Auf eigene Faust die Welt bereisen - was für die einen selbstverständlich ist, verursacht bei anderen Schweißausbrüche. Individualreisen sind nicht jedermanns Sache. Und doch kommen viele Fernwehgeplagte irgendwann an einen Punkt, an denen Pauschal- und Gruppenreisen ihren Reiz verlieren. Ein fernes Land auf eigene Faust erkunden, die fremde Kultur hautnah erleben und die Reisezeit nach Lust und Laune selbst bestimmen - wer all das und noch viel mehr erleben möchte, muss über kurz oder lang aus der Komfortzone ausbrechen.

Wer die Entscheidung erst einmal getroffen hat, wird schnell merken, dass sich eine Individualreise ganz leicht umsetzen lässt. Auch gibt es viele Reiseziele, die für Anfänger bestens geeignet sind. Ob es dann nach Afrika, Asien oder vielleicht sogar Südamerika geht, entscheidet alleine der persönliche Geschmack. Es gibt allerdings einen ganz besonderen Ort, der Backpackerherzen seit vielen Jahren höher schlagen lässt. Die Rede ist von Neuseeland. Ein Inselstaat im Südpazifik, berühmt für atemberaubende Landschaften, die "Herr der Ringe"-Drehorte, Kiwis und Tim Tams - die leckersten Kekse der Welt.

Abel Tasman Nationalpark in Neuseeland

10 Gründe, warum Neuseeland perfekt für Backpacking-Einsteiger ist

Es gibt unendlich viele Gründe für eine Reise nach Neuseeland. Der Inselstaat lässt keine Reiseträume unerfüllt und wer das Land am Ende der Welt einmal besucht hat, schwärmt oft noch jahrelang davon. Besonders für die erste Individualreise ist Neuseeland die perfekte Wahl. Und das sind die zehn Gründe, weshalb Backpacking-Einsteiger das Land in jedem Fall in die engere Wahl nehmen sollten:

1. Neuseeland ist ein sicheres Land

Wie überall auf der Welt gibt es selbstverständlich auch in Neuseeland Kriminalität. Verglichen mit vielen südamerikanischen oder asiatischen Ländern gilt der Inselstaat allerdings als sehr sicher. Auch beim Campen besteht keine Gefahr und für viele Backpacker ist es völlig normal, per Anhalter von A nach B zu kommen. Zudem gibt es in Neuseeland nur wenige epidemische Krankheiten und eine gute medizinische Versorgung.

Backpacker at the beach

2. Die Neuseeländer sind für ihre Gastfreundschaft bekannt

Neuseeländer empfangen Reisende in der Regel sehr offen und herzlich. Auch für ihre Hilfsbereitschaft sind die "Kiwis" bekannt. Sie stehen Reisenden gerne mit Rat und Tat zur Seite und wenn sie auf der Straße nach dem Weg gefragt werden, lassen sie es sich oft nicht nehmen, die Suchenden persönlich bis ans Ziel zu bringen. Auch in Hostels und auf Campingplätzen stoßen Backpacker meist auf große Hilfsbereitschaft. Die typische "Touristen-Abzocke", wie man sie beispielsweise aus Asien kennt, ist in Neuseeland absolut unüblich.

3. Die Verständigung vor Ort ist einfach

Da in Neuseeland Englisch gesprochen wird, ist die Verständigung vor Ort unkompliziert. Am Anfang ist der starke Akzent ein bisschen schwierig zu verstehen. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran und wenn man freundlich nachfragt, sprechen die Einheimischen auch deutlicher.

4. In Neuseeland gibt es eine große Backpacker-Community

Neuseeland ist prädestiniert für Individualreisen und so trifft man in Hostels, auf Campingplätzen und auf Ausflügen auch schnell auf andere Backpacker. Besonders für Alleinreisende ist das ein großer Vorteil, denn so ist es meist nicht schwer, Gleichgesinnte für ein Abendessen, einen Ausflug oder die gemeinsame Weiterreise zu finden.

5. Das Land hat die perfekte Größe

Neuseeland ist wunderbar kompakt und lässt sich auch dann sehr gut bereisen, wenn man nur wenige Wochen zur Verfügung hat. Selbstverständlich gibt es unglaublich viel zu sehen und man sollte so viel Zeit wie möglich einplanen. Aber auch auf einer dreiwöchigen Reise bekommt man bereits einen guten Eindruck von Neuseeland und kann problemlos sowohl die Nord- als auch die Südinsel bereisen.

6. Neuseeland ist unheimlich vielseitig

Ob Strände, Inseln, Berge, Fjorde, Gletscher oder Regenwald - in Neuseeland gibt es eigentlich nichts, was es nicht gibt. Obwohl das Land so klein ist, bietet es so viel Vielfalt wie kaum ein anderes auf der Welt. Neben atemberaubenden Landschaften hat Neuseeland auch jede Menge kulturelle Schätze, lebendige Städte und verschiedenste Outdooraktivitäten zu bieten.

Marlborough Sounds in Neuseeland

7. Die Busverbindungen sind ausgezeichnet

Neuseeland verfügt über ein flächendeckendes Busnetz. Zum einen gibt es öffentliche Busse in den Städten und in allen größeren Orten. Zum anderen befahren verschiedene Anbieter die ganze Insel und bieten zusätzlich zu regulären Tickets auch Hop-on-Hop-off-Services für Backpacker an.

8. Die Straßen sind gut ausgebaut

Wer noch unabhängiger unterwegs sein möchte, kann sich in Neuseeland auch ein Auto oder einen Campervan mieten. Die Straßen sind sicher, gut ausgebaut und ausgezeichnet beschildert. Da es meist nur eine Route gibt, die von einem Ort zum nächsten führt, benötigt man in der Regel noch nicht einmal ein Navigationsgerät. Für Backpacker, die mehrere Monate in Neuseeland unterwegs sind, kommt die Anschaffung eines eigenen Fahrzeugs oft günstiger. Autos und Camper bekommt man beispielsweise auf den Car Markets in Auckland und Wellington - nach der Reise kann man sie hier auch wieder verkaufen.

9. Neuseeland bietet viele Hostels und Campingmöglichkeiten

In jedem noch so kleinen Ort gibt es mindestens ein Hostel und diverse Campingmöglichkeiten. So können Reisende auch spontan Halt machen und nach Lust und Laune einfach dort bleiben, wo es ihnen gerade gefällt. Verglichen mit dem Nachbarland Australien sind Hostelbetten und Stellplätze zwar noch immer nicht billig, aber dennoch deutlich günstiger.

10. Backpacker können in Neuseeland ihre Reisekasse aufbessern

Last but not least bietet Neuseeland auch den Vorteil, dass sich junge Backpacker hier den ein oder anderen Euro dazuverdienen können. Wer zwischen 18 und 30 Jahre alt ist, kann vor der Reise ein Working Holiday Visum beantragen und damit in Neuseeland für ein Jahr legal arbeiten. Auch WWOOF (World-Wide Opportunities on Organic Farms) ist eine gute Alternative. Dabei handelt es sich um ein weltweites Netzwerk von Biobauernhöfen, die gegen einige Stunden Mithilfe pro Tag Unterkunft und Verpflegung anbieten.

Es wird Zeit für eine Reise ans andere Ende der Welt

Neuseeland hat definitiv Potenzial, das eigene Reiseverhalten für immer über den Haufen zu werden. Denn hier lernen auch eingeschworene Pauschaltouristen die Vorzüge einer Individualreise kennen. Neuseeland ist kein Land für Resorts und straff organisierte Touren. Wer den Inselstaat am Ende der Welt besuchen möchte, sollte sich treiben lassen und die Schönheit des Landes im eigenen Tempo genießen. Denn eines ist sicher: Wer die Mühe auf sich nimmt und einmal um die Welt nach Neuseeland fliegt, wird sich seiner Magie nicht entziehen können. Und dieses Gefühl möchten die meisten Reisenden dann doch lieber ungestört genießen.