Amsterdam hat eine so schöne und geschichtsträchtige Umgebung, dass es wirklich ein Jammer wäre, verließet Ihr die Stadt nicht für ein paar Ausflüge.

Macht Euch auf überwältigend große Tulpenfelder gefasst, freut Euch auf weiße Strände, auf Windmühlen, die vom Wegesrand grüßen, und Naturparks mit interessanter Flora und Fauna. Eure Streifzüge werden Euch durch das beneidenswert dichte Netz öffentlicher Verkehrsmittel erleichtert.

1. Die Tulpenblüte

Wer im Frühling nach Holland reist, will natürlich unbedingt die Weite der blühenden und kunterbunten weltbekannten Tulpenfelder sehen. Das könnt Ihr am besten zwischen Ende März und Anfang Mai in den Regionen Bollenstreek, Kop van Noordholland und Noordoostpolder.

In dieser Zeit steht auch der nur eine halbe Stunde von Amsterdam entfernte größte Blumenpark der Welt in voller Blüte. Im Keukenhof in Lisse entfalten alljährlich sieben Millionen Blumenzwiebeln ihre Pracht. Neben den Tulpen hüllen Euch Hyazinthen, Narzissen, Orchideen, Rosen, Nelken, Iris, Lilien und viele andere Blumen mit ihrer Schönheit und ihren Düften ein.

2. Unterwegs auf der längsten Tulpenroute

Zweifellos eine der schönsten und farbenprächtigsten Routen zum Spazierengehen oder Fahrradfahren ist die längste Tulpenroute in Flevoland im Noordoostpolder, dem größten Blumenzwiebel-Anbaugebiet der Niederlande.

Auf den über 100 Kilometern durch bunte Felder ist das Gedränge natürlich bei Weitem nicht so groß wie im Keukenhof. National Geographic erklärte die Route sogar zu einer der schönsten der Welt. Wollt Ihr Euch selbst einen frischen Tulpenstrauß zusammenstellen, könnt Ihr das bei Hanneke's Pluktuin (Ellerweg 18, Biddinghuizen) oder beim Tulpenpluktuin vom Bauernhof-Laden (Steenwijkerweg 26, Marknesse). Eine ausführliche Routenbeschreibung erhaltet Ihr bei den lokalen Fremdenverkehrsämtern. Auch für die "Tuinenrout" (Gärten-Route), die knapp 20 Kilometer lang ist.

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Ein Tulpenfeld in Holland - Pixabay

3. Das Freilichtmuseum Zaanse Schans

Einen Ausflug nach Nord-Holland, ins historische Dorf Zaanse Schans, dürft Ihr auf keinen Fall versäumen. Die Fahrt ist eine Zeitreise ins Holland des 17. und 18. Jahrhunderts und zugleich in das älteste Industriegebiet der Niederlande, dokumentiert durch Mühlen, eine Zinnfabrik, einen Käse- und Milchbetrieb.

Die Schans, eine Schanze, wurde 1574 als Bollwerk gegen die spanischen Angreifer am Ufer der Zaan gebaut. Zu den vielen historischen, zum Teil nachgebauten Gebäuden gehört auch der erste Laden von Albert Heijn, aus dem später eine niederländische Supermarktkette erwuchs. Was auf dem Gelände produziert wird, zum Beispiel Senf, Käse und Gebäck, könnt Ihr natürlich auch kaufen. Denn der durch die authentischen Holzhäuser vermittelte Eindruck als Freilichtmuseum täuscht. Das Dorf ist bewohnt und in den Mühlen und Werkstätten wird gearbeitet. Ihr dürft allerdings in der Holzschuhmacherei, in der Zinngießerei und in der Käserei dabei zuschauen.

In der Verkade Experience werden in einer Schokoladenfabrik aus dem 20. Jahrhundert mit Original-Maschinen die köstlichsten Schokoladen und Biskuits hergestellt. Auch dort seid Ihr willkommen.

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Windmühlen in Zaanse Schans - Pixabay

Der Ursprung des ersten niederländischen Industriegebiets waren die über 600 Mühlen, die im 17. Jahrhundert in der Umgebung der Zaanse Schans entstanden. Einige von ihnen könnt Ihr besichtigen, zum Beispiel die Gewürzmühle, eine Paltrok-Sägemühle, die weltweit einzige Farbmühle De Kat, eine Sägemühle und mehrere Ölmühlen.

Die Zaanse Schans liegt übrigens in direkter Nachbarschaft von Amsterdam. Ihr kommt schnell mit Bus oder Bahn dahin. Und wenn Ihr nach der Besichtigung des Ortes noch Zeit habt, entdeckt die Umgebung auf einem der schönen Wanderwege.

4. Die Einkaufsstadt Haarlem

Haarlem, die gewählte "Beste Einkaufsstadt Hollands" spiegelt mehr als Amsterdam das "wahre" Leben im Land wider. Die ehemalige Nordsee-Handelsstadt zeigt Euch mit seiner charmanten mittelalterlichen, um den Marktplatz gruppierten Innenstadt das typische Gesicht niederländischer Städte.

Genießt das Flair der Grachten und Rundgräben, besichtigt die Windmühle De Adriaan und trinkt ein Bier in der Kirche. Die Brauerei Jopenkerk macht's möglich. Stärkung mit Sandwiches und Pizza findet Ihr am Stadtstrand de Oerkap. Im Übrigen blühen auch um Haarlem herum jede Menge Blumen.

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Strand in Holland - Pixabay

5. Der Strand von Bloemendaal

Es ist Strandwetter? Oder Ihr habt einfach Lust, Euch von der Nordsee so richtig durchpusten zu lassen und tief durchzuatmen? Dann habt Ihr es von Haarlem nicht weit. Nur zehn Kilometer durch die artenreichen Kennemerduinen, am besten natürlich mit dem Fahrrad, und schon seid Ihr am Strand von Bloemendaal.

6. Die Käsestadt Alkmaar

Da ja die Begriffe Holland, Tulpen und Käse immer in einem Atemzug genannt werden, müsst Ihr Euch natürlich auf einem Eurer Ausflüge um Amsterdam auch genauer über die verschiedensten Käsesorten und deren Herstellung schlaumachen.

Das könnt Ihr in der namensgebenden Stadt Gouda oder zirka 30 Kilometer von Amsterdam entfernt in Alkmaar. Dort verkaufen Euch von März bis September jeden Freitag traditionell gekleidete Käseträger auf dem Käsemarkt bekannte und unbekannte Sorten. Die Männer, die eine über hundertjährige Tradition fortsetzen, erzählen Euch gern alles über ihr Handwerk. Nachschlag bekommt Ihr im Käsemuseum mit allen Informationen um die würzigen Laibe.

Hat Euch das Verkosten durstig gemacht, sucht schnell das Nationale Biermuseum in einem Brauhaus aus dem 17. Jahrhundert auf, seht beim Brauen zu und kostet das süffige Ergebnis.

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Käsekultur in Holland - Pixabay

7. Die Insel Marken

Nur 45 Busminuten von Amsterdam entfernt glaubt Ihr Euch in einem holländischen Bilderbuch gelandet, das kein einziges Klischee auslässt. Marken, im 13. Jahrhundert durch einen Sturm vom Festland getrennt, wurde erst 1957 durch einen Deichbau wieder mit ihm verbunden und hat sich wacker seinen authentischen Charakter und seine Traditionen erhalten.

Lasst das Auto stehen und erklärt diesen Ausflug zu einem Wandertag, denn nach neun Kilometern habt Ihr die Insel umrundet. Dabei lernt Ihr das "Paard van Marken" kennen, das Pferd von Marken, das als Leuchtturm aus dem Jahr 1839 treue Dienste verrichtet. Auch die kleinen Holzhäuschen mit ihren weißen Fenstersprossen und kleinen Gärtchen, die die schmalen Gässchen säumen, werden Euch entzücken. Zumal viele von ihnen auf Pfählen (sogenannten Terpen) errichtet wurden, um den regelmäßigen Fluten ein Schnippchen zu schlagen. Erholung findet Ihr nach Eurem Rundkurs in einem der Hafen-Cafés.

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Traditionelle Häuser auf Marken - Pixabay

Hotel in Amsterdam oder auf Marken?

In allen genannten Orten könnt Ihr auch über Nacht bleiben, aber vielleicht wählt Ihr lieber ein Hotel in Amsterdam, von dem aus Ihr sternenförmig Euer Gastland erkunden könnt. Oder soll es doch eher eine Ferienwohnung in Amsterdam sein?

Vergesst nicht, bei Explore die vielen Beiträge zur niederländischen Hauptstadt anzuschauen, zum Beispiel:

Titelbild: Windmühlen in Holland - Pixabay