Regen ist der natürliche Feind aller Urlauber und wird oft mit einer misslungenen Reise gleichgesetzt. Völlig zu Unrecht, denn auch bei schlechtem Wetter kann ein Städtetrip ein voller Erfolg werden. Es gibt sogar einige Orte, die bei Regen noch mehr Spaß machen als bei strahlendem Sonnenschein. Und diese vier gehören dazu:

London: Die Mutter aller verregneten Städte

Das Wetter in London ist extrem wechselhaft und außer im Hochsommer erleben die wenigsten Besucher einen mehrtägigen Aufenthalt ohne Regen. Das macht aber nichts, denn aus irgendeinem Grund gehören London und Regenwetter einfach zusammen. Ein bisschen ist es sogar das schlechte Wetter, das den Charme der Stadt ausmacht.

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Londons klassische Sehenswürdigkeiten machen auch bei Regen Spaß: Orte wie der Hyde Park mit den schönen Kensington Gardens, der Platz vor dem Buckingham Palace, Westminster Abbey und die Tower Bridge bekommen dann einen wunderbar mystischen Touch. Rund um die Themse sind die alten Gebäude oft in Nebel gehüllt und ragen majestätisch in die Höhe. Für tolle Fotos empfiehlt sich ein Farbklecks: Beispielsweise ein bunter Regenschirm, die roten Doppeldeckerbusse oder die traditionellen roten Telefonzellen.

Wer dem schlechten Wetter für einige Zeit entfliehen möchte, dem sei der Borough Market in Southwark (Southwark Street) empfohlen. In Londons ältestem (und überdachten) Lebensmittelmarkt lässt es sich stundenlang flanieren, essen, trinken und staunen. Trocken bleibt man tagsüber auch im Madame Tussauds, im Sherlock Holmes Museum, in den Warner Bros. Studios und beim Shoppen im Traditionskaufhaus Harrods.

Abends geht es dann in einen der vielen Pubs, die mit leckeren Burgern, typischem Pubessen und natürlich Bier und Cider aufwarten. Anschließend lohnt sich ein Besuch in Soho: Das alternative Stadtviertel beherbergt viele tolle Bars, Clubs und Shops, die oft bis spät in die Nacht geöffnet sind.

Moskau: Die Melancholie Russlands im Regen erleben

Wer zum ersten Mal im Leben nach Moskau kommt, wird schnell merken, dass in der Stadt eine ganz besondere Stimmung herrscht. Von vielen Russen wird sie als melancholisch bezeichnet - gespickt mit ein bisschen Weltschmerz, den es natürlich im Wodka zu ertränken gilt. Und genau zu dieser Stimmung passt auch der Regen, der in Moskau nicht gerade selten fällt.

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Die erste Anlaufstelle für Besucher ist natürlich der Rote Platz. Der große Marktplatz verbindet Moskaus wichtigste Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise den Kreml, die Basilius Kathedrale, das Historische Museum und das Lenin-Mausoleum. Ähnlich wie in London kommen die farbenfrohen Gebäude bei Regenwetter ganz besonders gut zur Geltung und bilden einen tollen Kontrast zur grauen Kulisse.

Aus dem Regen flüchtet es sich am besten in den Kreml - der Rundgang ist ein Muss auf jeder Russlandreise. Absolut sehenswert (und überdacht) sind außerdem die Tretjakow-Galerie, der Romanow-Palast, das Puschkin Museum der Bildenden Künste, das Raumfahrt Museum und das Matroschka Museum. Den Abend verbringt man am besten bei einer Aufführung im Bolschoi Oper- und Ballett-Theater. Die Vorstellungen sind allerdings oft komplett ausgebucht, sodass Tickets am besten weit im Voraus bestellt werden sollten. Der perfekte Abschluss für einen Regentag in Moskau ist ein Besuch in einer der Panoramabars. Besonders schön ist die City Space Bar im 34. Stock des Swissôtel Krasnye Holmy, die einen sensationellen 360 Grad-Blick auf die Stadt bietet.

Vancouver: Wenn der Regen das Beste aus der Natur herausholt

Vancouver wird von seinen Bewohnern auch liebevoll Raincouver genannt. Besonders wenn die feuchte Luft von Hawaii an die kanadische Küste kommt, kann es hier bis zu 20 Tage am Stück regnen. Davon lassen sich die Locals aber nicht die Laune verderben. Sie sind offen, freundlich - und fast immer mit Regenjacke unterwegs.

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Kanada ist ein Outdoorparadies und Vancouver und sein Umland gehören zu den wenigen Orten, die bei schlechtem Wetter sogar noch schöner erscheinen. Die Natur erstrahlt dann in einem fast unwirklichen Grün, die Wälder wirken im Nebel wie aus dem Märchen und die Wolkenformationen geben dem Ganzen einen dramatischen Touch.

Auch bei Regen sollten sich Besucher deshalb die Natur rund um Vancouver nicht entgehen lassen. Besonders sehenswert ist dabei der Capilano Suspension Bridge Park im Norden der Stadt, der unter anderem die 136 Meter lange und 70 Meter hohe Capilano Suspension Seilbrücke beherbergt. Außerdem lohnt sich ein Ausflug auf den ebenfalls im Norden gelegenen Grouse Mountain - auf einer geführten Tour können hier Grizzly Bären beobachtet werden. Last but not least ist auch der 405 Hektar große Stanley Park mit seinen tollen Stränden ein absolutes Muss in Vancouver.

Wer sich für eine Weile ins Trockene flüchten möchte, ist auf dem Granville Island Public Market in der Nähe der Granville Bridge am besten aufgehoben. Hier gibt es nicht nur einen großen Markt mit leckerem und ungewöhnlich günstigem Essen, sondern auch viele Restaurants und Geschäfte, in denen es sich ganz wunderbar nach Kunst und Souvenirs stöbern lässt. Eine gute Adresse für alle, die den Regen satt haben, sind auch das Vancouver Aquarium im Stanley Park und die Pacific Centre Shoppingmall in Downtown.

Berlin: Indooraktivitäten für jeden Geschmack

Es gibt wohl kaum einen anderen Ort, der bei Regen so viel Spaß macht wie Berlin. Zwar kann man hier nicht behaupten, dass die Stadt bei schlechtem Wetter schöner wird. Dafür ist die Auswahl an Indooraktivitäten endlos und man könnte wohl Wochen im verregneten Berlin verbringen, ohne sich auch nur eine Sekunde zu langweilen.

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Wer gerne etwas Außergewöhnliches ausprobieren möchte, sollte das Schwarzlicht-Minigolf im Görlitzer Park, im Dockx oder in der Schwarzlicht Insel in Erwägung ziehen. Besonders für Familien sind das Berlin Dungeon, das Sea Life Berlin, der AquaDom und das Madame Tussauds ein großer Spaß.

Für Kulturbegeisterte gibt es in Berlin eine gigantische Anzahl an Museen, Galerien und Ausstellungen. Eine gute Adresse ist zum Beispiel die Museumsinsel, die unter anderem das Pergamonmuseum, das Neue Museum und die Alte Nationalgalerie beherbergt. Für ein bisschen Abwechslung sorgen das DDR-Museum, das Computerspielmuseum und das Currywurst Museum. Absolut sehenswert ist auch der Berliner Reichstag - die gläserne Kuppel bietet einen sensationellen Blick auf die Stadt.

Auch für Shoppingtouren dürfte Berlin wohl deutschlandweit die beste Adresse sein. Da gibt es zum Beispiel den berühmten Kurfürstendamm und das riesige Shoppingcenter Alexa am Alexanderplatz. Die besten Second-Hand-Shops finden Besucher am Prenzlauer Berg und in Friedrichshain. Ein ganz besonderes Einkaufserlebnis bietet die Concept Mall im Bikini Berlin am Bahnhof Zoo - hier bringen Nachwuchsdesigner ihre eigenen Entwürfe an den Mann bzw. an die Frau.

Ein gelungener Urlaub ist das, was ihr draus macht

Ob die Reise ein großer Erfolg oder ein totaler Flop wird, hängt in erster Linie von der inneren Einstellung ab. Egal ob Regen, Schnee oder strahlender Sonnenschein: Wer offen ist für spannende Erlebnisse, wird sie auch finden. Und außerdem gibt es ja bekanntlich kein schlechtes Wetter sondern nur schlechte Kleidung. Deshalb wandern Regenjacke und Schirm am besten von Anfang an mit in den Koffer. So gibt es dann keine Ausrede mehr, die Stadt nicht auch im Regen zu erkunden.