Wer eine Reise nach Hamburg unternimmt, kann Kultur in Form von dynamischen Hausprojekten erleben, die regelmäßig jungen Künstlern einen Raum für Auftritte geben. Legendär sind darüber hinaus das MS Dockville Musikfestival, alternative Bühnen wie das Altonaer Theater und die hanseatische Graffiti-Kunst.

Zum mittlerweile kultigsten Viertel in Hamburg ist die Sternschanze avanciert, auf der man eine sehr breite Auswahl an Clubs und Kneipen findet. Zu ihnen zählen auch eine Reihe alteingesessener Bars, die das hanseatische Flair par excellence versprühen und natürlich die Rote Flora, ein alternatives Kulturzentrum, für dessen Erhalt die Hamburger seit mehr als 20 Jahren kämpfen. In ihm befindet sich ein Konzertsaal, der regelmäßig zur Bühne für junge Bands aus so verschiedenen Bereichen wie Punk, Reggae, Dub, Drum and Bass, House und Techno wird. Daneben organisiert die Community des Hauses Workshops, Sportangebote, Musikproben und vieles mehr. Als ebenfalls wild und noch nicht vom Kommerz erfasst, gilt in Hamburgs Kultur der Stadtteil Wilhelmsburg, der auf einer der Elbinseln liegt und mit reichlich Hafenarbeitercharme lockt. Auch hier haben sich Wohn- und Hausprojekte wie die Honigfabrik etabliert. Künstler treten in dieser Einrichtung aus den unterschiedlichsten Genres auf. Darüber hinaus gibt es Kurs- und Unterhaltungsprogramme für Jung und Alt, so beispielsweise Zirkus-Workshops, generationsübergreifende Kaffeetreffs und Gemäldeateliers. Selbstverständlich beteiligt sich die Honigfabrik auch am größten Musikfestival Hamburgs, dem MS Dockville. Über drei Tage hinweg treten im August Veteranen und Newcomer der Electro-, Indie- und Alternative-Szene im Süden von Wilhelmsburg auf. Etwas kleiner, aber deswegen nicht weniger charmant, fallen die Feste MS Artville und Daughterville aus, die sich deutlich stärker auf kreative und progressive Kunstproduktion konzentrieren.

Hamburgs Kultur: Außergewöhnliche Theaterszene

Hamburg ist die Musicalstadt schlechthin. Wer in die Hansestadt reist, muss allerdings nicht nur die üblichen Disney-Klassiker besuchen, sondern kann ebenfalls kultige Eigenproduktionen wie die "Heiße Ecke" im Schmidt Theater & Schmidts TIVOLI am Spielbudenplatz erleben. Das Stück dreht sich um eine typische Imbissbude auf der Hamburger Reeperbahn, die zum Treffpunkt zwielichtiger Gestalten, von Kiezgrößen, Zuhältern, Freiern und Prostituierten wird. Einen Raum für die alternative Schauspielszene eröffnet darüber hinaus das Monsuntheater, in dem beispielsweise Grenzthemen wie der RAF-Terror und die deutsche Asylpolitik aufgeführt werden. Als Geheimtipp dürften die Lesungen von Hamburger Schriftstellern gelten, die in Kooperation mit der Volkshochschule Hamburg veranstaltet werden. Eine weitere Idee für Fans des progressiven Schauspiels ist ein Besuch im Altonaer Theater, das u. a. auch die Mediensatire "Er ist wieder da" nach der Romanvorlage von Timur Vermes zeigt.

Galerien, die sich lohnen: Alternative Kunst und Urban Art

In Hamburg lassen sich zahlreiche kleine Galerien finden, die zu den absoluten Geheimtipps im Kulturleben der Stadt gehören. Wer seinen Urlaub in der Hansestadt verbringt, kann beispielsweise die xpon-art gallery besuchen, die für ihre aufwendigen Installationen und ihren Schwerpunkt auf architektonischen Finessen bekannt ist. Lohnenswert ist außerdem ein Ausflug zum Millerntor-Stadion, der Heimstätte des legendären Kultclubs FC St. Pauli. Die Arena verwandelt sich einmal im Jahr im Rahmen des Projekts "Millerntor Gallery" zur Kunstausstellung mit den Werken international bekannter Graffiti-Artists. Deren bekannteste Kreationen kann man natürlich auch bei einer kleinen Graffiti-Tour durch die Hansestadt erkunden: An vielerlei Orten wird man hierbei auf die Gemälde des Hamburger Kult-Sprayers Oz treffen, der 2014 bei einer Aktion auf einem Bahndamm ums Leben kam. Einige seiner bekanntesten Werke sind die markanten bunten Smileys und die großflächigen Pop-Art-Graffities, die sich z. B. an der Unterführung auf der Holstenstraße, in Hamburg-Dulsberg, und über dem Fischkopp-Plattenshop im Karolinenviertel finden lassen. Insgesamt schätzt man, das Oz Hamburg allein bis ins Jahr 2002 mit über 120.000 Zeichnungen und Tags bereichert hat.