ChemnitzChemnitz ist nach Leipzig und Dresden die drittgrößte Stadt in Sachsen - und wird zu Unrecht als Urlaubsziel unterschätzt. Die nach 1989 neu gestaltete Architektur der Innenstadt wurde 2006 mit dem DIFA-Award für innerstädtische Quartiere ausgezeichnet. Daneben beeindrucken Jugendstil- und Gründerzeit-Gebäude (Kaßberg-Viertel), Bauhaus-Villen (z.B. Villa Esche) sowie industrielle Bauwerke. Und auch die Region um Chemnitz ist vielfältig: von kreativer Handwerkskunst und grünen Oasen bis hin zu seltenen Tieren und optimalen Wintersport-Bedingungen im Erzgebirge.

Unser Tipp für den Winter: Vom 25. November bis 23. Dezember 2016 öffnet der stimmungsvolle Chemnitzer Weihnachtsmarkt mit 173 Ständen seine Pforten. Dieser wurde vom MDR als schönster Weihnachtsmarkt Sachsens ausgezeichnet - ob es am erzgebirgischen Flair, der zwölf Meter hohen Weihnachtspyramide über dem Marktplatz oder dem stattlichen Weihnachtsbaum liegt? Wer nicht so lange warten kann, besucht ab 15. November das Winterdorf am Uferstrand - mit Glühweinständen und kulinarischen Köstlichkeiten.

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Karl-Marx-Monument

Facettenreiche Industriegeschichte und viel Grün zum Seele-Baumeln-lassen

Wow-Architektur und Historisches: Das Sächsische Industriemuseum Chemnitz ist in der Gießereihalle einer ehemaligen Werkzeugmaschinenfabrik untergebracht - und schon von außen ein echtes Highlight. 2005 mit dem europäischen Museumspreis prämiert, bietet die Ausstellung Sozial-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte der letzten beiden Jahrhunderte. Die Besucher erfahren mehr über die Industrialisierung Sachsens, vom Bergbau und der Textilindustrie bis hin zum Maschinenbau und der Automobilproduktion.

Unser zweites Must-See ist das Karl-Marx-Monument: Zwischen 1953 und 1990 hieß Chemnitz "Karl-Marx-Stadt". Dazu wurde 1971 das wirklich riesige Karl-Marx-Monument eingeweiht. Dahinter auf der Wandtafel ist das berühmte Zitat "Proletarier aller Länder vereinigt Euch" aus dem Kommunistischen Manifest in verschiedenen Sprachen zu lesen. Kopf heißt auf sächsisch "Nischel", und als "dor Nischel" ist die Skulptur - nach der Sphinx der zweitgrößte freistehend modellierte Kopf weltweit - in Chemnitz auch bekannt.

Wer nach Museen und Sightseeing eine Runde im Grünen entspannen möchte, findet in Chemnitz viele Gelegenheiten dazu: Mit zahlreichen Parks - wie etwa am Schlossteich - und sogar Naturschutzgebieten innerhalb der City. Genannt "Am Schusterstein", "Am nördlichen Zeisigwald" und "Um den Eibsee", letzteres liegt zwischen den Stadteilen Adelsberg und Euba - und wird von Ziegen und Rindern beweidet.

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Burg Rabenstein

Chemnitz-Rabenstein: Tiere kucken, Baden gehen, in faszinierende Felsendome eintauchen

Ein Stadtteil, der es definitiv in sich hat: Im Westen von Chemnitz bietet das "Tor zum Erzgebirge" nicht nur Natur und Badespaß am Stausee Oberrabenstein - wo übrigens auch regelmäßig Musik-Festivals, und jährlich das 24-Stunden-Mountainbike-Rennen "Heavy 24 MTB" stattfinden. Rabenstein beheimatet auch die kleinste Burg Sachsens (Burg Rabenstein), ein Schaubergwerk (Felsendome Rabenstein) und den Kletterwald Chemnitz-Rabenstein.4_tierpark_vivarium_amphiebien_water-dragon-1513016_1920

Wasseragame im Vivarium, Tierpark Chemnitz

Ebenfalls in Rabenstein: Der renommierte Tierpark Chemnitz mit dem Wildgatter Oberrabenstein und dem einzigen so genannten Vivarium in Europa. Dort sind äußerst seltene Amphibien zu bestaunen, durch deren Nachzucht leistet der Tierpark einen Beitrag zur Erhaltung bedrohter Arten. Eine faszinierende Artenvielfalt - ankucken!

Skifahren, Picknicken, Glashütte: Tipps für Ausflüge ins Erzgebirge

Etwa zehn Kilometer südlich von Chemnitz empfängt ein hübsches Wasserschloss seine Gäste: Klaffenbach ist umgeben vom Fluss Würschnitz, Wald und Wiesen. Und damit nicht nur die ideale Hochzeits-Location, sondern auch perfekt für einen ausgedehnten Spaziergang mit Picknick oder eine Radtour von Chemnitz aus. Neben den historischen Gebäuden aus dem 16. Jahrhundert locken Open-Airs und kreative Events, Geocaching für Kids sowie Golfplatz und Reiterhof.

Südlich von Chemnitz schließt sich das Erzgebirge an. Mit 1215 Metern ist der Fichtelberg der höchste Berg Sachsens und bietet damit eine tolle Aussicht auf die umliegende Landschaft, vielfältige Wanderwege wie auch Mountainbike-Strecken. Und im Winter geht's auf die Bretter: In Kombination mit dem tschechischen Skigebiet Klínovec bzw. Keilberg kann man ab Oberwiesenthal - ca. 55 km von Chemnitz - Skifahren und Snowboarden.

Ebenfalls knapp 55 km von Chemnitz entfernt, jedoch Richtung Südosten, liegt Neuhausen. Im Glashüttenmuseum des Erzgebirges sind historische Stücke und Glasbläser beim Schaublasen zu sehen - eine lange Tradition, das Handwerk begann im Erzgebirge bereits um 1200. Und ein echtes Muss beim nächsten Urlaub im Erzgebirge.

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Auf dem Fichtelberg