
Von Brenna Holeman
April 2026
Beim Einkaufen in Marrakesch fühlst du dich wie in Tausendundeiner Nacht. Wo du die besten Schnäppchen machen kannst, erfährst du hier
Die Stadt Marrakesch überwältigt die Sinne auf die beste Art und Weise. Als eine der bekanntesten Städte Marokkos steht sie für bunte Wolle, die zum Trocknen aufgehängt wurde, für Rot- und Gelbtöne sowie Majorelle-Blau, für die Wasserträger auf dem zentralen Marktplatz, wie sie ihre Becken schlagen, ebenso wie für die Fransen eines antiken Teppichs, das geschmeidige Leder neuer Schuhe, für den Geschmack von Orangen und aufgetürmte Tajines oder auch den Duft von Safran und Minze. Am besten lässt sich das alles erleben, indem man die Märkte erkundet.

Um den Hauptmarktplatz Djemaa el-Fna herum findest du ein Labyrinth aus Einkaufsstraßen, die hier als Souks bekannt sind. Obwohl früher in jeder Straße einem bestimmten Handwerk nachgegangen wurde, verschwimmen die Grenzen heute etwas mehr und viele Läden bieten eine größere Vielfalt an Produkten feil. Ob du nun ein typisch marokkanisches Souvenir suchst oder einfach nur herumschlendern möchtest – die Souks zählen zu den Highlights in Marrakesch.
Während die meisten Märkte täglich von 07:00 bis 18:00 Uhr geöffnet haben (und manche für Reisende sogar länger), sind die besten Zeiten zum Einkaufen der frühe Morgen und frühere Abend. Mittags kann es je nach Jahreszeit sehr heiß werden.
Mein Tipp: Hab keine Angst, dich ein wenig zu verirren. Schließlich weißt du nie, welche Schätze du entdecken kannst.
Auf allen aufgezählten Märkten musst du wahrscheinlich feilschen, um deinen Wunschpreis zu erhalten, aber mit etwas Geduld schafft man das. Auch wenn manche Händler bei ziemlich hohen Preise anfangen, ist es absolut in Ordnung, einen Preis auszuhandeln, der für dich akzeptabel ist. Biete im Allgemeinen zunächst die Hälfte seines Angebots und kommt euch dann weiter entgegen. Freundliches Verhandeln gehört zur Kultur und wird erwartet. Ich habe nach erfolgreichem Handeln oft einen Pfefferminztee mit den Ladenbesitzern getrunken.
Die Amtssprachen sind Arabisch und Amazigh (Berbersprachen). Französisch wird auch von vielen gesprochen und im Tourismus wird oft auch Englisch verstanden.

Schmuck wird in vielen Souks verkauft, doch einer der besten Orte, an dem du farbenfrohe Schmuckstücke finden kannst, ist der Souk Siyyaghin. Hier gibt es eine Reihe traditioneller, aber auch nachgebildeter Berber-Stücke wie Ringe, Ohrringe, Ketten, Armbänder und vieles mehr, einschließlich echtem Silber und Gold.
Viele Besucher kommen auf der Suche nach dem perfekten Teppich nach Marokko. Die größte Auswahl bietet die Criée Berbère, auch bekannt als der Souk Zrabia, am Rande des Gewürzplatzes. Ein paar der schönsten Muster weisen die antiken Berberteppiche auf, aber diese sind deutlich teurer als neue Exemplare (auch wenn sie immer noch günstiger sind als zu Hause).
Meine Empfehlung für den Teppichkauf ist es, viel Zeit mitzubringen, denn es ist nicht immer leicht, das passende Stück zu finden. Die Händler helfen dir jedoch gerne weiter, wenn du ihnen sagst, was du suchst.

Wenn dir nach einer Pause von dem scheinbar endlosen Netz aus Souks um die Medina ist, solltest du dich zum Rahba Kedima aufmachen, dem Gewürzplatz. Wie du dir bereits denken kannst, werden hier vor allem Gewürze verkauft, aber auch viele andere Waren wie Körbe, Spielsachen, Teppiche und Schmuck. Die Atmosphäre ist etwas entspannter, aber hier kannst du ebenso einige Einkäufe erledigen und noch in einem der Cafés einen frischen Minztee trinken.
Jeder, der schon einmal marokkanisches Essen probiert hat, weiß, dass es voller Geschmack steckt. Begib dich zum Mellah, dem jüdischen Viertel, um die Aromen in deine eigene Kochkunst einfließen zu lassen. Du findest hier beinahe jedes Gewürz, auch wenn Safran die Spezialität schlechthin ist. Wenn du kein großer Hobbykoch bist oder nicht feilschen willst, macht es trotzdem Spaß, über den Markt zu streunen und die berauschenden Düfte von Kardamom, Zimt und Cayennepfeffer zu genießen. Im Vergleich zu den Souks nahe des Djemaa el-Fna ist der Gewürzmarkt im Mellah deutlich ruhiger und ebenfalls der bevorzugte Ort der Einheimischen. Hier kannst du außerdem tolle Schnäppchen beim Schmuck entdecken.
Falls du etwas Ausgefalleneres sucht, solltest du dir den Flohmarkt von Marrakesch ansehen, den Bab el Khemis, der jeden Dienstag stattfindet. Dass du etwas Wertvolles finden, ist nicht garantiert – der Markt wird oft als Mischung aus Trödel und Kleinod beschrieben, in der man bereit sein sollte, zu wühlen. Doch wenn du ein wenig Zeit übrig hast und die Herausforderung nicht scheust, ist dies der geeignete Ort für dich.
Ob es Parfüm, Oliven, Hausschuhe, Teekannen, Räucherstäbchen, Ledertaschen oder irgendetwas Ähnliches ist, das du im Sinn hast – Marrakeschs Souks sind sicher chaotisch, aber auch sehr unterhaltsam. Ich kann dir nur raten, aufgeschlossen und abenteuerlustig zu sein sowie ein paar Dirham und einen guten Stadtplan dabeizuhaben.
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