Japan ist ja eigentlich berühmt-berüchtigt für seine bis in die späten Abendstunden arbeiteten Salarymen, Jahresurlaub den man komplett verfallen lässt oder gar den "Karoshi", den Tod durch Überarbeitung. Schlechte Karten also für Entspannung? Keineswegs, trotzdem - oder vielleicht auch gerade deswegen - kann man hier perfekt zur Ruhe kommen und sein inneres Gleichgewicht (wieder-) finden.

Bergwanderungen in JapanEntspannung in Japan, Wald

Was ist wohl entspannender als Natur, frische Luft und Bewegung, also kurzum: Wandern? Vielleicht weniger bekannt, aber Japan ist durch und durch bergig und somit ein Paradies für Wanderfans. Selbst von Tokyo aus kann man Tageswanderausflüge unternehmen, beispielsweise in die Chichibu-Region.

Mein absoluter Geheimtipp für Wanderfans sind jedoch die "Northern Alps" in der Präfektur Nagano, die im Winter ein beliebtes Ski-Gebiet ist: Kamikochi oder Shiga Kogen bieten hier unzählige Wanderrouten und eine atemberaubende Aussicht auf Japans "Alpen". Ein Besuch im Sommer lohnt sich unbedingt!

Die heißen Quellen - OnsenEntspannung in Japan

An einem kühlen Tag ein heißes Bad nehmen, am besten unter freiem Himmel mit Blick auf die Landschaft... ich könnte mir nichts entspannenderes vorstellen. Japan hat durch seine über 100 aktiven Vulkane auch zahlreiche heiße Quellen, oder "Onsen" auf Japanisch, - und damit eine reiche Badekultur. Die Onsen-Bäder reichen dabei von winzigen Holzbecken über richtige Wellnesslandschaften.

Gebadet wird übrigens generell nach Geschlechtern getrennt, natürlich nackt und erst, nachdem man sich ausreichend geduscht und gewaschen hat. Ein beliebter Badeort ist Beppu in der Präfektur Oita, - generell jedoch gibt es überall in Japan verschiedene heiße Quellen, die wegen ihrer unterschiedlichen mineralischen Anteilen im Wasser verschiedene Heilwirkungen versprechen.

Sado - Der Weg des TeesEntspannung in Japan 03

Japans berühmter bitterer grüner Tee, - Matcha ist ja eher für seine anregende Wirkung bekannt, - was hat das also mit Enstpannung zu tun? Nun, wer schon einmal einer traditionellen Teezeremonie beigewohnt hat, bei der Matcha-Tee zubereitet und an die Gäste weitergereicht wird, wird wissen, was ich meine.

Selbst wenn man ihn nicht selbst zubereitet, gibt es kaum etwas beruhigerenderes als zuzusehen, wie ein japanischer Teezeremonie-Meister mit stillen und sanften Bewegungen die Utensilien vorbereitet und die traditionell festgelegte Abfolge des Teerituals durchführt. Das Beiwohnen einer Teezeremonie kann eine ungemein entspannende Erfahungen sein und darf daher unbedingt einmal ausprobiert werden. In Tokyo bieten zum Beispiel viele der großen Hotels Teezeremonien für Besucher an, wie hier das Keio Plaza Hotel.

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PilgerreisenEntspannung in Japan, rot, Tor, Kyoto

Für spirituelle Entspannungserfahrungen bietet Japan gleich zwei Pilgerrouten. Was für den Europäer der Jakobsweg ist, das ist für den Japaner wohl Shikoku Henro im Südwesten Japans oder Kumano Kodo in der Kansai-Region. Auf Shikoku kann man ganze 88 Tempel auf seiner Pilgerreise besuchen, die sich über vier Präfekturen (Tokushima, Ehima, Kagawa und Kochi) und insgesamt 1200 Kilometer erstrecken, während der Kumano Kodo mit seinen alten Wegen und seiner lebhaften buddhistischen Geschichte sogar zur UNESCO Welterbestätte ernannt wurde. Traditionelle Herbergen und Japans Gastfreundschaft sind hier natürlich inklusive.

Japanische Zen-MeditationEntspannung in Japan, Tatami

Wer sich für die traditionelleren Entspannungsmethoden interessiert, dem kann ich die japanische Zen Meditation, oder auch "Zazen" wärmstens ans Herz legen. Diese Art der Meditationen, die zwischen ein und zwei Stunden dauern, finden in Japan regelmäßig in Tempeln statt und werden von buddhistischen Mönchen durchgeführt.

Für den Anfänger mag es relativ anstrengend sein, eine Stunde oder länger im Schneidersitz zu sitzen und die Stille zu suchen, belohnt wird man jedoch wirklich mit neuer Frische und innerer Ruhe. Es gibt einige Tempel, die auch englischsprachige Meditationssitzungen durchführen, eine Google-Suche lohnt sich.