Im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern reisen bisher sehr wenige westliche Touristen nach Südkorea. Aber gerade das macht den Reiz aus, denn das Land hat sehr viel zu bieten und viele Attraktionen sind noch unbekannt auf der klassischen Traveller-Weltkarte.

Im ganzen Land gibt es zwölf UNESCO-Welterbestätten und das Essen ist einfach nur außergewöhnlich lecker. Aktuell wird die Hauptstadt Seoul sogar als eine der Top-Destinationen für 2017 gehandelt. Ich stelle Dir fünf weitere Ziele in Südkorea vor, die Du unbedingt gesehen haben musst.

DMZ Suedkorea

Die Demilitarisierte Zone (DMZ) - Die Grenze zu Nordkorea

Zu Südkorea gehört zwangsläufig auch das isolierte Nordkorea. Es ist nicht einfach in den Norden zu reisen, aber zumindest die Grenze kannst Du besichtigen: In der sogenannten Demilitarisierten Zone (DMZ) besteht ein vier Kilometer breiter Bereich, der die gesamte koreanische Halbinsel teilt.

Im Rahmen eines organisierten Tagesausflugs erfährst Du viel über die Geschichte der beiden Länder, Du besichtigst unter anderem die Infiltrationstunnel durch die nordkoreanische Soldaten den Süden stürmen sollten und betrittst die bekannten blauen Häuser.

Diese blauen Häuser stehen direkt auf der Grenze mit je einer Hälfte im Norden und einer im Süden. Hier trennt nur ein niedriger Betonsockel die beiden Länder. Auf beiden Seiten der Häuser gibt es Eingänge, damit sich Vertreter der beiden Koreas bis heute zu Gesprächen treffen können.

Die DMZ ist der einzige Ort an dem Du ein paar Schritte nach Nordkorea machen kannst.

Insel Jeju

Die Insel Jeju an der Südspitze des Landes trägt auch den Beinamen "Hawaii Südkoreas". Und wie Hawaii ist auch Jeju vulkanischen Ursprungs. Bis heute ist der ruhende Vulkan Hallasan das Zentrum der Insel und bietet wunderbare Wanderwege. Ein weiterer Vulkan oder besser der Kegel des erloschenen Vulkans Seongsan Ilchulbong liegt an der Ostküste der Insel und heißt auch Sunrise Peak. Hier wirst Du nach einem kurzen Aufstieg über Treppen mit einem fabelhaften Rundumblick belohnt.

Die Natur ist wirklich wunderbar auf Jeju. Es gibt hier seltene Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel die Lava Tubes. Dort wo früher die Lava über die Insel geflossen ist, haben sich riesige kilometerlange Röhren gebildet, die Du zu Fuß erkunden kannst.

Wer mit der vielen Natur überhaupt nichts anfangen kann, findet bestimmt Gefallen an den tollen Restaurants und Cafés, die rund um die Insel verteilt sind. Es sind einige architektonische Designhighlights dabei, die richtig leckere Gerichte auf der Karte haben. Absolutes kulinarisches Muss sind die Jeju-Mandarinen. Aus ihnen wird hier alles gemacht: Säfte, Smoothies, Kuchen.

Wem das noch nicht genug ist: Es gibt hier auch Hello Kitty Land.

Jeju erlebst Du am Besten mit dem Mietwagen. Drei Tage solltest Du aber schon einplanen, um alles zu sehen. Ab Seoul starten die Flieger nach Jeju fast im 10 Minuten-Takt.

Bulguksa South Korea

Bulguksa

Die Tempelanlage von Bulguksa ist eine der UNESCO-Weltkulturerbestätten bietet sich als Tagesausflug von der Hafenstadt Busan aus an. Die Stadt ist nicht ganz unkompliziert zu erreichen, aber über ein paar Umwege kommst Du entspannt mit dem Bus bis nach Bulguksa.

In Bulguksa angekommen findest Du sieben Nationalschätze Südkoreas und dementsprechend gut besucht ist die Anlage. Hinter dem beeindruckenden Haupteingang mit den 33 Stufen der Erleuchtung gibt es noch viele weitere Pavillons, Pagoden und riesige Trommeln zu entdecken.

Viele Besucher sind von der Schönheit der Pagoden so fasziniert, dass sie aus den herumliegenden Steinen eigene kleine Meisterwerke bauen. In einer Ecke der Anlage stehen hunderte dieser gestapelten Steine in allen Größen.

Wenn Du schon in Bulguksa bist, dann solltest Du unbedingt noch den Abstecher zur Seokguram-Grotte machen. Inmitten dieser bunt und detailliert verzierten Grotte sitzt eine Buddha-Statue inmitten ihrer Schüler. Gerade zum Sonnenaufgang soll es hier wunderbar sein, so dass viele Pilger bereits nachts zur Grotte aufbrechen.

Jeonju

Das Sehenswerte an der Stadt Jeonju ist der historische Kern. Hier stehen mehrere hunderte Hanoks - traditionelle südkoreanische Häuser - von denen viele als Unterkunft für Touristen umfunktioniert wurden. Diese Hanoks mit Böden und Wänden aus Papier vermitteln einen Eindruck vom traditionellen Leben in Südkorea.

Neben der Architektur ist Jeonju vor allem für seine Küche bekannt, denn hier wurde Bibimbap erfunden. Bibimbap ist ein klassisches Gericht mit Reis, Gemüse und Rindfleisch. Es gehört zur koreanischen Küche wie Kimchi (zu vergleichen mit deutschem Sauerkraut, nur scharf) und das beste Bibimbap des Landes soll es in Jeonju geben.

Viele Touristen kommen allein wegen des Essens nach Jeonju, das hier unter dem Motto "Slow Food" hergestellt und genossen wird. Und gefühlt jeder dieser Touristen leiht sich mindestens einmal während des Aufenthalts ein klassisches Kostüm aus und schreitet dann wie König und Königin durch die verwinkelten Gassen und den Park.

Ich kann es jedem Touristen nur empfehlen, einmal in traditionell südkoreanischer Robe durch die Stadt zu flanieren. Es ist zwar ein ungewohntes Gefühl wie ein Promi durch die Straßen zu schreiten und ständig um Fotos gebeten zu werden. Aber Du gewöhnt sich daran und dann macht es richtig Spaß.

Gamcheon Culture Village in Busan

Das Gebiet in dem sich das Gamcheon Cultural Village liegt, galt früher als Armenviertel und niemand wollte freiwillig durch diese Straßen laufen.

Dieses ehemalige Slum, das sich an einen Berg schmiegt, wirkt auf den ersten Blick wie eine Favela in Rio de Janeiro. Seitdem sich im Jahr 2009 mehrere Kunststudenten im Auftrag der Regierung den vielen kleinen Häuschen angenommen haben, ist das Village eine der bekanntesten Touristenattraktionen Busans. Es macht Spaß die kleinen Gässchen und steilen Straßen entlang zu spazieren. Neben vielen Kunstateliers findest Du tolle kleine Läden und Restaurants mit Dachterrasse.

Mein Highlight hier waren die "Letter from the future". Es gibt hier zwei unterschiedliche Briefkästen. Einer verschickt wie ein regulärer Briefkasten sofort, der Zweite verschickt erst ein Jahr später.