Egal, was es braucht, um in Weihnachtsstimmung zu kommen: Weihnachtsmärkte in München locken nicht nur mit traditionellem Kunsthandwerk und weihnachtlichen Leckerbissen, sondern auch facettenreicher Kultur.

Wenn der erste Schnee fällt und die Lust auf Glühwein und Plätzchen wächst, lohnt ein Besuch in München: Dank zahlreicher Weihnachtsmärkte, die jährlich zum 1. Advent in vielen Stadtteilen öffnen, bietet die bayerische Landeshauptstadt nicht nur Romantik und Besinnlichkeit, sondern auch sympathische Skurrilität.

Vom Marienplatz ins Mittelalter

Ein bekannter Weihnachtsmarkt in München ist der Christkindlmarkt auf dem Marienplatz. Er ist besonders bei Touristen beliebt und bietet neben Punsch, Lebkuchen und Würsten auch Kunsthandwerk, Adventsmusik und eine Himmelswerkstatt. Sehenswert ist natürlich auch der riesige geschmückte Weihnachtsbaum vor dem Neuen Rathaus und nicht nur Kinder drücken sich am Schaufenster eines großen Kaufhauses die Nasen platt, wenn Plüschbären und -Hasen in einer Winterlandschaft zum Leben erwachen.

Ein wenig Ruhe vor dem Trubel bietet das kleinere Weihnachtsdorf in der Residenz, das Wert auf Tradition legt. In Bauernhütten zeigen Handwerker, etwa Glasbläser oder Goldschmiede, ihr Können und Kinder können im Märchenwald dem Nikolaus und seinen Engeln bei der Arbeit zusehen und auf ihrem großen Schlitten mitfahren.

Wer plötzlich Rittern und Gauklern gegenübersteht, hat den Weg zum Mittelaltermarkt auf dem Wittelsbacherplatz gefunden. Dort trinken die Besucher statt Glühwein Met aus Tongefäßen und in den Buden gibt es historische Gewänder, Schmuck und Pelze zu kaufen. Auf der Bühne geht es heiß her, wenn der Feuerschlucker sein Können zeigt und so mancher Mann fühlt sich in seine Kindheit zurückversetzt, wenn er Holzarmbrust und -Schwert ersteht und ein Duell mit seinem Sohn austrägt.

Besinnlichlichkeit in Rosa

Für Romantiker ist der Weihnachtsmarkt am Chinesischen Turm das Richtige. Besonders schön wird es inmitten der hohen Bäume des Englischen Gartens, wenn es dämmert, der Turm in hellem Licht erstrahlt und das Bläserorchester besinnliche Lieder anstimmt. In den Buden kann man Weihnachtsschmuckstücke, Kerzen, selbst gemachte Plätzchen und Spielzeug erstehen und Waffeln und Bratwürste schmecken besonders gut. Kinder haben ihren Spaß im Karussell, hören Geschichten bei der Lese-Oma oder basteln Holzspielzeuge mit dem Schreiner-Opa.

Weniger besinnlich, dafür bunt ist Pink Christmas, der schwul-lesbische Weihnachtsmarkt am Stephansplatz neben dem Alten Südfriedhof. Während Künstler auf der Bühne die Gäste, darunter auch viele Prominente, mit schrillen Überraschungen unterhalten, verkaufen die Budenbesitzer ausgefallene Accessoires abseits von traditioneller Weihnachtsdekoration und die Stimmung ist familiär und locker.

Christkindltraum auf dem Tollwood

Neben den innerstädtischen Märkten ist insbesondere das Winter-Tollwood auf der Theresienwiese einen Besuch wert. Auf dem Festival mit angeschlossenem Weihnachtsmarkt in München kann man sich treiben lassen und stößt an jeder Ecke auf Zelte und Bühnen, die - teilweise kostenlos - Theateraufführungen und Konzerte bieten. Mehr als 200 Gastronomie- und Kunsthandwerksstände aus aller Welt locken mit exotischen Speisen und fairen Produkten. Im "Weltsalon" treten Künstler, Politiker und Wissenschaftler auf und sprechen über ökologische und soziale Fragen, ein Thema, das den Veranstaltern besonders am Herzen liegt.

Und wer seinen Besuch in München noch über die Adventszeit hinaus verlängern möchte, kann die Tollwood-Silvesterparty mit Mitternachtswalzer besuchen, bevor es dann am 1. Januar heißt: nächstes Jahr wieder.