAPS ME. Hier kann man vorab Offline-Karten downloaden und diese dann ohne Internetverbindung abrufen.