Schon lange nutzen Radsportprofis gerne die guten Trainingsbedingungen der Insel im Winter; seit einigen Jahren wird das Radfahren auf Mallorca nun auch bei Freizeitsportlern immer beliebter.

In fast jedem Urlaubsort von Mallorca kann man mittlerweile Fahrräder mieten und auch viele Mallorquiner sind begeisterte Radfahrer. Entsprechend wurden in den letzten Jahren viele neue Radwege eingerichtet - mit dem erklärten Ziel, eines Tages alle Dörfer der Insel ans Radwegenetz anzuschließen. Ausgerüstet mit einer guten Karte der Insel, kann man auch die zahlreichen meist gut befestigten Nebenstraßen für ausgedehnte Radtouren nutzen und so viele Orte erreichen, ohne auf allzu viel Autoverkehr zu stoßen. Im Frühjahr, Herbst und Winter sind die Temperaturen tagsüber meist perfekt zum Radfahren, während man in den Sommermonaten am besten in den frühen Morgenstunden startet und eine schattige Siesta einplant. Besonders bei Touren im Herbst sollte man dabei auch für kürzere Regengüsse gerüstet sein. Für längere Radtouren bietet sich nicht nur aufgrund des Wetters die Nebensaison an; es ist dann auch einfacher, Unterkünfte für eine mehrtägige Tour zu finden. Besonders die Mandelblüte im Januar und Februar lässt sich hervorragend vom Sattel aus genießen: Nicht umsonst gilt Mallorca als die Insel der Mandelblüte - die weißen und rosa Blüten öffnen sich dann überall auf der Insel. Besonders große Anbaugebiete liegen im fahrradfreundlichen Südosten, der mit seiner vergleichsweise flachen Landschaft das wohl beste Terrain zum Radfahren auf Mallorca bietet.

Radtouren so vielfältig wie die Insel selbst

Auf Mallorca besteht ein umfangreiches Angebot an Mietfahrrädern für kurze Ausflüge, aber auch Tourenräder für einen längeren Urlaub auf dem Rad sowie E-Bikes für hügeligere Strecken stehen vielerorts zur Verfügung. Für diese lohnt sich oft eine Reservierung im Voraus, damit das gewünschte Fahrrad bei Urlaubsbeginn auch wirklich zur Verfügung steht. Fast alle Fluggesellschaften transportieren nach Voranmeldung auch das eigene Fahrrad - sicher in Karton oder Fahrradtasche verpackt - auf die Urlaubsinsel. Für entspannte Touren lohnt es sich, vor allem die einzigartige mallorquinische Landschaft zu genießen und die größeren Ausflugsziele der Insel wie zum Beispiel Sóller und die teils sehr steilen Strecken der Serra de Tramuntana zu vermeiden. Diese sind das Terrain der Profis und Mountainbiker, die die Berglandschaft gerne in ihre Trainingspläne aufnehmen - elf Berge von mehr als 1.000m Höhe drängen sich hier auf engstem Raum. Der Härtetest für die Profis ist dann die Trans Tramuntana 4.500 im Oktober: ein 235km langes Radrennen, auf dem 4.500 Höhenmeter zu bewältigen sind. Etwas leichter kann man es rund um Pollença und Alcúdia im Norden der Insel angehen lassen. Hier führen zahlreiche Rad- und Wanderwege zum Beispiel durch den Naturpark S'Albufera oder entlang der Küste. Zum Aufwärmen für längere Inseltouren bieten sich dann Wege in die küstennahe Hochebene an, die mit leichten Anstiegen zu schönen Aussichtspunkten führen. Beim Radfahren auf Mallorca ist zu beachten, dass Helme hier Pflicht und Kopfhörer nicht erlaubt sind. Von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang gilt nicht nur Beleuchtungspflicht, es muss auch reflektierende Kleidung getragen werden. Die 0,5-Promillegrenze für den Straßenverkehr gilt selbstverständlich auch für Radfahrer.