
April 2026
Lass dich bei einem Spaziergang am Seineufer in die Vergangenheit zurückversetzen, um mehr über die zehn berühmtesten Brücken von Paris zu erfahren
Paris wäre nicht Paris ohne seine Brücken – aber wie gut kennst du sie? Die zwei Ufer der französischen Hauptstadt an der Seine sind durch 37 Brücken miteinander verbunden. Hier sind die zehn berühmtesten von ihnen, von Westen nach Osten: Pont Mirabeau, Bir-Hakeim, Alma, Alexandre III, Concorde, Royal, Pont des Arts, Pont Neuf, Tournelle und Charles-de-Gaulle. Ob sie aus Gusseisen, Beton oder Stein errichtet oder mit Statuen versehen wurden – die Brücken sind nicht nur eine enorme Bereicherung für Paris, sondern spiegeln die Geschichte und das architektonische Erbe der Stadt wider. Sie nehmen dich mit auf eine Reise durch die Zeit.

01
Pont Mirabeau: die poetischste
15. Arrondissement
„Unterm Pont Mirabeau fließt die Seine dahin; unsre Liebe auch …“
Die Kunst ist einer der Gründe, warum sich die Brücken von Paris so hoher Berühmtheit erfreuen. Das bekannte Gedicht von Guillaume Apollinaire „Unterm Pont Mirabeau“, verfasst im Jahr 1913, wurde in die Wand der Brücke eingraviert und wird in Liedern von vielen Künstlern aufgegriffen. Die Metallkonstruktion mit drei Rundbögen verbindet die Gebäude am Ufer der Seine im 15. Arrondissement mit der Place de Barcelone im 16. Arrondissement. Sie wurde mit vier Bronzeskulpturen von Jean-Antoine Injalbert versehen, die die Stadt Paris, den Handel, die Schifffahrt und den Wohlstand repräsentieren.

02
Pont de Bir-Hakeim: mit Blick auf den Eiffelturm
15. Arrondissement
Der Pont de Bir-Hakeim ist aufgrund seiner zwei Stockwerke recht außergewöhnlich. Eine Ebene ist für die Linie 6 der Métro vorgesehen, während die untere für Autos und, auf der mittleren Fahrbahn, für Radfahrer reserviert ist. Ganz oben wirst du mit einem wunderschönen Blick auf den Eiffelturm belohnt. Du kannst deinen Spaziergang von der Mitte der Brücke über die Île aux Cygnex am Seine-Ufer fortsetzen, woraufhin du zum Pariser Abbild der Freiheitsstatue gelangst, das sich am Pont de Grenelle befindet. Doch was bedeutet der Name „Bir-Hakeim“ eigentlich? Er verweist auf einen strategischen Stützpunkt in der libyschen Wüste, wo sich die freifranzösische Armee in der Schlacht von 1942 ein heroisches Verteidigungsgefecht mit den deutschen Truppen lieferte.

03
Pont de l’Alma: ein Zuave und eine Prinzessin
8. Arrondissement
Die Brückenkonstruktion wurde 1856 von Napoleon III. eingeweiht und ist für ihren berühmten Zuaven bekannt, an dem man in Paris traditionell den Wasserpegel der Seine misst. Diese Steinstatue zollt den Soldaten Tribut, die im Krimkrieg (1853-1856) und insbesondere in der Schlacht an der Alma kämpften. Seit 1997 ist der Tunnel unter der Pont de l’Alma für den tragischen Autounfall berühmt, bei der die beliebte Prinzessin Diana zu Tode kam. Über dem Tunnel befindet sich die Flamme de la Liberté, eine lebensgroße Nachbildung der Flamme der Freiheitsstatue. Wenn du einen besonders guten Ausblick auf die Brücke genießen möchtest, buchst du ein Hotel im 7. Arrondissement.

04
Pont Alexandre III: die kaiserliche
8. Arrondissement
Der Pont Alexandre III macht seinem namensgebenden Kaiser alle Ehre und wurde anlässlich der Weltausstellung von 1900 erbaut. Die avantgardistische Architektur, die Verzierungen im Barockstil und die geografische Lage machen sie zu einer der bekanntesten Brücken der Hauptstadt. Sie verbindet den Grand Palais mit der Esplanade des Invalides. Die Brücke besteht aus einer Metallkonstruktion und einem einzelnen Bogen und wurde mit 32 Bronzekronleuchtern versehen, die sie bei Nacht in ein wunderschönes Licht tauchen. Ihr besonderes Merkmal sind die vier vergoldeten Bronzedarstellungen eines Pegasus, der von der Göttin des Ruhms an den Zügeln gehalten wird, sowie kleinere Skulpturen von Kindern, die einen Löwen führen. Mit einer Breite von 40 Metern und einer Länge von 150 Metern ist sie die breiteste Brücke von Paris.

05
Pont de la Concorde: die revolutionäre
7. Arrondissement
Sie wurde 1790 aus den Steinen der Festung Bastille errichtet, die nach der französischen Revolution zerstört wurde. Ihr ursprünglicher Name war Pont Louis XVI, zwischen 1792 und 1795 hieß sie Pont de la Révolution und erst 1830 erhielt die Konstruktion ihren aktuellen Namen Pont de la Concorde. Die zwölf Statuen von vier Ministern, vier Feldherren und vier Marineoffizieren, die während der Restauration auf der Brücke aufgestellt wurden, ließ man später aufgrund ihres hohen Gewichts wieder entfernen. Die Brücke verbindet den Quai des Tuileries mit der Place de la Concorde.

06
Pont Royal: die Brücke für mehr Sicherheit
7. Arrondissement
Nach einem Bootsunfall während einer Seine-Durchfahrt entschied Louis XIII, diese Brücke zu errichten. Ihren Namenszusatz „Royal“ erhielt sie, weil sie zum Palais des Tuileries führt. Sie ist die drittälteste Brücke der Stadt (1689) – nach Pont Neuf und Pont Marie – und gilt als historisches Denkmal. Auffällig an der Pont Royal ist, dass sie im Vergleich zu anderen Brücken nur schlicht verziert ist. Sie wurde 1903 in Form eines Öl-auf-Leinwand-Gemäldes von Camille Pissaro festgehalten, das im Petit Palais betrachtet werden kann.

07
Pont des Arts: romantisch und doch zerbrechlich
6. Arrondissement
Paris ist die Hauptstadt der Liebe und die Balustraden des Pont des Arts wurden von vielen Paaren dazu genutzt, ihre Liebe mithilfe von Vorhängeschlössern zu besiegeln. 2015 wurde diese geballte Liebe jedoch zu schwer und die erste Metallbrücke der Stadt, die Napoleon in Auftrag gegeben hatte, brauchte Schutz. So wichen die alten Geländer neuen Glaswänden, die man von Straßenkünstlern verzieren ließ. Die gusseiserne Konstruktion, die ohnehin durch die Bombardements der zwei Weltkriege geschwächt war, brach 1979 zusammen und wurde 1984 wieder aufgebaut. Ihren Namen verdankt die Brücke dem benachbarten Palais des Arts – heute eher unter dem Namen Louvre bekannt. Wer schon einmal hier ist, sollte die Gelegenheit nutzen, eines der berühmten Museen der Hauptstadt zu besichtigen.

08
Pont Neuf: die älteste
6. Arrondissement
Auch wenn der Name der Brücke anderes vermuten lässt, ist Pont Neuf oder „Neue Brücke“ westlich der Île de la Cité die älteste Brücke in Paris. Sie wurde Ende des 16. Jahrhunderts errichtet und war die erste die Seine komplett überspannende Brücke, die erste aus Stein und auch die erste, die mit einem Gehweg für Fußgänger versehen wurde. Die Statue von Heinrich IV. musste geschützt werden, da auch hier etliche Paare über Jahre hinweg ihre Liebesschlösser anbrachten. Aus Sicherheitsgründen wurden die 40 Tonnen (!) schweren Schlösser jedoch 2018 entfernt und daraufhin versteigert. Der Pont Neuf wurde 1872 vom Künstler Pierre-Auguste Renoir auf Leinwand gemalt.

09
Pont de la Tournelle: ein Blick auf Notre-Dame
4. Arrondissement
Die Statue der Schutzpatronin Genoveva von Paris ist gleichzeitig die Hüterin des Pont de la Tournelle. Sie wurde von Paul Landowski entworfen und wacht über die Brückenkonstruktion, die das linke Ufer mit Île Saint-Louis verbindet. Übrigens: Da entschieden wurde, dass die Heilige nicht zur Kathedrale Notre-Dame blicken, sondern ihr den Rücken weisen sollte, boykottierte der verzweifelte Bildhauer 1928 die Einweihung.
Suche die Brücke am besten bei Einbruch der Dunkelheit auf, um den atemberaubenden und sicherlich einen der besten Ausblicke auf Notre-Dame zu genießen!

10
Pont Charles-de-Gaulle: die modernste
13. Arrondissement
Ihr modernes Design sticht aus dem restlichen Stadtbild im Umkreis der Seine etwas heraus. Zwischen Bercy und der Bibliothèque Nationale de France ist sie mit ihrer weißen Brüstung und den Stahlflügeln eigentlich kaum zu übersehen. Die Brücke wurde zwischen 1993 und 1996 von den Architekten Arretche und Karasinsky entworfen. Neben einer 18 Meter breiten Einbahnstraße ist sie mit Fahrradwegen und angehobenen Bürgersteigen versehen, sodass sich Fußgänger gefahrlos bewegen können.
Schon gewusst?
Heutzutage werden Brücken als Verbindungsglied zwischen zwei Orten genutzt, doch im Mittelalter wurden sie mit Geschäften und Häusern bebaut, was sich als nicht sehr praktisch erwies. Um die zahlreichen Kanäle überqueren zu können, wurden in Paris zudem 49 Fußgängerbrücken errichtet, wie etwa die über den Canal Saint Martin, den Canal de L’Ourq oder den Canal de La Villette.
Unterkünfte in Paris
Um mehr über die Seine und ihre Brücken herauszufinden, wähle ein Hotel in Paris, das sich unweit der Flussufer befindet.
