Ferne Destinationen werden stets mit dem Tauchen assoziiert. Europa wird dabei völlig zu Unrecht gescholten: Dichte Kelpwälder, Wrack- sowie Waltauchen stehen hier auf dem Programm.

Jedes Jahr stellt sich für viele Taucher die Frage, wo der diesjährige Tauchausflug hingehen soll. Häufig stehen dabei exotische Locations wie Ägypten oder die Galapagosinseln auf der Liste. Doch warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt? Auch in Europa verlockt zum Tauchen eine Vielzahl an schönen und unvergesslichen Orten. Von der Nordsee über den Atlantik bis hin zum Mittelmeer findet man von Kelpwäldern und Großfischen bis hin zu längst vergessenen Schiffswracks alles, was einen guten Tauchurlaub ausmacht.

Mittelmeer: Mehr als nur baden

Das Mittelmeer eignet sich in Europa besonders zum Tauchen. Begehrt ist die spanische Insel Medes, die sowohl zum Tiefseetauchen als auch zum Schnorcheln einlädt. Da die Insel unbewohnt ist, erwartet den Taucher eine unberührte Meereslandschaft aus Korallenriffen, Muscheln und anderen Meerestieren. Häufig trifft man hier auf Zackenbarsche, Muränen, Adlerrochen und Tintenfische. Aufgrund der meist ruhigen Wasserverhältnisse und der guten Sicht eignet sich das Tauchgebiet um Medes auch für Anfänger und unerfahrene Taucher, die sich im Wasser noch nicht so sicher fühlen. Übernachten kann man auf der Insel zwar nicht, aber es gibt einige Tauchschulen auf dem Festland, die geführte Touren anbieten. Das Tauchen an den ausgewiesenen Spots ist streng reglementiert.

Tauchen in der Nordsee: Wracks und Wale

Ebenfalls eine sehr schöne Location für einen Tauchurlaub ist die Nordsee. Klar ist das nicht die erste Destination, die einem in den Sinn kommt, wenn man über das Tauchen in Europa nachdenkt. Eigentlich völlig zu unrecht, denn die Nordsee ist vor allem bei Schottland ein Eldorado für Tiefseetaucher. Die dünn besiedelten Orkney Inseln werden z.B. von dichten Kelpwäldern umgeben. Das Tauchen hier wird zum mystisch wirkenden Erlebnis. Die vor Ort ansässigen Tauchschulen bieten außerdem geführte Touren an. Nicht hinwegzudenken ist auf dem zu Schottland gehörenden Archipel das Wracktauchen an historischen Orten. Berühmt ist der Spot am Marinehafen Scapa Flow, wo deutsche U-Boote im Zweiten Weltkrieg das Schlachtschiff Oak Royal versenkt haben. Bekannt ist auch die Region rund um die Scilly-Inseln. Rund 800 Schiffwracks zeugen von einer bewegten Geschichte. Wer die Kälte nicht scheut, sollte zu einem Tauchurlaub zu den Lofoten in Norwegen aufbrechen. Neben Wrack- und Wandtauchen steht hier vor allem das Tauchen mit Orcas auf dem Programm. Reizvoll sind zudem die guten Sichtweiten unter Wasser. Ein Geheimtipp ist der See Lyngstølsvatnet im Nordangsdal bei Geiranger. Durch einen Erdrutsch wurde hier um 1908 rum ein Dorf geflutet, das heute Taucher anlockt.

Tauchen in Europa: Zypern und die MS Zenobia

In Südeuropa ist vor allem Griechenland für einen Tauchurlaub in Europa interessant. Auch hier erwarten den Taucher eine klare Sicht und angenehme Wassertemperaturen. Anfänger und unerfahrene Taucher können so problemlos erste Schritte wagen. Die bunte Auswahl an Fischen, Muscheln sowie Korallen und anderen Meerestieren wie Krebse und Shrimps lässt jeden Tauchgang zu einem Erlebnis werden. Für erfahrene Taucher ist außerdem das Wrack der Ro-Ro Fähre MS Zenobia interessant. Die Fähre ist relativ gut erhalten und liegt in 42m Tiefe. Besucher haben die Möglichkeit, die zahlreichen Autos, Lkws sowie einige persönliche Gegenstände zu besichtigen, die die Fähre bei ihrem Untergang mit sich in die Tiefe gerissen hat.