Ich lebe seit über 6 Jahren im historischen Stadtteil Beșiktaș in einem 150 Jahre alten Haus, vornehmlich aus Holz gebaut. Aber Beșiktaș macht eine weitere Besonderheit aus. Es liegt inmitten von 5-6 Universitäten. Dementsprechend leben viele Studenten - auch aus dem Ausland - hier als gute Nachbarn Tür an Tür mit Familien, die schon seit Jahrzehnten hier ansässig sind. Überall sind dementsprechend Kneipen, Fastfood Buden und günstige Restaurants zu finden.

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Fisch am besten in Beșiktaș essen

Wer Fisch mag, sollte unbedingt am Fischmarkt sich in ein Fischrestaurant setzen und sich einen frischen Barsch aus dem Meer bestellen. Dieser kann rund 1,5 kg wiegen und reicht für 4 bis 5 Personen. Eine Flasche Rakɪ dazu, mehr braucht man nicht.

Die Kneipen in den Seitenstraßen sind alle schlicht und gut besucht. Wer Lust hat, kann in 10 Minuten zu Fuß den Bosporus erreichen und die Aussicht genießen. Ab etwa 23 Uhr kommen die Essenswagen mit Frikadellen, Kokoreç (Darm) oder Suppe auf die Straßen. Diese Straßenhändler besucht man noch einmal kurz bevor man nach einer langer Nacht in Beșiktaș heimgeht.

Ich habe schon oft versucht hier wegzuziehen, aber das geht einfach nicht. Ich mag Beșiktaș sehr, weil es auch nicht touristisch ist, sondern seine Authentizität behalten hat. Hier kann man ein wahres Stück Istanbul entdecken, verweilen und Menschen kennenlernen.

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Nișantașɪ- Glanz und Glamour

Mein zweitliebster Stadtteil ist Nișantașɪ. Insidern ist Nișantașɪ aus den Büchern des Nobelpreisträgers Orhan Pamuk ein Begriff. Einige seiner Romane spielen hier.

Nișantașɪ wurde von Sultan Abdülmecid Mitte des 19. Jh. gegründet. Mit dem Bau einer Polizeistation (existiert noch heute als Wache) und der Teșvikiye Moschee wurden die Grundsteine gelegt. Später siedelten hier vor allem Griechen, Juden, Armenier und Levantiner an. Bis heute prägen sie diesen Stadtteil. Heute gehört Nișantașɪ zu den wohlhabendsten Stadtteilen Istanbuls. Es ist die Mischung aus den schönen alten Wohnhäusern aus dem frühen 20. Jh., die Lässigkeit (im Gegensatz zum stressigen Istanbul), der Flair und die Bewohner, die zum Verweilen einladen, weshalb ich den Stadtteil so mag. Man bemerkt früh, dass hier jeder jeden kennt. Immerhin leben einige Familien hier seit mehreren Generationen. Und auch in Nișantașɪ gibt es kaum Tourismus und man kann ein authentisches und auch wohlhabendes Istanbul kennen lernen. Vor allem im Sommer bin ich gerne hier. Wer Straßenkatzen füttern möchte, sollte hinter dem Einkaufszentrum City's den kleinen Park aufsuchen. Hier ist übrigens auch die deutsche Bäckerei "Das Backhaus" zu finden.

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Abends zum Essen geht man in die Atiye Sokak oder Abdi Ipekci Caddesi mit seinen vielen internationalen Küchen. Zum Feiern sollte man gleich um die Ecke die Reasürans Passage aufsuchen. Kneipen und Clubs für jeden Geschmack befinden sich alle nebeneinander.

Nișantașɪ ist auch bekannt für seine Einkaufsmöglichkeiten. Neben den bekannten und teuren Marken, kann man in den Seitenstraßen viele kleine Boutiquen von jungen Modedesignern entdecken. Wer nichts von der Stange möchte, sollte sich hier auf die Suche machen, vor allem Frauen werden sich freuen.

Das Beste, was man in einer Metropole wie Istanbul machen kann, ist sich so zu organisieren, dass man es nie weit hat für die Alltagsgeschäfte. Der Verkehr, die Hektik und der Lärm Istanbuls zerren an einem. Ich habe das Glück, dass ich fast alles zu Fuß erledigen kann. Und beim Gehen entdeckt man doch am meisten, oder?