Was ist Ikigai?

Der Begriff "Ikigai" bezeichnet eine japanische Lebensphilosophie. Dabei geht es darum, den eigenen Lebenssinn zu finden und im Leben etwas zu haben, wofür es sich aufzustehen lohnt. Ähnlich wie beim dänischen Hygge oder beim schwedischen Lagom richten sich die Menschen auch beim japanischen Ikigai-Konzept nach einer bestimmten Lebensphilosophie, um Glück und Zufriedenheit zu finden.Ikigai-1024x992.jpg

Foto Credit: Tanja Föhr via Flickr

Was bedeutet der Begriff "Ikigai"?

Das japanische Wort "Ikigai" bedeutet wörtlich übersetzt so viel wie "wofür es sich zu leben lohnt". Sinngemäß geht es bei diesem Lebensmodell also darum, seinem Leben Sinn zu verleihen und etwas zu finden, das einen erfüllt und zufrieden macht. Das Konzept besagt auch, dass jeder Mensch ein Ikigai hat, auch wenn er es vielleicht selbst noch nicht erkannt hat.ikigai-2-1024x683.jpg

Wie spricht man das Wort "Ikigai" aus und woher kommt der Begriff?

Die Aussprache des Wortes "Ikigai" (jap. 生き甲斐) ist nicht kompliziert. Es wird genauso ausgesprochen, wie es geschrieben wird: I-ki-gai.

Schon im 14. Jahrhundert tauchte der Begriff im historischen japanischen Epos Teiheiki auf, in dem es vor allem um kriegerische Auseinandersetzungen zur damaligen Zeit ging. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Ikigai immer in Zusammenhang mit dem Kaiser und der Nation verwendet. Der Begriff war bis dahin eng verknüpft mit Shinigai (死にがい), was etwa mit "wofür es sich zu sterben lohnt" übersetzt werden kann. In der heutigen Bedeutung ist er erst seit den 1960er Jahren gebräuchlich. Zu dieser Zeit fand in Japan ein Wirtschaftsboom statt und der Lebensstandard stieg. Somit begannen die Menschen damit, sich bewusst mit dem Sinn des Lebens zu beschäftigen. Im Wesentlichen geht es darum, welche Elemente das Leben lebenswert machen. Das können zum Beispiel Hobbys wie Malerei, Musik, Reisen, Gartenarbeit oder Sport, aber auch Familie und eine erfüllte Partnerschaft sein. Inzwischen hat das Konzept auch außerhalb Japans viele Anhänger gefunden. So forschen Wissenschaftler im Westen beispielsweise daran, warum es besonders auf der japanischen Insel Okinawa so viele Menschen gibt, die über 100 Jahre alt werden. Ob es unter anderem vielleicht auch an Ikigai liegt?

Wie findet man sein Ikigai?

Wenn man sein Ikigai finden möchte, sollte man zunächst in sich hineinhorchen. Dabei sollte man sich vor allem über vier Bereiche Gedanken machen: Passion, Mission, Berufung und Beruf. Dieser Prozess ist sehr individuell. Schließlich gibt es für Glück und Zufriedenheit kein Patentrezept und jeder Mensch hat andere Fähigkeiten und Interessen. Im Allgemeinen geht es einfach darum, was man leidenschaftlich gern tut, welche Talente man besitzt, wie man damit die Welt bereichern kann und ob es möglich ist, das Ganze beruflich umzusetzen und sich für das, was man gut kann, bezahlen zu lassen. Sind diese vier Bereiche ausgeglichen, hat man sein persönliches Ikigai gefunden.