Ob Ihr einfach pflastermüde seid oder ausgesprochene Wasserratten: Jedem, der in Berlin weilt, ist dringend zu raten, die Hauptstadt auch mal vom Wasser aus kennenzulernen. Immerhin besteht sie zu 6,6 Prozent aus Flüssen, Kanälen und Seen, die oft von üppigem Grün gesäumt sind.

Die insgesamt 400 Kilometer lange Spree ist auf 46 davon eine echte Berlinerin. Es gibt mehrere Reedereien, auf deren Schiffen Ihr Euch die Stadt vom Wasser aus ansehen könnt und während der Fahrt mit den nötigen Infos versorgt werdet.

Wenn Ihr es aber sportlicher liebt, könnt Ihr auch ein Kanu mieten und damit die vielen Sehenswürdigkeiten ansteuern oder Euch beim Stand-up-Paddeln in Balance üben.

1. Einstündige Sightseeing-Tour

Die einstündige Bootstour in Berlin, vorbei an Museumsinsel und Regierungsviertel, heißt auch historische Stadtrundfahrt, weil Ihr bei der Gelegenheit viel über die Geschichte der Hauptstadt erfahren könnt. Mit dem wiederaufgebauten Nikolaiviertel seht Ihr die Wiege der Stadt. Das ebenfalls wieder entstehende Schloss, der Berliner Dom, das Haus der Kulturen der Welt, der Reichstag, das Schloss Bellevue, die "Beamtenschlange" (ein sehr markanter Wohnkomplex), die Siegessäule und der neue Hauptbahnhof erzählen per Audioguide ihre eigenen Geschichten.

Nehmt Eure ausländischen Gäste mit auf die Tour, denn die Erklärungen sind in 13 Sprachen abrufbar. Die Boote legen alle halbe Stunde von den Anlegestellen Nikolaiviertel und Friedrichstraße, Ecke Weidendamm, ab. Verhungern und verdursten braucht Ihr auch nicht, denn Ihr könnt an Bord, wie auf allen Schiffen, Getränke und Speisen ordern.

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Berlin entdecken von Bord aus - Pixabay

2. Hop-On-Hop-Off-Bootstour

Was überall auf der Welt mit Bussen geht, ist auch auf der Spree möglich. Ihr könnt mit einem Ticket für entweder 24 oder 48 Stunden mit dem Schiff Berlin vom Wasser aus entdecken und beliebig oft aus- und zusteigen. So könnt Ihr immer gleich näher in Augenschein nehmen, was Euch von Weitem sofort zusagt. Für dieses individuelle Sightseeing stehen Euch fünf verschiedene Linien zur Verfügung, die an unterschiedlichen Standorten starten.

3. Brückenfahrt

Es wird ja immer wieder gern darauf hingewiesen, dass in Berlin mehr Brücken die Gewässer überspannen als in Venedig. Skeptiker sind eingeladen, auf der über dreistündigen Brückenfahrt durch Spreearme und Kanäle bis zum Schloss Charlottenburg selbst nachzuzählen. Mehr als 60 passiert Ihr auf jeden Fall, wenn Ihr auf 23 Spree-Kilometern an vielen wichtigen historischen und modernen Berliner Sehenswürdigkeiten vorbeikommt. Jede einzelne davon, zum Beispiel das Technikmuseum, das Schloss Bellevue, die East Side Gallery, der Potsdamer Platz, der Zoo, das Regierungsviertel oder die Museumsinsel, wird live erklärt. Ihr könnt zwischen fünf verschiedenen Abfahrtshäfen wählen: Jannowitzbrücke, Hotel Estrel, Schlossbrücke am Schloss Charlottenburg, Friedrichstraße am Reichstagsufer oder Hafen Treptow.

4. Die großen Spreefahrten

Auf etwas anderer Route führen die City-Tour 1 und die auch den Landwehrkanal ansteuernde City-Tour 2, dreieinhalb Stunden lang ab der Schlossbrücke am Charlottenburger Ufer durch das historische und moderne Berlin. Auch dabei ziehen alle wichtigen Sehenswürdigkeiten an Euch vorbei. Wenn Euch die Sonne hold ist, könnt Ihr die Fahrt auf dem Oberdeck genießen, ansonsten seht Ihr alles durch die großen Panoramafenster. Begleitet werdet Ihr von einem sachkundigen Moderator, der Euch mit geschichtlichem Wissen, vielen interessanten Informationen und einigen Kuriositäten füttert.

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Berliner Spree am Abend - Pixabay

5. Abendliche Schiffstour mit Dinner

Wisst Ihr, wie sehr sich Berlin verwandelt, wenn der Sonnenuntergang alles in besondere Farben taucht, am Abend die Lichter angehen, Berlin sich von seiner leuchtenden Seite zeigt und sich die Metropole in der Spree spiegelt?

Das Lichtspektakel, das auf dem Wasser von besonderem Reiz ist, solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen. Von Ende März bis Ende September könnt Ihr eine solche Mondscheinfahrt sogar mit einem Drei-Gänge-Menü buchen. Ihr legt am Märkischen Ufer ab, gleitet durch den Ost- und den Westteil der Stadt und könnt zum Beispiel das Regierungsviertel, die Museumsinsel und die East Side Gallery in einem völlig anderen Licht sehen als am Tage. Ein Audioguide vermittelt Euch alle interessanten Informationen dazu und etliches Anekdotisches obendrauf. Los geht es jeden Abend um 19 Uhr an der Anlegestelle Märkisches Ufer.

6. Bootstour mit Krimi-Dinner

Als ob die Hauptstadt nicht sowieso schon spannend genug wäre, könnt Ihr dem Ganzen noch die Krone aufsetzen und eine Bootstour in Berlin mit Krimi-Dinner verknüpfen. Während einer abendlichen Rundfahrt werdet Ihr während eines Vier-Gänge-Menüs zum Ermittler.

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Schloss Charlottenburg in Berlin - Pixabay

7. Schlösserfahrt

Ihr seid eher von romantischem Schlag? Dann ist eine Schlössertour mit dem Schiff wie geschaffen für Euch. An der Spree liegen das Schloss Charlottenburg und das Schloss Bellevue. Fahrt Ihr weiter bis nach Potsdam, entdeckt Ihr unter anderem auch das Marmorpalais im Neuen Garten und das Schloss Babelsberg mit seinen charakteristischen Türmchen und Erkern.

8. Kanufahrt auf der Spree

Leiht Euch ein Kajak oder Kanu aus und lernt Berlin auf die gemächliche Tour kennen. Habt Ihr dafür keinen rechten Plan, lasst Euch auf geführten Kanutouren von sachkundigen Guides zeigen, wie idyllisch und grün Berlin am Wasser ist.

9. Stand-up-Paddeln in Berlin

Mittlerweile könnt Ihr an mehreren Stellen in Berlin SUP-Bretter ausleihen und damit auf Spree-Erkundung gehen. Besonders beliebt ist bei den stehenden Paddlern der Abschnitt zwischen East Side Gallery und Insel der Jugend, unter der Oberbaumbrücke hindurch, vorbei am Molecule Man und Treptower Park.

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Stand-up-Paddeln in Berlin - Pixabay

10. Badeschiff mitten in der Spree

Von Mai bis in den Herbst hinein könnt Ihr Berlin auf der Spree noch ganz anders erleben. Lasst einfach die anderen in ihren Dampfern und Booten an Euch vorbeischwimmen und winkt ihnen zu, während Ihr ganz entspannt im Badeschiff unweit der Oberbaumbrücke Eure Bahnen zieht oder Euch auf dem Steg entspannt.

Am Strand könnt Ihr an Yoga- und Stand-up-Paddling-Kursen teilnehmen und abends Partys feiern oder der Musik lauschen. Die schwimmende Badeanstalt ist ein in Alt-Treptow vor Anker liegender Schubleichter mit einer Wassertiefe von 2,10 Metern. Kinder, die noch nicht schwimmen können, vergnügen sich in einem aufblasbaren Planschbecken. Der einzigartige Panoramablick auf die Spree, die Oberbaumbrücke und den Fernsehturm hingegen ist für alle da.

Hotel mit Spreeblick

Habt Ihr genug vom leichten Wellengang der Spree, seid müde von der frischen Brise auf dem Deck und sehnt Euch nach einem gemütlichen Bett? Womöglich eins mit Wasserblick? Dann bucht doch hier ein Hotel mit Spreeblick.

Bei Explore warten noch viele weitere Beiträge über Berlin auf Euch, z.B. unsere 10 Insidertipps - was man in Berlin gesehen haben muss, oder 10 Sachen, die Ihr in Berlin kostenlos machen könnt. Viel Spaß!

Titelbild: Bootstour an der der Museumsinsel in Berlin - Pixabay