Es gibt weltweit so viel zu entdecken und viele Touristen stürzen sich auf die klassischen Sehenswürdigkeiten. Dabei gibt es neben den touristischen Highlights noch immer einige sehr skurrile Orte zu entdecken. Hier habe ich Dir meine sechs Favoriten der skurrilsten Orte weltweit zusammengestellt:

Grenze zwischen Südkorea und Nordkorea

Die Grenze zwischen Nordkorea und Südkorea gilt als die am schwersten bewachte Grenze der Welt. Hier stehen sich mehrere hunderttausend bewaffnete Soldaten kampfbereit gegenüber. Und trotzdem werden Touren direkt in dieses Gebiet hinein angeboten und auch gerne gebucht.

Nach einer ausgiebigen Führung durch Militärcheckpoints und Aussichtspunkte ist der erste Stop die sogenannten Infiltrationstunnel. Sie wurden unter dem Vorwand des Kohleabbaus vom Norden unter der Grenze gegraben. Bei einem Angriff sollten bis zu 30.000 Soldaten und Waffen pro Stunde in den Süden gelangen.

Absolut skurrilster Moment ist aber die Zeit direkt auf der Grenze. Hier stehen Häuser je zur Hälfte im Süden und im Norden, um Verhandlungen zu ermöglichen. Beim Betreten der Häuser entsichern die Soldaten bereits ihre Waffen und genau jetzt fällt Dir wieder ein, dass Du gerade am politisch wahrscheinlich instabilsten Ort der Welt bist.

Grenze Südkorea und Nordkorea

Grenze von Südkorea und Nordkorea

Der Sexpark Jeju Love Land

Auf der Insel Jeju-Do ganz im Süden Südkoreas erwartet Dich der wohl anrüchigste Park. Offiziell dreht sich im Jeju Love Land alles um sexuelle Aufklärung, aber schon am Eingang wirst Du von einem riesigen Penis empfangen. Je weiter Du im Park vorankommst, desto direkter werden die Darstellungen sexueller Praktiken. Viele haben noch einen künstlerischen Wert, bei anderen geht es aber wirklich nur um den Akt.

Du fühlst Dich hier wie in einer dreidimensionalen Version des Kama Sutra und überall um Dich herum siehst Du Paare beim Sex, erigierte Geschlechtsteile oder Brüste. Absolutes Highlight sind die süßen Snacks am Kiosk in der Mitte des Parks. Die Waffeln gibt es in zwei Formen: Penis oder Brust.

Direkt daneben wird aber wirklich noch aufgeklärt. Das Museum klärt unter anderem über Geschlechtskrankheiten auf - aber eben auch wieder sehr deutlich.

Jeju Sex Park in Korea

Knochenkirche bei Prag

Direkt in unserem Nachbarland Tschechien findest Du mit der Knochenkirche von Kutna Hora ein weiteres sehr skurriles Ausflugsziel. Auf den ersten Blick sieht die kleine Kirche aus wie jedes Gotteshaus, wäre da nicht die Wetterfahne in Form von Knochen und Schädeln. Bereits hier erhältst Du einen ersten Eindruck davon, was Dich erwartet.

Der offizielle Name des Ortes lautet Beinhaus des Sedletz-Ossarium. Die Knochenkirche von Kutná Hora trifft es aber besser. Im Kellergewölbe findest Du die Gebeine von fast 40.000 Menschen - skurril und absolut morbide aufgetürmt und teilweise kunstvoll arrangiert.

Der Legende nach war Kutna Hora früher fast ein heiliger Ort und so kamen bis zu 50.000 Menschen zum Sterben in die Stadt. Bei einer Verkleinerung des Friedhofs wurden die Gebeine im Keller der Kirche zwischengelagert und später von einem blinden Mönch in Pyramidenform gestapelt. Später wurde ein Schreiner beauftragt, sich den Gebeinen anzunehmen. So sind Wappen und Kronleuchter entstanden. In dem größten Kronleuchter sind angeblich alle Knochen des menschlichen Körpers verarbeitet.

MEHR ZUR KNOCHENKIRCHE VON KUTNA HORA LEST IHR HIER.

Die Knoschenkirche in Kutna Hora

Grenze zwischen Indien und Pakistan

Der Grenzübergang Wagah liegt unweit der Stadt Amritsar im nordindischen Bundesstaat Punjab und trennt Indien von Pakistan. Wenn Du es nicht besser wüsstest, könntest Du denken, dass Du in einem Fußballstadion gelandet bist. Aber hier stehen sich zwei Atommächte gegenüber, zwischen denen es schon mehrmals Reibereien und kriegerische Auseinandersetzungen gab.

Ein normaler Grenzübergang ist Wagah auf keinen Fall. Du wirst nirgendwo anders auf der Welt einen Grenzübergang finden, an dem links und rechts der Verbindungsstraße große Beton-Tribünen aufgebaut sind.

Jeden Abend wird die Grenze zwischen den Ländern geschlossen und es ist ganz anders als Du es Dir vorstellst. Anheizer peitschen die Stimmung der riesigen Menge extrem an. "Hindustan! Hindustan!" schallt es aus mehreren hundert Kehlen. Von der anderen Seite der Grenze schallt ein ebenso lautes "Pakistan! Pakistan!" zurück.

Kleine Kinder rennen mit großen indischen Fahnen bis zur Grenze, bevor die Grenzsoldaten ihren Auftritt haben. Mit wilden und vor allem übertriebenen Gesten marschieren sie exzessiv zur Grenze, zurück. wieder an das Tor, werfen das Tor zu, um es gleich danach wieder aufzureissen. So geht das ein paar Minuten bis das Tor endlich geschlossen und die Grenze für den restlichen Abend unpassierbar ist.

Beelitz Heilstätten in Potsdam

Beelitz-Heilstätten bei Potsdam

Südlich von Potsdam und direkt an der Autobahn A9 gelegen, findest Du die Beelitz-Heilstätten. Das frühere Vorzeigekrankenhaus ist heute nur noch ein Schatten seiner selbst und sorgt für wohliges Grausen. Der riesige Komplex wurde ab 1898 errichtet und gilt mit seinen 60 Gebäuden heute noch als einer der größten Krankenhauskomplexe Deutschlands.

In ihrer bewegten Geschichte erlebten die Beelitz-Heilstätten einige tragische Zeiten. Gegründet als Lungenheilstätten wurden hier in den beiden Weltkriegen Soldaten medizinisch versorgt. Nach Kriegsende wurde das Gelände von den russischen Streitkräften übernommen und zum größten russischen Militärkrankenhaus im Ausland umfunktioniert.

Nach der Wende verfiel der Komplex zusehends und wurde zu einem sehr gruseligen Ort. In manchen Räumen der Krankenhäuser stehen noch komplette OP-Säle, die aussehen, als wäre gerade erst das Ärzteteam zur Tür hinaus. Es wird aber noch gruseliger: denn auf dem Gelände wurden mehrere Morde und Selbstmorde begangen.

Inzwischen wurde der riesige Komplex der Beelitz-Heilstätten um einen 320 Meter langen Baumkronenpfad erweitert. So kannst Du Dir die gruseligen Gebäude gefahrlos aus der Vogelperspektive ansehen.

Baum- und Felsengräber in Sulawesi

Auf der nordindonesischen Insel Sulawesi findest Du vor allem in der Region Tana Toraja eine ganz außergewöhnliche Begräbniskultur. Die Toten werden hier in Felsengräbern bestattet, die mit großen Balkonen ausgestattet sind.

Auf diesen Balkonen sitzen oder stehen lebensgroße Nachbildungen der Verstorbenen. Noch zu Lebzeiten entscheiden die Menschen dort, wie ihr Abbild aussehen soll. Es wird die Kleidung ausgewählt und auch die Position bestimmt. So werden die Angehörigen bei ihren Gängen zu den Gräbern immer von den Verstorbenen beobachtet.

Kinder, die im Mutterleib verstorben sind oder noch bevor sie den ersten Zahn hatten, werden auch sehr besonders bestattet. Dafür wird in einen großen Baum ein Loch gebohrt, das gerade groß genug ist für den Leichnam. Nach der Trauerfeier wird das Loch mit einem Tor verschlossen und das tote Kind kann zusammen mit dem Baum weiterwachsen