Wir von blog.expedia haben uns mit ihm im Berliner Kino Intimes verabredet, um mehr über seine Reisen und Sexabenteuer zu erfahren. Laut Thilos Facebook-Seite ist er erst kurz vorher aus Thailand zurückgekommen. Etwa 30 Minuten zu spät kommt er angehetzt und entschuldigt sich für sein Outfit, hellgrünes T-Shirt zu kurzer Hose, Jute-Beutel und Zigarette zwischen seinen Fingern. Sieht doch gut aus. Da er im Intimes - der Name passt doch irgendwie gut zu ihm - bereits seit 16 Jahren Stammkunde ist, bringt ihm die Kellnerin auch ohne Bestellung seinen Milchkaffee.

Blog.expedia: Wie viele Länder hast du bis dato bereist?

Thilo Mischke: Ich bin in 50 Ländern gewesen. Das 50zigste Land war Ruanda, Ostafrika. Das ist ein Dritte-Welt-Land, was sich sehr viel Mühe gibt, bekömmlich zu sein. Einmal im Monat gibt es einen staatlich diktierten Putztag. Dann heißt es für alle: Aufräumen! Das ganze Land ist auf den Beinen, buddelt und baut Schulen. Papiertüten sind verboten, was ich für sehr fortschrittlich halte. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt, bis auf die ständige Angst vor Malaria.

Blog.expedia: Bist du nicht dagegen geimpft?

Thilo Mischke: Nein, das mache ich nicht mehr. Auf Lariam habe ich Depressionen bekommen. Die Prophylaxe hat mich so umgehauen, dass ich mich am liebsten ins Meer gestürzt hätte. Auch auf das Medikament Malarione habe ich irre Träume bekommen und Fledermäuse in meinem Schlafzimmer fliegen sehen. Jetzt benutze ich nur noch Mückenspray.

Blog.expedia: Wonach wählst du deine Reiseländer aus?

Thilo Mischke: Der Job bestimmt, wohin es geht. Ich würde aber überall gerne hin. Außer vielleicht dort hin, wo Kopfgelder auf Journalisten ausgesetzt sind.

Blog.expedia: Wenn du nur noch einmal verreisen dürftest, wohin würde es gehen?

Thilo Mischke: Das ist schwer. Ich fahre sehr gerne nach Brandenburg. Dort habe ich als Kind schon gespielt und meinen 30igsten Geburtstag mit meinen Kumpels gefeiert. Aber wenn ich nur noch einmal verreisen dürfe, wäre es Island. Da fliege ich so oft hin wie möglich. Da sind wenig Menschen, viele alte Leute die ich sehr mag und dort werde ich nicht behandelt.

Blog.expedia: Behandelt?

Thilo Mischke: Damit meine ich, dass mir niemand eine Fahrt mit dem Bus zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten verkaufen will. Man wird in Ruhe gelassen. Ich erkunde nämlich lieber alles auf eigene Faust.

Blog.expedia: Was machst du dann am liebsten im Urlaub?

Thilo Mischke: Käfer sammeln. Daher wohne ich meist direkt am Waldrand. Mein Lieblingskäfer ist der Laternenkäfer, weil der so eine wunderschöne Nase hat. Leider gibt es kein professionelles Käfersammel-Equipment. Daher habe ich immer eines für Kinder dabei, mit Lupe, Behälter und Greifzange. Wenn ich nicht weiß, welches Exemplar ich gerade vor mir habe, hilft mir die Community der App von "Project Noa" weiter. Danach lasse ich die Tiere wieder frei.

Blog.expedia: Hast du ultimative Reisetipps für Island?

Thilo Mischke: Den Berg Snæfellsjökull sollte man gesehen haben, in dem Jules Verne den Mittelpunkt der Erde vermutet hat. Ganz in der Nähe, im Örtchen Hellisandur, kann man im Anschluss ganz fantastisch Lachs essen. Samt Blick aufs Meer, in dem man nicht baden kann, weil man entweder erfrieren oder ertrinken würde. Party wird dagegen in der Hauptstadt Reykjavik gemacht. Dort feiern junge Leute und Hipster in den coolen Clubs, in denen alle immer fürchterlich betrunken sind. Wer Ende Oktober, Anfang November nach Island fliegt, sollte das Icelandairwaves-Festival nicht verpassen. Da gibt es viele tolle Flugangebote . Auf dem Festival, was eher ein Barhopping ist, treten bekannte Künstler wie Björk auf oder - ganz nach meinem Geschmack - Modeselektor. Und bevor ich zurückfliege, ist immer ein Besuch der Blauen Lagune Pflicht, dem Thermalfreibad bei Grindavik. Das liegt ganz praktisch auf dem Weg zum Flughafen. Wer in den heißen Quellen war, kommt mit struwweligen Haaren heraus und schläft im Flieger garantiert sofort ein.

Blog.expedia: Probierst du auch kulinarisch viele einheimischen Speisen aus?

Thilo Mischke: Ja, klar. In Island habe ich zum ersten Mal Wal probiert. Schmeckt wie Steak, unfassbar zart und lecker. Obendrauf gibt es dazu noch das schlechte Gewissen. Kulinarisch probiere ich gerne aus, wovor ich mich ekle. Außer Tintenfisch und Tomate, die mag ich nie. In Kenia habe ich sogar mal eine gebratene Bauchspeicheldrüse vom Schwein gegessen, die besonders eklig war.

Blog.expedia: Reist du einfach drauf los oder blätterst du vorab im Reiseführer?

Thilo Mischke: Reiseführer. Unbedingt. Am liebsten die von Lonely Planet. Aber nur die Englischen, die anderen sind doof. Meinem Vater gehört eine Buchhandlung (Atlantis), er gibt mir zum Reiseführer immer noch eine altmodische, aber praktische Landkarte mit. Oft sagt er über meine Reiseziele, da fährt man doch nicht hin, das ist doch viel zu gefährlich.

Blog.expedia: Was sagen sie dazu, das du so viel unterwegs bist?

Thilo Mischke: Meine Eltern bedauern, dass sie früher nicht so viel reisen konnten. Ich erinnere mich aber noch ganz genau an jeden einzelnen Urlaub. Es war 1990, kurz nach der Wende, als ich mit meinen Eltern und der Oma in meinen ersten und letzten Cluburlaub geflogen bin. Die Reise ging nach Gran Canaria und meine Oma hat sich dort heimlich eine verbotene Krokodillederhandtasche gekauft. Da ich jetzt beruflich im Wochenturnus in der Welt unterwegs bin, befinde ich mich regelrecht im Reiserausch. Ich hoffe das nutzt sich nicht ab.

Blog.expedia: Im Reiseführer steht aber nicht, wie Mann eine Frau im Urlaub kennenlernt. In deinem Buch "In 80 Frauen um die Welt" bist du gereist, um genau das zu tun. Hattest du eine Strategie?

Thilo Mischke: Ich hatte nie eine Strategie, sondern stehe einfach nur rum. Oft angetrunken. Ich komme aufgrund meiner Unsicherheit mit den Frauen ins Gespräch und weil ich so doof gucke. Was übrigens nicht im meinem Buch steht: In Thailand hatte ich einen schweren Motorradunfall. Ich hatte meinen Arm eingebunden und mein Gesicht war zerkratzt. Vielleicht sollten sich Männer einfach eine Schlinge um den Arm binden und es so probieren, ohne Unfall natürlich. Darauf haben mich echt viele Frauen angesprochen.

Blog.expedia: Gibt es ein No-Go beim Flirten?

Thilo Mischke: Ficken sollte nie auf der Stirn stehen, also nie - und das gilt für Frauen und Männer - mit einem Bedürfnis an die Person herantreten, das finde ich eklig. Man sollte in der Lage sein, seine körperlichen Bedürfnisse nicht in sein Gespräch einfließen zu lassen. Generell sollte man sich immer viel Zeit mitbringen, um sich kennen zu lernen, egal in welchem Land man ist. Aber übrigens: Weit weg reisen muss man überhaupt nicht, wenn man jemanden kennen lernen will.

Blog.expedia: Nein? Wo ist es denn am einfachsten?

Thilo Mischke: In Deutschland, vor allem in Berlin, ist es am einfachsten. Die Hauptstadt ist wie ein Puff. Sehr einfach ist es auch in Südamerika. In Argentinien war es leicht, weil die Menschen dort Spaß am tanzen und küssen haben. In Rio dagegen wieder schwer. Es kommt immer auf die Benimmregeln und die Religion des jeweiligen Landes an. In Polen zum Beispiel ist man sehr katholisch, also immer erst mal vorsichtig sein! In Thailand wiederum ist es fast unmöglich eine Frau, die keine Prostituierte ist, ins Bett zu kriegen. Ich habe noch nicht und werde nie mit einer Prostituierten schlafen. In Thailand ist es einfacher, Touristinnen flach zu legen. Auch das Gerücht, in Japan wirst du als Europäer sofort vernascht, ist Quatsch. Dort habe ich stundenlang mit einer Frau in der Disco getanzt und dann durfte ich doch nicht ran, weil man das dort einfach nicht macht. Wenn Japanerinnen mal einen Penis aus Europa ausprobieren wollen gehen sie in Gaijin Clubs, also Ausländerclubs.

Blog.expedia: Ist denn der Sex im Ausland besser als zuhause?

Thilo Mischke: Klar, Sex im Urlaub ist besser, weil es einfach 50 Schippen interessanter ist.