Es kostet Euch rein gar nichts, die deutsche Hauptstadt gründlich kennenzulernen. Ihr müsst nur im wahrsten Sinne des Wortes zum Stadtstreicher werden und Euch die Stadt Kiez für Kiez zu Fuß erobern.

Ihr könnt Euch bei Eurer nächsten Städtereise nach Berlin kostenlos an den verschiedenen Architekturstilen und Wahrzeichen sattsehen, die noch vorhandenen dörflichen Strukturen in den einzelnen Stadtbezirken erkunden, Euch in den zahlreichen Parks entspannen, an den Seen, Flüssen und Kanälen den Schiffen hinterher träumen und die reiche Fisch- und Vogelwelt beobachten oder in den üppigen Wäldern die Vielzahl einheimischer und manchmal sogar seltener Pflanzen bestimmen.

Ihr könnt jederzeit ein Schwätzchen mit Ur-Berlinern halten, die gar nicht so unfreundlich sind, wie ihnen immer nachgesagt wird, und dabei viel über die Geschichte und Eigenheiten Berlins erfahren.

Außerdem könnt Ihr Euch auf den großen Volksfesten amüsieren, die vom Frühling bis zum Herbst stattfinden und Kultur für umsonst bieten, oder die preiswerteste Silvesterparty Eures Lebens feiern, wenn Ihr Euch am Brandenburger Tor unters Volk mischt, den Stars auf der Bühne zujubelt und anschließend beim größten Feuerwerk der Stadt in lautes Ah und Oh ausbrecht.

Sollte Euch das alles noch nicht reichen, haben wir hier noch weitere Tipps, was Ihr in Berlin kostenlos unternehmen könnt.

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Der Reichstag mit der gläsernen Kuppel in Berlin - Pixabay

1. Einen Überblick bekommen

Die Aussicht vom Berliner Fernsehturm, vom Funkturm oder vom Müggelturm ist jedes Mal atemberaubend, aber auch mit Kosten verbunden. Die könnt Ihr Euch sparen, wenn Ihr Euch online auf der Webseite des Deutschen Bundestages anmeldet und einem der bekanntesten Wahrzeichen Berlins aufs Dach steigt.

Wenn Ihr die gläserne Kugel des Deutschen Reichstags hinaufwandert, wird mit jedem Höhenmeter die Aussicht auf große Teile Berlins grandioser. Euer Blick schweift über das Regierungsviertel hinweg auf den Tiergarten, das Brandenburger Tor, über die Prachtstraße Unter den Linden bis zum Alexanderplatz und darüber hinaus. Das Vergnügen steht Euch täglich von 8 bis 24 Uhr offen.

2. Eine App tut's auch

Kein Geld für einen Stadtplan, eine Stadtrundfahrt oder eine kundig begleitete Führung durch einen der vielen interessanten Kieze Berlins? Kein Problem! Ihr könnt diverse Berlin-Apps als kostenlose Reiseführer herunterladen und Euch von Ihnen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten leiten lassen.

Ihr erhaltet Hinweise auf Schönheiten, die sich erst auf den zweiten Blick entfalten, und werdet mit Geschichtlichem versorgt, das weit über bloße Jahreszahlen hinausgeht. Dazu gibt es viele weiterführende Informationen, die Euch auf die nächsten interessanten Expeditionen schicken.

Die preisgekrönte App der Bundeszentrale für politische Bildung begleitet Euch auf Touren entlang der ehemaligen Berliner Mauer und informiert Euch detailliert mit Fotos und Texten. Bei www.hoerpol.de findet Ihr Audioführungen im MP3-Format sowie einen Stadtplan mit den einzelnen Hörstationen.

Ihr könnt Euch aber auch kostenlosen analogen Führungen durch Berlins Mitte anschließen, die mehrmals täglich am Brandenburger Tor beginnen. Die Stadtführer erkennt Ihr an einem roten T-Shirt oder einem roten Regenschirm. Hier sind unsere 10 Reisehighlights in Berlin!

3. Die East Side Gallery

Eine der wichtigsten und größten Freiluftgalerien befindet sich auf der Ostseite der ehemaligen Mauer entlang der Spree in Friedrichshain.

Der längste noch erhaltene Abschnitt der Mauer wurde kurz nach der Wende von in- und ausländischen Künstlern gestaltet.

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Das Holocaust-Denkmal in Berlin - Pixabay

4. Holocaust-Denkmal

Das Holocaust-Mahnmal unweit des Brandenburger Tors erinnert mit wellenförmig angeordneten 2.711 Stelen an die Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden und kann jederzeit von Euch besucht werden.

5. Durst am Straßenrand löschen

Spart Euch das Mitschleppen schwerer gefüllter Trinkflaschen oder den Kauf im nächsten Supermarkt, denn an zahlreichen Trinkbrunnen und Trinkwasserspendern könnt Ihr Euch von Mai bis Oktober kostenlos mit gekühltem Leitungswasser erfrischen und Eure Flaschen wieder auffüllen. Die Wasserqualität wird streng überwacht. Die Standorte findet Ihr ganz leicht im Internet.

6. Mails, Nachrichten und wichtige Berlin-Seiten unterwegs checken

In Berlin und Potsdam gibt es mehr als 5.000 öffentliche WLAN-Hotspots, über die Ihr kostenlos und ohne Registrierung surfen könnt, und es werden immer mehr.

Wo sie sich befinden, könnt Ihr online auf dem offiziellen Berliner Hauptstadtportal erfahren.

7. Freier Eintritt in zahlreichen Museen und Gedenkstätten

Viele Gedenkstätten, regionale und historische Museen und etliche Kunst-Sammlungen könnt Ihr besuchen, ohne dafür Eintritt zu bezahlen. Dazu gehören das Dokumentationszentrum Berliner Mauer, das Sportmuseum Berlin mit der größten Sportsammlung Deutschlands im Olympiapark, das Tempelhof Museum und das Willy-Brandt-Haus mit mehr als 2.000 Gemälden, Zeichnungen, Grafiken und Skulpturen. Auch das Haus am Lützowplatz mit seinen Ausstellungen, Künstlergesprächen und Lesungen steht Euch kostenfrei für einen Besuch zur Verfügung.

In der Kulturbrauerei im Stadtviertel Prenzlauer Berg erwartet Euch die Dauerausstellung "Alltag in der DDR" und für Bauhaus-Fans ist das Mies-van-der-Rohe-Haus in Alt-Hohenschönhausen geradezu ein Muss. Weitere frei zugängliche Museen und Denkmale findet Ihr auf den offiziellen Berlin-Seiten im Internet.

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Parklandschaft in Berlin - Pixabay

8. Baden gehen und am Strand aalen

Berlin ist mit 58,9 Quadratkilometern an Seen, Flüssen, Kanälen und Bächen eine der wasserreichsten Hauptstädte. Aufgrund der stets geprüften Wasserqualität könnt Ihr fast überall baden, zum Beispiel im Wannsee, im Müggelsee, an den Havelstränden und vielen mehr.

9. Auf Schusters Rappen

Euch steht der Sinn nach Wandern? Nichts ist preisgünstiger als das und gesund noch dazu. Aufgrund der Ausdehnung der Hauptstadt und der vielen Parks, Wälder und Gewässer stehen Euch fast unbegrenzte Routen zur Verfügung, lange und kurze Strecken, beispielsweise durch die Müggelberge, den Tiergarten oder den Treptower Park, Rundwege um Seen und Strecken entlang der Spree und anderer Flüsse.

Sucht Euch einfach einen der zwanzig grünen Hauptwege der Stadt aus! Mit unserem Beitrag Schnell mal ins Grüne - die schönsten Parks Berlins könnt Ihr Euren neuen Lieblingsort zum Entspannen entdecken.

10. Kostenlose Führungen durch das Haus des Rundfunks und das ARD Hauptstadtstudio

In der Masurenallee in Charlottenburg steht das älteste Funkhaus der Welt und Ihr habt jeden Montag um 18 Uhr und Samstag um 15 Uhr die Chance an einer kostenlosen Führung durch die Fernsehstudios teilzunehmen und Blue Box und Teleprompter kennenzulernen. Da die Teilnehmerzahl überschaubar bleiben muss, solltet Ihr Euch unbedingt vorher telefonisch unter der Nummer 030 97 99 3 12 497 anmelden.

Unter derselben Nummer könnt Ihr auch Euer Interesse an einer Führung durch das ARD-Hauptstadtstudio anmelden. In dieser Gemeinschaftseinrichtung aller neun Landesrundfunkanstalten produzieren etwa 70 Korrespondentinnen und Korrespondenten Nachrichten, Interviews und Hintergrundbeiträge zur Bundespolitik.

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Das ARD-Studio in Berlin - Pixabay

Ein guter Film zur guten Nacht

Ihr seid nach Euren Erkundungen wirklich müde und eigentlich schon auf dem besten Wege in Euer Berliner Hotel, das Ihr gebucht habt, aber es ist Samstag und das historische Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz lädt "Null Uhr, null Euro" zum kostenlosen Stummfilm um Mitternacht ein.

Das dürft Ihr wirklich nicht verpassen, denn der alte schwarz-weiß Streifen wird live untermalt von der einzigen in Deutschland am originalen Standort erhaltenen, 1929 eingeweihten und 2019 restaurierten Kinoorgel und gibt solchen Stummfilmklassikern wie "Metropolis", "Das Cabinet des Dr. Caligari" oder "Goldrausch" den passenden und vor allem hinreißenden musikalischen Rahmen.

Titelbild: Kunst an der Berliner Mauer - Pixabay