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    Kultur

    Auf den Spuren von Vincent van Gogh in Arles

    Februar 2018

    Bei diesem Rundgang durch Arles erlebst du die Orte und Eindrücke, die van Gogh einst zu seinen wichtigsten Werken inspiriert haben

    Die Stadt Arles in der Provence spielte für den berühmten Maler Vincent van Gogh eine wichtige Rolle – sowohl für sein kreatives Schaffen als auch für sein Privatleben. Inspiriert vom außergewöhnlichen Licht in der Gegend hat er hier seinen unverkennbaren Stil perfektioniert und bekannte Werke fertiggestellt. Während seines Aufenthalts entstanden mehr als 300 Gemälde und Zeichnungen. In diesem Artikel nehmen wir dich mit auf eine Reise zu den Lieblingsplätzen des Künstlers in Arles und zeigen dir, welche Orte und Eindrücke den Maler geprägt haben.

    01

    Das gelbe Haus

    Als Vincent van Gogh am 20. Februar 1888 in Arles ankam, war er begeistert von der Schönheit und vom faszinierenden Licht der Provence. Gefesselt von der südländischen Landschaft und den eindrucksvollen Farben bezog er sein Domizil in einem gelben Haus, das er später in einem gleichnamigen Bild verewigte.

    In diesem Haus im Viertel La Cavalerie mietete van Gogh vier Zimmer, die ihm als Atelier dienen sollten. Er träumte davon, dort eine avantgardistische Künstlergemeinschaft ins Leben zu rufen. Während der Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude leider zerstört.

    02

    Das Schlafzimmer von Vincent van Gogh

    Van Gogh malte drei Versionen seines Schlafzimmers im gelben Haus. Das Gemälde, bei dem das große Holzbett besonders hervorsticht, ist eines seiner bekanntesten Werke. Die erste Version befindet sich im Van Gogh Museum in Amsterdam. Hier ist das markante Bett in einem für den Maler typischen Sonnenblumengelb gehalten.

    Bei der zweiten Version, die im Art Institute of Chicago ausgestellt ist, wirken die Farben etwas blasser und das Bett ist eher bräunlich. Die dritte und kleinste Version orientiert sich wieder an den Originalfarben. Das Bild war einst ein Geschenk von van Gogh an seine Schwester und kann heute im Musée d’Orsay in Paris bestaunt werden.

    03

    Die Freundschaft van Goghs zu Paul Gauguin

    Van Gogh war mit dem Maler Paul Gauguin befreundet, dessen Besuch in Arles er kaum erwarten konnte. Gauguin traf im Oktober 1888 in seinem gelben Haus ein und blieb dort etwas mehr als zwei Monate. Leider kam es zwischen den beiden Künstlern zu Meinungsverschiedenheiten. Gauguin war mit dem ausschweifenden Lebensstil von van Gogh nicht einverstanden, der Prostituierten nicht abgeneigt war und mit Geld nicht umgehen konnte. Außerdem waren die beiden auch in Sachen Kunst oft nicht einer Meinung.

    Für Gauguin basierte das künstlerische Schaffen auf der eigenen Vorstellungskraft. Van Gogh wiederum ließ sich oft von der Natur inspirieren. Gaugin verließ den Ort nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit van Gogh, der ihn mit einem Messer bedrohte. Kurz zuvor hatte sich der Maler ein Stück seines linken Ohrs abgeschnitten – ein trauriges Zeichen für seine fortschreitenden psychischen Probleme.

    04

    Die Place du Forum und das Café Le Soir

    Bei seinen abendlichen Spaziergängen besuchte van Gogh gern die belebten Straßencafés, in denen sich das Nachtleben von Arles abspielte. Solche Momente inspirierten ihn zu Werken wie Caféterrasse am Abend. Das berühmte Café Le Soir an der Place du Forum gibt es noch immer. Hier kann man sich vorstellen, wie der Maler auf der Suche nach neuen Motiven für seine Werke einst durch die Gassen des Viertels streifte.

    Ihm zu Ehren wurde sogar eines der Cafés detailgetreu wie in seinen Werken gestaltet, was zahlreiche Besucher und Einheimische anlockte, um sich entweder auf der Terrasse ein Heißgetränk zu genehmigen oder einfach nur ein Foto der symbolträchtigen Fassade zu schießen. Das Café selbst ist mittlerweile wegen rechtlicher Probleme geschlossen, bewundern kannst du es aber immer noch.

    05

    Die Uferpromenade an der Rhone und andere Lieblingsplätze von Vincent van Gogh

    Van Gogh liebte Spaziergänge in Arles und Umgebung. Insbesondere die Uferpromenade an der Rhone, die einen fantastischen Blick auf die Altstadt bietet, die Brücke von Trinquetaille und die alte Mühle in der Rue Mireille hatten es ihm angetan.

    Heute können Besucher diese Orte auf einer markierten Route im Rahmen eines Stadtrundgangs erkunden. Wer die Uferpromenade entlangwandern möchte, sollte sich allerdings vorher einen Teilabschnitt aussuchen, denn der komplette Weg kann bis zu fünf Stunden dauern.

    06

    Auf den Spuren von van Gogh durch die Nacht

    Bei seinen Spaziergängen am Abend beobachtete van Gogh gern den Nachthimmel, die Sterne und die Umgebung im fahlen Mondlicht. Das Motiv des Sternenhimmels ist übrigens in vielen seiner faszinierendsten Werke zu sehen. Van Gogh beschrieb seine Spaziergänge, Projekte und Werke in Briefen an seinen Bruder Theo. Vor allem eine Sache ließ ihn nicht los: der Drang, die Nacht und die funkelnden Sterne zu zeichnen. Oft wurden in den Briefen die Farben und die Bewegungen beschrieben.

    Im September 1888 vollendete er sein Werk Sternennacht über der Rhone, wo sich das Licht der nächtlichen Straßenbeleuchtung im Wasser spiegelt. Dieses Gemälde bietet bereits einen Vorgeschmack auf das berühmte Werk Sternenhimmel, das er ein Jahr später bei seinem Aufenthalt in der Heilanstalt in der Abteil Saint-Paul-de-Mausole von seinem Fenster aus malte.

    07

    Das Hinterland von Arles in den Werken von van Gogh

    Neben der Stadt selbst begeisterte sich van Gogh während seines Aufenthalts in Arles vor allem auch für das malerische Hinterland mit seinen Sonnenblumenfeldern, Obstwiesen, Brücken und charakteristischen Häusern. Er verbrachte viel Zeit draußen, um seine typischen in Gelb- und Blautönen gehaltenen Landschaften zu malen.

    Auch heute noch eignet sich das als Terre d’Argence bekannte Hinterland, das sich zwischen Arles, Avignon und Nîmes erstreckt, bestens für ausgedehnte Spaziergänge oder Radtouren in der provenzalischen Landschaft. Der französische Name leitet sich übrigens von den silbern schimmernden Blättern der Pappeln ab, die die Ufer der Rhone säumen.

    08

    Brücke von Langlois oder Van-Gogh-Brücke

    Bei seinen Spaziergängen beobachtete van Gogh aufmerksam bestimmte Zugbrücken in Arles, beispielsweise die Brücke von Langlois, die im Volksmund heute auch als Van-Gogh-Brücke bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine Klappbrücke mit zwei Brückenteilen über den Schifffahrtskanal Canal d’Arles à Bouc. Der Maler war deshalb so von dieser Brücke begeistert, weil sie ihn an die zahlreichen Kanäle in den Niederlanden erinnerte. Van Gogh malte dieses Motiv mehr als zehn Mal.

    Interessanterweise sind die von van Gogh gezeichnete Brücke und die, die sich heutzutage einige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt befindet, nicht identisch. Das heutige Modell ist eine Nachbildung der ursprünglichen Brücke von Fos.

    09

    Die Alyscamps

    Während ihrer gemeinsamen Zeit in Arles besuchten van Gogh und Paul Gauguin die antike Nekropole Alyscamps mit ihren Steinsarkophagen unter einer Platanen-Allee. Die romanische Stätte inspirierte van Gogh zu zwei großartigen Werken mit Pappelmotiven sowie zur herbstlichen Darstellung Fallende Blätter. Die Alyscamps inspirierten auch Gauguin zu einem Gemälde.

    Hier lässt sich der unterschiedliche künstlerische Ansatz der beiden Maler hervorragend vergleichen. Während Gauguin die Ruinen malte, konzentrierte sich van Gogh auf die Pappelallee. Dieser unterschiedliche Betrachtungswinkel unterstreicht einmal mehr, wie verschieden die beiden Künstler waren.

    10

    Die Fondation Vincent Van Gogh

    Eine Reise nach Arles auf den Spuren von van Gogh wäre nicht komplett ohne einen Besuch in der Fondation Vincent Van Gogh. Dieses Kunstmuseum würdigt seine Werke und die Einflüsse auf die moderne Kunst, was sich besonders an einer Zahl festmachen lässt: Insgesamt 90 namhafte Künstler folgten einst dem Ruf des Museums, als Tribut an Vincent van Gogh ein Werk zu schaffen und hier auszustellen.

    Neben der umfassenden Sammlung gibt es hier auch zahlreiche Aktivitäten für Jung und Alt, beispielsweisen Filmvorführungen, Führungen oder Workshops.

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