Erst Kunst, dann Limo - das MuseumsQuartier

Wer sich in Wien verabredet, trifft sich in einem Bezirk. Insgesamt 23 gibt es davon. "Im 7. Bezirk treffen sich Studenten, Künstler und Geschäftsleute am MuseumsQuartier, kurz "MQ", sagt Anne Eck. Riesige Couch-Würfel aus Plastik laden zum Hineinfleetzen ein. Besucher können die von der Habsburger Regentschaft geprägten Häuser bestaunen und bekommen einen ersten Eindruck vom Treiben in der Stadt. Von dort aus gibt es Allerlei zu erkunden, wie die Ringstraße mit ihren historischen Bauwerken oder das Kunsthistorische Museum. Direkt am Quartier befindet sich einer von Annes Lieblingsplätzen, das Café Daily. "Besonders lecker ist die selbstgemachte Ingwer-Zitronen-Limonade mit Honig und frischer Minze". Ansonsten kann sie im Restaurant Halle das "süße Wiener Festwochen-Frühstück mit weißem Schokoladencreme-Aufstrich" empfehlen.

Stephansdom WienAusblick auf Wien

Ohren auf und genießen - das Haus der Musik

Gestärkt geht es vom MuseumsQuartier weiter in den 1. Bezirk. Dort befindet sich das Haus der Musik. Im Innenhof steht ein weißer Konzertflügel, an dem auch Anne oft anzutreffen ist. "Jeder darf sich hier hinsetzen und spielen", freut sie sich. Im Haus des interaktiven Klangmuseums kann man sich zum Beispiel als Dirigent samt elektronischem Taktstock ausprobieren oder seinen eigenen Sound kreieren. "Hier ist alles darauf ausgelegt, Musik und Klang hautnah zu erleben", sagt sie und läuft durch einen, dem menschlichen Gehörgang nachempfundenen, Raum. Das Haus der Musik liegt zentral in der Wiener Innenstadt und hat sieben Tage die Woche von zehn bis 22 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen zwölf Euro Eintritt, für Schüler, Studenten und Menschen mit Behinderung gibt es natürlich Ermäßigung.

Auf dem Wiener Badeschiff Anne Eck auf dem Wiener Badeschiff

Kühles Nass und betörender Wein - Badeschiff und Kahlenberg

Nach dem Museumsbesuch geht's für eine Erfrischung weiter im 1. Bezirk Richtung Donaukanal. "Das Badeschiffist vor allem im Sommer sehr beliebt", sagt die Nürnbergerin. Ein Schiff mit Tiefgang, so das Motto. Denn von Deck springt man direkt in einen Pool, der auf dem Donaukanal schwimmt. "Vom Beckenrand aus, winke ich immer den Touristen auf den Besichtigungsdampfern zu", sagt sie. Der Eintritt kostet nur fünf Euro, "was für Wiener Verhältnisse sehr günstig ist". Schlechtes Wetter oder keine Lust zu plantschen? Eine Alternative dazu ist der Kahlenberg. "Wer Lust und Zeit hat, kann mit der am meist genutzten Straßenbahn Nummer D, hier Bim genannt, bis zur Endstation Nussdorf fahren", sagt sie mit großen Augen. Von dort aus gelangt man zum Beethovengang und startet eine Wanderung durch die Weinberge Wiens. "Oben angekommen ist der Ausblick über Wien atemberaubend und überwältigend", schwärmt sie von der Postkartenidylle. Beim Abstieg kommen die Wanderer an etlichen sogenannten "Heurigen" vorbei, wie auch der Wein genannt wird. Im Heurigen trinkt man also einen Heurigen. "Das haben sich die Wiener von uns Franken abgeschaut", sagt die Kabarettistin, "bei uns geht man allerdings in die Heckenwirtschaft."

Köstlichkeiten und Wiener Charme - das Café Central

Nach dem Tauchgang oder der Wanderung durch die Weinberge, ist es Zeit seinen Hunger zu stillen. Wien ist bekannt für seine Sachertorten, den Kaiserschmarrn oder Palatschinken. Anne Eck führt Blog.Expedia dafür ins Café Central. "Ein echtes Alt-Wiener Café", sagt die Musikerin. Es handelt sich um ein ehemaliges Bankgebäude mit riesigen Rundbögen und Obern. "Nicht Kellnern", betont sie. Böse Blicke erntet derjenige, der einen Kaffee, statt einer Wiener Melange, beim Kellner, pardon Ober, bestellt. Besonders reizvoll, "ab 17 Uhr wird Live am Flügel Piano gespielt", erzählt sie. Anne Eck träumt davon, einmal selbst dort im Abendkleid "As time goes by" aus dem Film "Casablanca" zum Besten zu geben. "Das Publikum ist hier zwar eher touristisch, aber auch Wiener Urgesteine sind dort anzutreffen", sagt sie. Letzte Stärkung vor dem Besuch auf dem Friedhof.

<figcaption>Mausoleum Zentralfriedhof Wien</figcaption>Mausoleum Zentralfriedhof Wien

Im Abgang etwas morbide - der Zentralfriedhof

Jetzt wird es etwas schaurig im elften Bezirk. Den Wienern sagt man ohnehin nach, sie haben nicht so viel Angst vor dem Tod, wie der Rest der Welt. Anne lacht, "der Zentralfriedhof ist so groß, dass durch ihn sogar kleine Autobusse fahren, die die Schaulustigen zu den Gräbern bringen". Der Zentralfriedhofist halb so groß wie die Stadt Zürich. Rund drei Millionen Bestattete finden dort ihre letzte Ruhe. Es gibt sogar Bushaltestellen. Im Bus Nummer elf, der im 30 Minuten-Takt hält, fährt auch sie gerne mit. "Die letzte Ruhestätte ist wie ein Märchenwald", sagt sie flüsternd, wie man das eben auf einem Friedhof so macht. Umgefallene Grabsteine sind bereits mit Moos bewachsen, es wirkt mystisch. Andere sind riesig und prachtvoll geschmückt. Zudem fährt der Bus die Friedhofstouristen an vielen Ehrengräbern bekannter Persönlichkeiten vorbei, wie Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Curt Jürgens, Hans Moser oder dem "ersten weißen Rapper" Falco.