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Mai 2018
Finde hier die wichtigsten Do‘s und Don‘ts für das richtige Verhalten am FKK-Strand
FKK-Strände erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Besonders in Europa, Ozeanien sowie Nord- und Südamerika gibt es immer mehr Strände, an denen du dich unbekleidet aufhalten kannst, und die Zeiten, als dies nur etwas für „echte Nudisten“ war, sind lange vorbei. Immer mehr Reisende sehen die Vorteile eines Nackturlaubs und viele machen den ersten Schritt, nachdem sie ein Hinweisschild auf einen textilfreien Strand gesehen haben.
Dabei tauchen natürlich einige Fragen auf, da es die meisten Menschen nicht gewohnt sind, in der Öffentlichkeit nackt zu sein:
Wo darf ich hinschauen?
Wie bewege ich mich?
Was ist, wenn ich etwas Dummes mache?
Um dir den ersten Schritt etwas zu erleichtern, stellen wir dir hier die geltende Etikette vor.

01
Den richtigen Strand wählen
Das klingt naheliegend, aber hierbei sind schon vielen Fehler unterlaufen. Abgesehen von den sehr bekannten FKK-Resorts in Cap d’Agde in Frankreich oder Vera Playa in Spanien ist Nacktheit selten am ganzen Strand erlaubt. In der Regel gibt es Hinweisschilder, die den textilfreien Strandabschnitt kennzeichnen. Achte also darauf, dich auf der richtigen Seite aufzuhalten. Außerdem besteht ein Unterschied zwischen offiziellen und inoffiziellen FKK-Stränden. In Griechenland gibt es beispielsweise nur fünf offizielle Nudistenstrände, aber mehr als einhundert inoffizielle. Dort wird Nacktheit üblicherweise akzeptiert, aber dies hängt auch sehr von den anderen Besuchern ab. Insbesondere in der Hauptsaison können sich dort viele bekleidete Gäste aufhalten und dann fühlst du dich vielleicht fehl am Platz.
An manchen Stränden kann man bekleidet oder textilfrei sein („clothing optional“), an anderen muss man nackt sein. An ersteren hast du also die Wahl, was du anlässt oder ausziehst, an den anderen darf tatsächlich keinerlei Bekleidung getragen werden.
Wenn du das erste Mal an einen FKK-Strand gehst, solltest du dich unbedingt für einen offiziellen entscheiden. Ob du einen „Clothing optional“-Strand wählst oder einen nur für Nudisten, bleibt dir überlassen. Vielleicht ist es ganz praktisch, zu wissen, dass du dich nicht ausziehen musst, falls dir das noch unangenehm ist. Aber denk daran: Je länger du wartest, desto schwerer wird es.

02
Schauen, aber nicht glotzen
Nun bist du also das erste Mal von Dutzenden, wenn nicht sogar Hunderten von nackten Menschen umgeben. Du hast das Gefühl, von allen Seiten beobachtet zu werden, weißt nicht, wohin du schauen sollst und hältst deswegen deine Augen auf den Sand zu deinen Füßen gerichtet. Das ist aber überhaupt nicht notwendig. Sieh dich ruhig um, schau, wer noch da ist und was die anderen so tun. Du wirst feststellen, dass niemand dich sonderlich beachtet.
Ähnlich wie an einem Textilstrand solltest du niemanden ungeniert anstarren. Kein Mensch möchte das Gefühl haben, von oben bis unten gemustert zu werden.
Wenn dich jemand in ein Gespräch verwickelt, versuche, Augenkontakt zu halten, auch wenn da gerade ein Nackter vor dir steht. Natürlich werden deine Augen abschweifen und es ist nichts Schlimmes dabei, einen kurzen Blick zu riskieren. Bemüh dich einfach, zu 95 % in die Augen deines Gegenübers zu blicken.
03
Kein Sex am Strand
Manche Menschen verbinden Nacktheit immer noch mit Sex und sind daher der Meinung, es sei in Ordnung, an einem FKK-Strand Sex zu haben. Das stimmt aber nicht. An textilfreien Stränden hat das Nacktsein nichts mit Sex zu tun und sexuelle Handlungen sind streng verboten oder zumindest nicht gern gesehen. Natürlich könnt ihr Händchen halten, kurz miteinander kuscheln, euch küssen oder gegenseitig mit Sonnencreme einreiben. Dabei sollte es aber auch bleiben.

04
Mitbringen: Sonnencreme, Handtuch und Schuhe
Sonnencreme ist ziemlich offensichtlich, denn manche Körperteile sind im Alltag selten der Sonne ausgesetzt und daher besonders empfindlich. Natürlich willst du so schnell wie möglich eine nahtlose Bräune, aber beim Abendessen wird es eher ungemütlich, wenn du am Hintern einen Sonnenbrand hast.
Ein Handtuch brauchst du, um den Sand von Orten fernzuhalten, wo du ihn definitiv nicht haben willst. Es ist aber auch aus hygienischen Gründen sinnvoll, falls es am Strand eine Bar oder ein Restaurant gibt. Unter Nudisten gilt, dass sich immer etwas zwischen Körper und Stuhl befinden sollte.
Schuhe sind praktisch, weil textilfreie Strände häufig ziemlich abgeschieden sind. Vielleicht musst du durch einen Wald laufen oder über Felsen klettern, um dorthin zu gelangen. Als Belohnung warten einige der unberührtesten Strände der Welt auf dich.
05
Keine visuellen Souvenirs
Heutzutage werden überall Selfies gemacht, insbesondere im Urlaub. Dein erster Besuch an einem FKK-Strand ist natürlich ein besonderes Erlebnis und bevor du dich versiehst, hast du bestimmt dein Smartphone in der Hand. Ein Selfie zu machen ist kein Problem, solange nur du selbst darauf bist. Niemand sonst möchte nackt in deinem Fotoalbum oder auf deiner Facebook-Seite zu sehen sein. Mach ein paar Selfies und pack dein Smartphone dann weg, um die Landschaft zu genießen.
Als Fotograf mit Spiegelreflexkamera und großem Teleobjektiv kommst du sicher an vielen Orten leicht mit Menschen ins Gespräch. Nudistenstrände zählen jedoch nicht dazu.
06
Abstand halten
An normalen Stränden ist es nicht ungewöhnlich – insbesondere in der Hauptsaison –, dass die Besucher dicht an dicht nebeneinander liegen. FKK-Strände sind in der Regel weniger überlaufen, daher solltest du etwas Abstand zu deinen Nachbarn halten. Lass einen oder zwei Meter Platz zum nächsten Handtuch.
Textilfreie Strände und andere Orte für Nudisten bilden häufig einen sozialen Rahmen. Da alle Menschen dort etwas gemeinsam haben, kommt man viel leichter ins Gespräch. Allerdings fühlen sich nicht alle gleich wohl dabei, nackt zu sein, insbesondere am Anfang. Wenn sich jemand ganz an den Rand des Strands zurückzieht, will er wahrscheinlich nicht an deinem Barbecue teilnehmen.
Viel Spaß!
Zusammen mit anderen nackt zu sein ist etwas ganz Neues für dich und ein großer Schritt heraus aus deiner Komfortzone. Sieh es als Chance! Genieß die Freiheit, den Wind auf deinem ganzen Körper, das erste Nacktbaden und werde nahtlos braun. Du wirst dich bald fragen, warum du nicht schon früher auf die Idee gekommen bist, einen textilfreien Strand zu besuchen.
