An was denkt man als erstes, wenn man an das Essen in der Schweiz denkt? Käse und Schokolade? So verkehrt ist das natürlich nicht. Weder das eine noch das andere darf in einem Schweizer Haushalt fehlen.

Aber die Schweiz hat kulinarisch noch viel mehr zu bieten. So klein das Land ist, so verschieden sind die kulinarischen Spezialitäten in den unterschiedlichen Regionen und Kantonen! Und das nicht nur wenn es um Rösti und den sogenannten Röstigraben geht. (Unterschiede zwischen französischer und deutscher Schweiz)

26 Kantone, 4 Sprachen und das in einem Land, welches 8.5 Mal kleiner ist als Deutschland. Natürlich sind wir Schweizer, wenn es ums Essen geht, stark von unseren großen Nachbarländern beeinflusst. Aber wer kann Pizza, Pasta oder einem feinen Kartoffelsalat schon widerstehen? Aber es gibt auch unzählige typische Gerichte in der Schweizer Küche, welche man bei einer Reise in die Schweiz unbedingt probieren sollte!

Natürlich steht allem voran ein richtig gutes Käsefondue oder ein Raclette. Beides kommt ursprünglich übrigens aus der französischsprachigen Schweiz. Genauer gesagt aus dem Kanton Wallis. Der Schweizer genießt sein Fondue zwar am liebsten im Winter, am besten nach einem langen Tag auf der Skipiste, verschiedene Restaurants bieten Fondue und auch Raclette aber das ganze Jahr durch an. In Zürich gibt es im Winter sogar eine Oldtimer Fondue-Tram, in welchem man Käsefondue genießen und gleichzeitig eine Runde durch die hübsche Limmatstadt drehen kann. Ein absoluter Geheimtipp!

Fondue

Wer in die französischsprachige Schweiz, in die Romandie reist, entdeckt hier weitere typische Gerichte. So isst man in der Gegend um den Genfer-, Neuenburger- und Bielersee in vielen Restaurants typischerweise Fisch. Besonders Felchen, Forellen und Egli sind ganz hoch im Kurs und man sollte sie zusammen mit einem Glas Wein aus den wunderschönen heimischen Weinbergen, z.B. von Lavaux am Genfersee (übrigens ein UNESCO Weltkulturerbe) unbedingt genießen.

Weinberge Lavaux

In der ganzen Westschweiz sehr beliebt sind zudem Saucisson. Die aus Schweinefleisch hergestellten Rohwürste werden in einem Eintopf gern zusammen mit Bohnen serviert.

LittleCity.ch_Saucisson Schweizer Rezept

Von der französischen Schweiz reisen wir in die Deutschschweiz und passieren dabei den Röstigraben. Der Röstigraben bezeichnet etwas ironisch die Grenze zwischen der französischen und der deutschen Schweiz. Der Name kommt daher, dass das Kartoffelgericht Rösti in der Romandie kaum zubereitet wird. Wer jedoch nach Bern, Luzern, Basel und Zürich reist, muss in den meisten Restaurants mit Schweizer Küche nicht auf eine feine, knusprige Rösti als Beilage verzichten.

Wenn wir schon bei Zürich sind, das vielleicht bekannteste Zürcher Gericht ist ganz klar das Zürcher Geschnetzeltes mit Kalbfleisch, Champignons und Rahmsauce. Auch eines meiner liebsten Gerichte, natürlich am liebsten zusammen mit Rösti! Ein kulinarisches MUSS, wenn man die Schweiz besucht.

Geschnetzeltes

Wer in Zürich ist und so richtig chic Essen gehen möchte, der kehrt zum Beispiel bei der bekannten Schweizer Fernsehköchin Meta Hiltebrand (u.a. Kitchen Impossible mit Tim Mälzer) ein. Ihr Restaurant Le Chef befindet sich mitten im lebendigen Kreis 4. (http://www.restaurant-lechef.ch/)

LittleCity.ch_Restaurant Le ChefLittleCity.ch_Restaurant Le Chef_Essen

Oder man diniert hoch über den Dächern Zürichs! Im wunderschönen The Restaurant im bekannten The Dolder Grand Hotel, wo regelmäßig Stars und Sternchen wie Paris Hilton einkehren, genießt man Haute Cuisine auf höchstem Niveau. Dass dies aber auch seinen Preis hat, versteht sich wahrscheinlich von selbst. (https://www.thedoldergrand.com/dining.html)

LittleCity.ch_Dolder Grand The Restaurant_Zurich

Weiter geht es mit unserer kulinarischen Reise. Nächster Halt: Die Zentralschweiz! Dabei wird es wieder richtig urwüchsig. Auf keinen Fall verpassen darf man hier einen feinen Teller Älplermagronen. Ein typisches Gericht aus dem Schweizer Alpengebiet, bestehend aus Teigwaren, Käse, Zwiebeln, Kartoffeln und Rahm. Soul Food vom feinsten! In Berghütten und Bergrestaurants mit Hausmannskost findet man das Gericht in der Regel auf den meisten Speisekarten.

Wer in der Zentralschweiz einen Halt im hübschen kleinen Städtchen Zug macht, sollt sich übrigens unbedingt ein Stück Zugerkirschtorte zum Kaffee gönnen. Die Spezialität aus dem Kanton Zug bekommt man hier in fast jeder Bäckerei und in den meisten Cafés. Die Torte wird übrigens nicht wie man meinen könnte mit Kirschen, sondern mit dem Obstbrand Kirsch hergestellt. Ein Träumchen! Die vielleicht beste Zugerkirschtorte findet man in der Confiserie Speck. Bereits zwei Preise durfte die Bäckerei für ihre Torte entgegennehmen. (http://www.zugerkirschtorte.ch/)

Von der Zentralschweiz geht es weiter in den wunderschönen Süden der Schweiz. Wir passieren den Gotthard und landen im Sonnenkanton: Dem Tessin! Mein persönlicher Lieblingskanton. Hier ticken die Uhren etwas anders, man findet Palmen am Straßenrand, ein mediterranes Flair und alles geht etwas gemütlicher zu und her. La Dolce Vita eben! Neben typisch italienischen Gerichten findet man in der italienischen Schweiz unzählige rustikale Grottos, welche Tessiner Gerichte anbieten. Allen voran Polenta. Am besten zusammen mit einem Kaninchen- oder Rindsbraten.

Im Tessin befindet sich auch mein absolutes Lieblingsrestaurant: Das Grotto Baldoria in Ascona. Ein Restaurant der ganz anderen Art. Hier gibt es nur ein einziges Menu, welches sich seit vielen Jahren nie verändert hat. Man setzt sich hin und das Essen wird über sieben rustikale Gänge serviert - immer im gleichen Teller. Die Stimmung ist laut und unkompliziert und nicht selten kommt man mit dem Tischnachbar ins Gespräch. Und genau das macht das Grotto Baldoria so einmalig! Ein weiterer Pluspunkt: Das Preis-Leistungsverhältnis ist meiner Meinung nach eines des besten, welches man in der Schweiz findet. (http://www.grottobaldoria.ch/wb/index.php)

Grotto Baldoria

Den schönsten Sonnenuntergang im Tessin kann man bei einem Apéro im Restaurant Vetta auf dem Monte Bré oberhalb von Lugano genießen. Nicht umsonst entstanden von hier oben schon viele Bilder für Werbekampagnen! Die Aussicht ist zu jeder Tages- und Jahreszeit einfach gewaltig. Das darf man sich bei einem Besuch in Lugano auf keinen Fall entgehen lassen. (http://www.vetta.ch/)

Monte Bre

Last but not least geht es für uns nun noch in die Berge, und zwar nach Graubünden! Auch dieser Kanton hat kulinarisch so einiges zu bieten. Wie wäre es zum Beispiel mit einer typischen Bündnerplatte mit Bündnerfleisch, Rohschinken, Speck und Bündner-Salsiz (eine Art luftgetrockneter Salami) in einer rustikalen Berghütte? Besonders die aufwändig hergestellte Spezialität Bündnerfleisch darf man auf keinen Fall verpassen. Am besten gefolgt von einem leckeren Stück Bündner Nusstorte!

LittleCity.ch_BundnerfleischLittleCity.ch_Salsiz

Urtypisch für Graubünden sind auch Pizokel, eine Art Spätzle. Und natürlich Capuns! Letzteres kann man zum Beispiel in den Bündner Alpen im hübschen Bergrestaurant Capunseria in Flims genießen. http://www.capunseria.ch/

Und damit dieser Beitrag nicht nur damit endet, dass euch nun das Wasser im Mund zusammenläuft, möchte ich euch nun noch das Rezept eins meiner liebsten Bündner Gerichte verraten. Und wer weiß, vielleicht stehen bei euch auch schon bald typische Schweizer Capuns auf dem Tisch?

LittleCity.ch_Capuns

Capuns Rezept

Zutaten:

1 Salsiz, gehäutet und in Würfel

75 g Weißbrot in Würfel (ohne Rinde)

1 Zwiebel fein gehackt

1/2 Bund Petersilie, fein gehackt

1/2 Bund Schnittlauch, fein gehackt

75 g Speckwürfelchen

200 g Mehl

1/2 TL Salz

0.5 dl Wasser

0.5 dl Milch

2 Eier

12 Krautstiele oder 24 Mangold Blätter

5 dl Gemüsebrühe

100 g Alpkäse, gerieben

50 g Butter

Zubereitung

- Füllung: Salsiz, Speckwürfel, Zwiebeln und das Brot dämpfen und vom Herd nehmen. Danach die Kräuter dazu geben.

- Mehl und Salz mischen und eine Mulde formen. Milch, Wasser und Eier verquirlen, in die Mulde geben und zu einem Teig verrühren.

- Den Teig klopfen bis er glatt ist und Blasen wirft. Dann die zuvor zubereitete Mischung in den Teig rühren.

- Gemüse etwa 2 Minuten blanchieren, kalt abschrecken und abtropfen.

- Jeweils ein Blatt in die Handfläche legen, ein Esslöffel der Mischung dazugeben und das Blatt um die Füllung legen.

- Capuns in der Gemüsebrühe 15 bis 20 Minuten knapp unter dem Siedepunkt ziehen lassen, bevor sie vorsichtig herausgenommen werden.

- Nun die Butter kurz aufschäumen, Käse über den Capuns verteilen und die Butter darüber verteilen.

Än guäte!

Autor: Little City