Dass es neben dem Land Schweiz verschiedene Landschaften gibt, die als Schweiz bezeichnet werden, ist bekannt. Wer kennt nicht die Sächsische oder Fränkische Schweiz? Dass es aber Schweizen auf den fünf Kontinenten der Erde gibt, dürfte weniger bekannt sein. Ich habe einige davon ausgesucht und stelle sie Euch in diesem Artikel etwas näher vor.

Die Schweiz Alaskas

Dass es in der spektakulären Bergwelt Alaskas eine Region gibt, die als Schweiz bezeichnet wird, dürfte nicht überraschen. Gletscher, hohe Berge und Fjorde, Seen oder auch Meeresbuchten gibt es dort viele, die an Schweizer Landschaften erinnern. Die Schweiz Alaskas ist die Bergwelt der Chugach Mountains um Valdez. Wer aus dem Landesinneren nach Valdezreist, passiert dabei bereits Gletscher und hohe Wasserfälle, die er von der Straße aus erreichen kann. Noch atemberaubender sind die Gletscher, die man vor der Küste von Valdez im Umkreis des Columbia Gletschers sehen kann. Der Hafen von Valdez ist Ausgangsort für Bootsfahrten in diese spektakulären Bergwelten.

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Die Schweiz Afrikas

Ganz anders sieht es in der Afrikanischen Schweiz in Lesotho aus. Das Land liegt auf einer rauen Hochebene zwischen dem Highveld Südafrikas und den steil abfallenden Drakensbergen in der südafrikanischen Provinz Natal und ist eine der wenigen Regionen im Süden des Kontinents, in denen regelmäßig im Winter Schnee fällt. Weil das Land so hoch liegt, wird es oft auch das Königreich im Himmel genannt. Der höchste Berg des Landes und des gesamten südlichen Afrikas ist der Thabana Ntlenyana mit 3482 Metern. Anders als in vielen afrikanischen Staaten besteht die Bevölkerung zu 99% aus den Mitgliedern des Stammes der Basotho. Der Rest setzt sich zusammen aus Mitgliedern der Zulu, Xhosa, Europäern und Asiaten. Afrikanische Schweiz

Die Kleine Schweiz im Süden Europas

Der Berg Athos mit seiner Mönchsrepublik wird gerne als die Kleine Schweiz bezeichnet. Dabei wird mit dem Begriff "Berg Athos" entweder die gesamte Halbinsel mit der Mönchsrepublik bezeichnet oder nur der Berg Athos an deren Südostspitze mit seinen 2033 Metern Höhe. In der Mönchsrepublik, deren Existenz ab dem 9. Jahrhundert nachgewiesen ist, leben ausschließlich Mönche. Frauen und sogar weibliche Tiere sind dort nicht erlaubt. Insgesamt gibt es heute 20 Großklöster in der Mönchsrepublik, darunter 17 griechische, ein serbisches, ein bulgarisches und ein russisches. Der Berg Athos ragt im Südosten der Halbinsel direkt aus dem Meer auf mit einem beeindruckenden Höhenunterschied von mehr als 2000 Metern. Im Norden fällt er steil ab. Im Süden gibt es einen gut erkennbaren Pfad, der bis zum Gipfel hinauf führt. Er ist landschaftlich sehr schön und bietet immer wieder reizvolle Ausblicke aufs Meer.

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Die Schweiz Neuseelands

Es überrascht nicht, dass die Südalpen Neuseelands als die Neuseeländische Schweiz bezeichnet werden. Mit ihrem höchsten Berg, dem Mount Cook mit seinen 3724 Metern, und den umliegenden schneebedeckten Bergen erinnert diese Bergregion auf der Südinsel Neuseelands stark an das Land, nach dem sie benannt ist. Auch hier gibt es Gletscher und markante Berggipfel. Klimatisch ähneln sich die Namensvettern ebenfalls: sie liegen in der gemäßigten Zone und sind in bestimmten Bereichen stark bewaldet. Einen Unterschied bietet die Schweiz Neuseelands allerdings: an ihrer Westseite grenzt sie direkt an die Küste. Die sehenswertesten Gletscher sind der nach dem österreichischen Kaiser benannte Franz-Josef-Gletscher und der Fox-Gletscher an der Westküste. Neuseeländische Schweiz

Die Zentralasiatische Schweiz

Es ist kaum verwunderlich, dass es in Asien mit seinen imposanten Bergwelten einige Regionen gibt, die als Schweiz bezeichnet werden. Dazu gehört die Republik Kirgisistan, die im Hochgebirge des Tianshans liegt. Höchster Berg des Landes ist der 7439 Meter hohe Dschengisch Tschokusu. Es erstaunt nicht, dass das gesamte Land als "Zentralasiatische Schweiz" benannt wird, wenn man bedenkt, dass 94 Prozent des Landes gebirgig sind. Landwirtschaft kann nur in wenigen Bergtälern betrieben werden. Trotz seiner landschaftlichen Schönheit ist Kirgisistan touristisch kaum erschlossen. Das liegt vor allem an der fehlenden Infrastruktur. Besucher kommen entweder aus den Sowjetrepubliken oder als junge Abenteuertouristen.

Chinesische Schweiz