Zwar bleiben Millionen Menschen ihr ganzes Leben lang in Berlin und lernen trotzdem niemals die komplette Stadt kennen, aber Ihr macht schon mal einen guten Anfang, wenn Ihr Euch 3 Tage in Berlin für ein intensives Erkunden der Hauptstadt vornehmt.

Berlin lohnt sich immer. Und immer wieder, denn alles könnt Ihr beim besten Willen nicht an drei Tagen sehen, zumal die Menschen und die Atmosphäre in jedem Berliner Stadtbezirk anders ticken. Aber immerhin seht Ihr eine ganze Menge, wenn Ihr einigen unserer Vorschläge folgt.

Tag 1

Zunächst kauft Euch eine Berlin Welcome Card, Berlins offizielles Touristenticket. Damit räumen Euch über 200 Sehenswürdigkeiten und Attraktionen großzügige Rabatte ein und Ihr könnt alle öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.Wenn Ihr zum ersten Mal in Berlin seid, fangt am besten ganz klassisch mit einer Stadtrundfahrt an und verschafft Euch so einen ungefähren Überblick über Euer Reiseziel. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

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Siegessäule in Berlin - Pixabay

Entdeckungen mit den Öffentlichen

Nutzt Eure Welcome Card für eine Fahrt mit dem Bus der Linie 100 und seht Euch vom Oberdeck aus viele der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten an. Der 100er verkehrt zwischen Alexanderplatz und Bahnhof Zoo. Auf der Strecke liegen die Gedächtniskirche, das Elefantentor des Zoos, die Nordischen Botschaften, die Siegessäule, das Schloss Bellevue, das Haus der Kulturen der Welt und das Brandenburger Tor.

Ab da fährt der Bus den Boulevard Unter den Linden entlang und es geht mit den Highlights der Stadt Schlag auf Schlag weiter. Am Pariser Platz steht das berühmte Hotel Adlon, es folgen die Russische Botschaft, die Humboldt-Universität, die Deutsche Staatsoper, der Bebelplatz mit Schinkels Neuer Wache, das Deutsche Historische Museum, der Lustgarten mit dem Alten Museum, das bereits zur Museumsinsel gehört, der Schloss-Neubau und der Berliner Dom, die Marienkirche, der Neptunbrunnen und schließlich der Fernsehturm.Überall, wo es Euch gefällt, könnt Ihr aussteigen und später weiterfahren.

Hop on, Hop off

Ähnlich könnt Ihr verfahren, wenn Ihr Euch für eine Hop-on-Hop-off-Bustour entscheidet. Der Zu- und Ausstieg ist an vielen Stationen möglich und Ihr könnt in Eurem eigenen Tempo die Stadt erkunden.

Während der Busfahrt erhaltet Ihr zahlreiche Informationen zur Geschichte Berlins und zu den angefahrenen Attraktionen. Auf dieser Hop-on-Hop-off-Tour "Best of Berlin" zum Beispiel lernt Ihr 18 Sehenswürdigkeiten kennen, darunter die East Side Gallery, den Reichstag, den Alexanderplatz und das Schloss Charlottenburg. Ohne Aussteigen seid Ihr zwei Stunden und 15 Minuten unterwegs.

Berlins Wasserseite

Eine andere Perspektive, zudem eine höchst entspannte, erlebt Ihr vom Wasser aus. Einstündige Schifffahrten führen durchs Zentrum und unter anderem an der Museumsinsel und dem Regierungsviertel vorbei.

Eine über dreistündige Bootstour durch Berlins Stadtzentrum zeigt Euch noch mehr, denn es geht durch Spreearme und Kanäle bis zum Schloss Charlottenburg.

Entdeckungen zu Fuß

Zwar ist Berlins Zentrum zweigeteilt, aber um sowohl das Ost-Zentrum im Stadtbezirk Mitte mit Alexanderplatz, Regierungsviertel, Museumsinsel und Nikolaiviertel als auch das West-Zentrum in Charlottenburg um den Bahnhof Zoo, die Gedächtniskirche und den Kudamm gut kennenzulernen, solltet Ihr viel zu Fuß unterwegs sein oder Euch eines der zahlreichen Leihräder mieten. So lernt Ihr am besten den Potsdamer Platz, der erst nach der Wende wieder auferstand, den weitläufigen Tiergarten mit See und schönen Spazierwegen, das Holocaust-Denkmal für die ermordeten Juden Europas, den Checkpoint Charlie, die Synagoge und die Hackeschen Höfe kennen.

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Stadt mit Geschichte: Checkpoint Charlie in Berlin - Pixabay

Inzwischen ist es bestimmt schon Abend und Euch tun die Füße weh. Also legt Euch die Stadt zu denselben und begebt Euch beispielsweise am Mercedes-Benz-Platz in Friedrichshain in die 260°-Bar. Gegenüber der East Side Gallery erwartet Euch vom siebenten Stock aus ein umwerfender Panoramablick über die Spree und Eure neue Lieblingsstadt.

Wenn Ihr aber auf Eurer ersten Berlin-Reise auch Neukölln kennenlernen möchtet, den neuen Szene-Bezirk, dann könnt Ihr Euren Abend auch dort beschließen und vom Klunkerkranich auf den Neukölln-Arkaden die Aussicht und einen spektakulären Sonnenuntergang genießen.

Tag 2

Heute solltet Ihr ein paar der wichtigsten Highlights Berlins näher kennenlernen.

Fernsehturm

Der Fernsehturm am Alexanderplatz ist 368 Meter groß und somit das höchste Bauwerk Deutschlands. Ihr könnt (mit der Berlin Welcome Card ermäßigte) Tickets für die Aussichtsplattform oder das Café erwerben. Von beiden aus habt Ihr einen großartigen Rundumblick über ganz Berlin bis weit ins Umland.

Reichstag

Auch von der gläsernen Kuppel des Reichstags, dem Sitz des Bundestages, sowie von der Dachterrasse und vom Dachgartenrestaurant aus eröffnet sich Euch ein schöner Blick über das Regierungsviertel und das Zentrum Berlins. Der Zutritt ist täglich von 8 bis 24 Uhr möglich. Die Besichtigung ist kostenlos, aber anmeldungspflichtig. Dafür könnt Ihr ein Online-Formular nutzen.

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Reichstag in Berlin - Pixabay

Museumsinsel

Zum UNESCO-Welterbe Museumsinsel zählen das Alte und das Neue Museum, das Bode-Museum, die Alte Nationalgalerie und das beeindruckende Pergamon-Museum mit der vorgelagerten James-Simon-Galerie als zentralem Eingangsgebäude. Habt Ihr Lust, möglichst viele Museen zu besuchen, legt Euch den Museumspass für 29 Euro zu. Er gilt an drei aufeinanderfolgenden Tagen für viele Berliner Museen.

Gendarmenmarkt

Der Gendarmenmarkt wird vom Deutschen Dom, vom Konzerthaus und dem Berliner Dom eingerahmt und gehört auch dank dieser architektonischer Perlen zu den schönsten Plätzen Europas. Vielleicht bekommt Ihr für das von Schinkel entworfene Konzerthaus Karten, am besten Ihr reserviert schon im Voraus.

Im Sommer ist der Platz besonders stimmungsvoll, wenn er zum "Classic Open Air" empfängt. Am Jahresende verwandelt er sich in einen historischen Weihnachtsmarkt.

Hackesche Höfe

Nun könnt Ihr Euch noch in den sehr sehenswerten, ineinander übergehenden Innenhöfen am Hackeschen Markt verlieren, in den kleinen Läden einkaufen, Euch in den Cafés oder Restaurants stärken und vielleicht den ganzen Abend dort verbringen. Die Kinos zeigen oft ansonsten selten gespielte Filme und im berühmten Varieté Chamäleon begeistern immer wieder neue Shows. - Es sei denn, Ihr habt tatsächlich schon Karten für das Konzerthaus, die Philharmonie, den Friedrichstadtpalast, eines der drei Opernhäuser, fürs Theater, ein Popkonzert ...

Tag 3

Am Sonntag fuhr der Berliner schon immer gern ins Grüne und wir finden, das solltet Ihr auch tun. So bekommt Ihr eine Ahnung davon, wie viele große Wälder, Seen und Parks zur Hauptstadt gehören. Sind Euch die Müggelberge, der Grunewald oder der Tegeler Forst zu jwd, wie der Berliner sagt, also janz weit draußen? Hier sind drei innerstädtische Alternativen:

Mauerpark

Im berühmten Mauerpark auf dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Prenzlauer Berg und Wedding findet Ihr Geschichte und Entertainment, eine einzigartige Atmosphäre und Flohmarkt mit Weinbar in einem. Stimmung ist im Amphitheater garantiert, das zur Karaoke-Bar mutiert.

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Mauerpark in Berlin - Pixabay

Gärten der Welt

In den Marzahner Gärten der Welt wurde internationale Gartenkunst in wundervoll gestaltete Parks und Landschaften, Liegewiesen und Spielplätze eingebettet.

Tempelhofer Feld

Berlins ehemaliger Flughafen, die größte freie Fläche der Stadt, lädt Euch ein zu picknicken, zu chillen, zu joggen oder worauf auch immer Ihr Lust habt.

Zur Krönung Eurer 3 Tage in Berlin fehlt Euch nur noch ein Berliner Hotel zum Wohlfühlen.

Bei Explore findet Ihr außerdem viele Beiträge über Berlin, darunter Tipps zum Feiern in Berlin und Insidertipps - was man in Berlin gesehen haben muss. Schaut einfach mal rein!

Titelbild: Brandenburger Tor in Berlin - Pixabay