Der Drahtesel ist ein beliebtes Sportgerät und Fortbewegungsmittel der Deutschen. Die vielen gut ausgebauten Radwege sorgen bei Profis und Hobbysportlern zugleich für eine perfekte Kombination aus Urlaub und Fitness und sind der Grund, warum es immer mehr Menschen zum Radfahren nach Deutschland zieht.

Immer mehr Deutsche zieht es im Urlaub auf die Straße, aber nicht im Auto, sondern auf dem Fahrrad. Jährlich unternehmen etwa 4,9 Millionen Bundesbürger eine Radreise mit mindestens einer Übernachtung, die meisten davon ausschließlich auf deutschem Boden. Viele Radtouren verlaufen größtenteils auf separaten, flachen und geteerten Wegen, die garantiert autofrei sind. Je nach Belieben können die Radwege mit einem persönlichen Zeitlimit zu neuen Herausforderungen für Profis werden oder aber gemütlich und unterhaltsam als Erlebnisurlaub gestaltet werden. Auf den zwei beliebtesten Radwegen in Deutschland ist beides kein Problem.

Radfahren in Deutschland: Der Elberadweg

Der grenzüberschreitende Elberadweg hat eine Gesamtlänge von 1260 Kilometern, von denen 840 Kilometer in Deutschland liegen. Der ebene und überwiegend autofreie Radweg startet in Cuxhaven und führt an der Elbe entlang zunächst nach Freiburg. Dabei durchquert man die sehenswerten Naturschutzgebiete rund um das Freiburger Elbufer, in denen man seltene Vogel- und Pflanzenarten zu Gesicht bekommt. Weiter geht es nach Hamburg, der zweitgrößten Stadt Deutschlands. Hier empfiehlt es sich ausreichend Zeit einzuplanen, denn die Hansestadt hat mit ihrer 1.200-jährigen Geschichte viel zu bieten. Ein Besuch am legendären Hamburger Hafen, der geschichtsträchtigen Speicherstadt oder ein Abend in einem der weltberühmten Musicals sollte man sich nicht entgehen lassen. Wenn man Hamburg hinter sich gelassen hat, geht es über Hitzacker, Wittenberge und Tangermünde bis nach Magdeburg. Dort darf man sich die 918 Meter lange Trogbrücke auf keinen Fall entgehen lassen: Als eine der größten Schiffsbrücken der Welt beeindruckt sie jedes Jahr zahlreiche Besucher. Zudem besticht die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts nicht nur mit einem historischen Stadtkern, in welchem der Dom und das Kloster besonders sehenswert sind, sondern auch mit moderner Architektur wie beispielsweise dem Hundertwasser-Gebäude "Grüne Zitadelle von Magdeburg". Über die Lutherstadt Wittenberg gelangt man an die letzte große deutsche Station der Tour, Dresden. Hier sollte man sich auf jeden Fall für die vielen Sehenswürdigkeiten wie die berühmte Semperoper Zeit nehmen.

Natur und Weltkultur erleben auf dem MainRadweg

Vor allem bei Familien ist der 600 Kilometer lange MainRadweg als eine der Touren zum Radfahren in Deutschland sehr beliebt. Man folgt dem Main von seiner Quelle in Franken bis zu seiner Mündung in den Rhein in Wiesbaden. Los geht es mitten im Fichtelgebirge im idyllischen Luftkurort Bischofsgrün und weiter bis nach Kulmbach, wo der in Bischofsgrün entsprungene Weiße Main mit dem Roten Main, der in Creußen seinen Ursprung hat, zusammenfließt und weiter nach Bayreuth führt. Sollte man hier im Juli und August vorbeikommen, so stehen die Chancen gut, auf berühmte Gesichter zu treffen, denn in diesen beiden Monaten genießt Bayreuth während der Richard-Wagner-Festspiele den Fokus der Öffentlichkeit. Über Thurnau, Lichtenfels und Breitengüßbach wird Kurs auf die oberfränkische Stadt Bamberg genommen. Auch hier sollte man genug Zeit für die vielen Sehenswürdigkeiten einplanen, denn mit seinen verwinkelten Gassen und den historischen Gebäuden hat Bamberg die größte vollständig erhaltene Altstadt Europas und zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Besonders beeindruckend sind der Bamberger Dom und das alte Rathaus. Wenn man sich schließlich wieder auf den Drahtesel schwingt, geht es vorbei an Kitzingen und Schweinfurt bis nach Würzburg. Hier ist ein Besuch in der Residenz Pflichtprogramm, bevor es über Aschaffenburg und Frankfurt am Main, in welcher man Station am Goethe-Haus machen sollte, schließlich nach Wiesbaden geht. Die Stadt, die das Ende des MainRadwegs markiert, gilt als Tor zum Weinanbaugebiet Rheingau und so sollte man sich ein Glas des Rebensaftes schmecken lassen.