Was ist Tā Moko?

Tā Moko ist die traditionelle Tattoo-Kunst der Māori, des indigenen Volkes Neuseelands. Ziel ist die dauerhafte Verzierung von Gesicht und Körper. Im Gegensatz zur uns bekannten Tätowierung durch viele kleine Punkte und Striche wird Tā Moko mit Kratz- und Schabwerkzeugen ausgeführt. In der Folge ist die Haut nicht mehr glatt und weich, sondern narbig.ta-moko-1024x768.jpg

Foto Credit: Michael Coghlan via Flickr

Woher stammt Tā Moko?

Die Māori brachten diese Tradition mit ihren Methoden und Mustern aus ihrer polynesischen Heimat Hawaiki mit. Alle hochrangigen Māori trugen Moko, die Auskunft über ihre Herkunft gaben. Wer keins hatte, outete sich von niedrigem sozialem Stand. Das Tätowieren des Moko markierte meist den Übergang von der Kindheit zum Erwachsenendasein und wurde von zahlreichen Ritualen flankiert.

Welche Bedeutung steckt hinter Tā Moko?

Tā Moko ist ein kunstvoller tätowierter Stammes-Stil von hoher kultureller Identität der Māori. Die Muster und Zeichen sind traditionellen Holzarbeiten entlehnt. Sie entsprechen dem Rang des Trägers, widerspiegeln seine Stammesgeschichte und seine Heiratsfähigkeit. Moko machte attraktiv. Deshalb ließen sich die Männer damit ihr Gesicht, Gesäß und gelegentlich auch Rücken und Waden verzieren. Oberschenkel-Tattoos symbolisierten Beweglichkeit oder Geschwindigkeit. Frauen hingegen schmückten sich damit auf Lippen, am Kinn, mitunter an der Stirn und eventuell auch auf Rücken und Schenkeln.

Kann jeder ein Tā Moko machen lassen?

Aufgrund seiner vielen Symbole und Bezüge zur Biographie ist ein Tā Moko nur Stammesangehörigen vorbehalten.

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Was ist der Unterschied zwischen Tā Moko und Kirituhi?

Ein Kirituhi kann sich jeder Nicht-Māori machen lassen. Es ähnelt zwar dem traditionellen Tā Moko sehr, ist aber trotzdem keins. Denn ein Kirituhi nimmt bewusst keinen Bezug auf Māori-Symbolik, betreibt demzufolge auch keine māorische Ahnenforschung und erzählt keine māorischen Familiengeschichten. Es ist ein Zugeständnis an jene, die gern ein bleibendes Andenken aus Neuseeland mit nach Hause nehmen möchten.maori-1024x744.jpg

Wie wurden Tā Moko traditionell hergestellt?

Die Tätowierer, die Tohunga-ta-moko, benutzten Schaber und Kratzer aus Albatrosknochen. Die meisten Farbpigmente wurden aus einem Pilz gewonnen, die besonders dunklen aus verkohltem Holz. Sie wurden von Generation zu Generation in einer Art Schmuckschatulle weitergegeben. Mit einem Holzhammer oder Stock wurden der Haut tiefe Schnitte zugefügt, in das die Pigmente gefüllt wurden.

Gibt es auch heute noch Tā Moko?

Seit 1990 erlebt Tā Moko eine Renaissance. Männer und Frauen identifizieren sich über die wiederaufgelebte Sprache und die traditionellen Tattoos sichtbar mit der Kultur der Māori. Allerdings werden heutzutage die Muster in der selben Technik wie in Europa tätowiert und nicht mehr mit Schabern in die Haut gekratzt.

Welchen Tätowierungen werden beim Tā Moko welche Aussagen zugeschrieben?

Die männliche Gesichts-Tätowierung ist in der Regel in verschiedene Abschnitte unterteilt:
  • Das Zentrum im Stirnbereich, Ngakaipikirau, bezieht sich auf den Rang des Mannes.
  • Rund um die Brauen verrät Ngunga die Position.
  • Auch der Augen- und Nasenbereich, Uirere, nimmt Bezug auf den Rang.
  • In der Schläfenregion erzählt Uma von der ersten oder zweiten Ehe.
  • Die Fläche unter der Nase, Raurau, gilt als Unterschrift.
  • Der Wangenbereich, Taiohou, kennzeichnet die ausgeübte Arbeit.
  • Am Kiefer, Taitoto, ist der Geburt-Status erkennbar.