Blaues Wasser, grüne Wälder, weiße Segel - Berlin ist eine Stadt am Wasser. Im Berliner Stadtgebiet finden sich mehr als 51 Quadratkilometer Wasserfläche, gemeinsam mit Brandenburg verfügt Berlin gar über Europas größtes zusammenhängendes Binnengewässernetz.

Wasser, so weit das Auge reicht: Was läge bei einem Besuch in den Sommermonaten also näher, als die Wasserhauptstadt unter Segeln zu erkunden? Die Segelsaison kann in Berlin je nach Wetterlage von etwa Ostern bis Ende Oktober reichen und spätestens ab Anfang Juni lohnen sich auch eine kleine Badetreppe am gecharterten Boot und eine Badepause in einer ruhigen Bucht. Besonders die beiden größeren Berliner Flüsse, die Havel und die Spree, bilden mit ihren dazugehörigen Seen große zusammenhängende Segelreviere, die Freizeitsportlerherzen höher schlagen lassen. Nicht ohne Grund sind etwa 120 Segelvereine in Berlin beheimatet und es haben sich an Havel, Wannsee und Müggelsee zahlreiche Segelschulen und Charterbetriebe angesiedelt. Beim Segeln in Berlin ist zu beachten, dass auf den viel befahrenen Berliner Gewässern ein Sportbootführerschein "Binnen" Pflicht ist. Zudem ist die Havel vielerorts relativ flach, sodass man sich besonders in Ufernähe am besten an ortskundigen größeren Segelbooten orientiert, um einen sicheren Ankerplatz zu erreichen. Die meisten Charterboote haben aber ohnehin nur geringen Tiefgang oder ein aufholbares Schwert und sind somit bestens für einen sorgenfreien Segeltag in Berlin geeignet. Für Neulinge werden vielerorts auch Boote mit Skipper angeboten.

Segeln in Berlin - die Qual der Wahl

Im Nordwesten Berlins bilden der nördliche Teil der Havel, die sogenannte Oberhavel, und der Tegeler See ein beliebtes Revier. Hier gibt es schöne Anker- und Badebuchten und der für sein klares Wasser bekannte Tegeler See lädt zu einem Sprung ins kühle Nass. Südlich der Schleuse Spandau schließt sich dann das Revier Unterhavel/Wannsee an. Hier wehen im Sommer selten mehr als 4 Beaufort; lediglich auf Wärmegewitter gilt es, bei Schönwetterlagen zu achten. Bei heißem Wetter trifft man auf dem Großen Wannsee nicht nur auf unzählige Segler, sondern auf jedes nur erdenkliche schwimmende Fortbewegungsmittel - vom SUP über das Grillfloß bis hin zum Tretboot - und auch die weiße Flotte von Fähren und Ausflugsschiffen verkehrt auf dem Wannsee. Der S-Bahnhof Wannsee liegt fast direkt am Wasser - von hier aus sind auch diverse Segelschulen und Charterbetriebe sowie das Wassersportzentrum der FU Berlin schnell zu Fuß oder mit dem Bus erreicht.

Hervorragende Reviere warten auch im Osten der Hauptstadt

Im Osten Berlins erweitert sich die Spree zum Müggelsee, der mit einer Fläche von 7,5 Quadratkilometern der größte See der Stadt ist. Der etwa 4,4 Kilometer lange und 2,6 Kilometer breite See kann auf seiner gesamten Fläche besegelt werden, während Motorbootfahrer die betonnte Fahrrinne in der Mitte nicht verlassen dürfen. Auch auf dem Müggelsee können Urlauber in Berlin Segelboote chartern, Segelkurse belegen oder den Sportbootführerschein erwerben. Etwas weiter südlich auf der Dahme zwischen Grünau und Wendenschloss kann man z. B. nicht weit vom S-Bahnhof Grünau ebenfalls eine Jolle mieten und den Langen See, den Seddinsee und die historische Regattastrecke erkunden. Außerdem liegt dort das Wassersportzentrum der HU, wo ebenfalls Boote geliehen oder Segelscheine erworben werden können.