Die sächsische Metropole ist beneidenswert eingebettet in Kunst und Kultur, erhabene Architektur, Weinberge, dichte Parks und verschwenderisch angelegte Gärten sowie in die liebliche Elb-Landschaft. Entdeckt unbedingt während Eurer nächsten Reise nach Dresden auf ausgedehnten Streifzügen und Spaziergängen die vielen reizvollen Orte im Grünen!

Flanieren im Großen Garten und im Zoologischen Garten

Nicht weit von der Altstadt entfernt erwartet Euch der Große Garten, der größte und schönste Park Dresdens. Dieses Meisterwerk der Gartenkunst kombiniert Natur und Denkmale auf einmalige Weise. Die barocke Anlage wurde ab 1676 auf Geheiß des Kurfürsten Johann Georg III. angelegt und seitdem immer wieder erweitert und umgestaltet. Wählt Ihr als Eingang die Haupt- oder Querallee, werdet Ihr sofort von den imposanten Sichtachsen gefangenen genommen. Ihr kommt aber auch über zwanzig kleinere Eingänge in den 147 Hektar großen Park mit seiner artenreichen Pflanzen- und Tierwelt. Im Zentrum des Gartens paradiert das frühbarocke Palais, umgeben von Teich und Schmuckplatz, üppig bepflanzten Beeten sowie den Koniferen-, Stauden- und Dahliengärten. Den besten Überblick über die grünen Oasen mit ihren über 17.000 Bäumen und einladenden Freizeiteinrichtungen verschafft Ihr Euch mit einer etwa dreißigminütigen Rundfahrt mit der Parkeisenbahn, die schon seit 1950 zu den Besucherlieblingen zählt. An fünf Bahnhöfen könnt Ihr ein- oder aussteigen und dann zu Fuß die schönsten Park-Ecken erkunden. Lasst Euch anschließend in einem der Cafés oder im Biergarten nieder oder lauscht den Konzerten im Palais und auf den Open-Air-Bühnen.

Die westliche Seite des Großen Gartens geht über in den schon 1861 eröffneten Zoologischen Garten. Die landschaftliche Gestaltung des viertältesten Zoos Deutschlands übernahm Peter Joseph Lenné. Seit seiner Erweiterung leben mehr als zweitausend Tiere auf den 13 Hektar.

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Bildnachweis: Tourism Media

Der Botanische Garten der Technischen Universität Dresden

Nordwestlich des Großen Gartens schließt sich der 3,25 Hektar große Botanische Garten Dresdens mit seiner üppigen Pflanzenvielfalt an. Zu den zehntausend Pflanzenarten gehören einzigartige Spezialsammlungen von Pelargonien, Zwergpfeffern, Aristolochien und gefährdeten einheimischen Pflanzen. Im Sommer entfalten rund achthundert seltene Arten einjähriger Blumen ihre bunte Blütenpracht.

In den drei großen Schaugewächshäusern warten Pflanzen aus dem tropischen und subtropischen Asien, Afrika und Amerika auf Eure Bewunderung. In der sogenannten Morphologischen Abteilung seht Ihr, wie sich Pflanzen an verschiedene Umweltfaktoren anpassen. In der benachbarten Sammlung von Heil- und Gewürzpflanzen erhaltet Ihr viele Anregungen für die Küche und die Linderung leichter Erkrankungen.

Alte Pracht, Geschichte und viel Grün auf dem Elbhang in Loschwitz

Das Dresdner Elbtal mit seinem Elbhang ist ein landschaftliches Juwel. Um beide zu erkunden, müsst Ihr nach Loschwitz fahren. Schwebt in der Nähe der "Blaues Wunder" genannten Elb-Brücke mit der historischen Seilbahn 274 Meter hinauf nach Oberloschwitz und nehmt dort den Fahrstuhl auf die Aussichtsplattform der Schwebebahn-Bergstation. Den großartigen Panoramablick über das Dresdner Elbtal bis zu den Tafelbergen der Sächsischen Schweiz werdet Ihr bestimmt nie wieder vergessen. Viele Straßen im Ortsteil Oberloschwitz sind von prachtvollen und sehr sehenswerten Villen gesäumt und erzählen Euch Dresdner Geschichte. In der Sierksstraße seht Ihr die stattlichen Bleiben des Malers Ludwig Richter (1803-84) und des Komponisten und Kreuzkantors Rudolf Mauersberger (1889-1971). In der Alpenstraße betrieb Dr. Möller, der Erfinder der modernen Fastentherapie, ein naturheilkundliches Sanatorium. Die Ulrichstraße erinnert an die Dresdner Hofschauspielerin Pauline Ulrich, die von 1835 bis 1916 lebte und Deutschlands erste Professorin für Schauspielkunst war. Die Steglichstraße führt Euch bergauf zum ehemaligen Kurbad Weißer Hirsch, bekannt für die zahlreichen eindrucksvollen Villen und deren namhafte Bewohner. In der Sonnenleite wohnte einst der berühmte Architekt Wilhelm Kreis (1873-1955), der unter anderem das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden und etwa fünfzig Bismarcktürme in Deutschland erbaute. Ein Stück weiter, in der Straße An der Berglehne, seht Ihr mit der Nummer 18 die Villa Fuchsbau, die Euch nicht von ungefähr an das "Tausendaugenhaus" aus Uwe Tellkamps Roman "Der Turm" erinnern wird. An der Plattleite stehen das Institut und die Sternwarte des Physikers und Erfinders Baron Manfred von Ardenne (1907-1997), der dort das einzige private Großforschungsinstitut der DDR betrieb. In der Bergbahnstraße erlaubt der "Balkon Dresdens", die Restaurant-Terrasse des Luisenhofes, einen weiten Blick über die Stadt und das Elbtal.

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Bildnachweis: Tourism Media

Der Stadtteil Hellerau: die erste deutsche Gartenstadt

Anfang des 20. Jahrhunderts war die Au am Heller fast unbebaut, glänzte mit gesunder Luft und grandioser Aussicht. Der rechte Ort für den Laubegaster Möbelfabrikanten Karl Schmidt, um sein Unternehmen auszubauen und die erste Gartenstadt nach englischem Vorbild in Deutschland zu errichten. 140 Hektar wurden nach der sozialreformerischen Idee der Einheit von Arbeit, Wohnen und Kultur gestaltet. Es entstanden ländliche Reihenhäuser, Schulen, geschwungene Straßen, ein Villenviertel, Werkstätten und schließlich das noch immer berühmte Festspielhaus von Hellerau. Auf dem Gelände wurden unter anderem die Inneneinrichtungen für die Semperoper, den Sächsischen Landtag und die Neue Synagoge gefertigt.

Streift ab der Haltestelle Am Hellerrand durch den besonderen Ort und entdeckt die liebevolle Architektur und Landschaftsplanung. Im Werkskomplex der Deutschen Werkstätten Hellerau (DHW), wo 1910 die Produktion der "Maschinenmöbel" in Serie begann, arbeiten und leben heute etwa vierhundert Technologen, Wissenschaftler, Architekten und Künstler. Das DWH produziert in einem Neubau vorrangig Gebäude- und Schiffseinrichtungen.

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Schloss und Park Pillnitz

Auch wenn Schloss und Park Pillnitz im Dresdner Süden zu den bekanntesten und stets gut besuchten Sehenswürdigkeiten Deutschlands gehören, möchten wir Euch einen Spaziergang durch diese wunderschöne Gartenanlage ans Herz legen. Die einstige Sommerresidenz des sächsischen Königshauses gilt als größte "chinoise" Schlossanlage Europas, das heißt, die Architekten, Landschaftsgestalter und Künstler orientierten sich stark an chinesischen und anderen ostasiatischen Vorbildern. Der Schlosspark ist zu jeder Jahreszeit die perfekte Kulisse für ausgedehnte Spaziergänge. Mehr als zweitausend Gehölze und über sechshundert Kübelpflanzen säumen Eure Wege. Nur die botanische Perle, die über 230 Jahre alte Kamelie, entfaltet ihre Pracht wohlbehütet in einem Schutzhaus. Aber keine Bange, Ihr dürft sie jederzeit besuchen. Was sich vor allem während der Blütezeit von Mitte Februar bis Mitte April lohnt. Im historischen Palmenhaus fühlen sich australische und südafrikanische Pflanzen wohl und im Schlossmuseum im Neuen Palais lernt Ihr die Geschichte der Schlossanlage, das einstige höfische Leben seiner Bewohner und die Mode der Chinoiserie genauer kennen.

Ein Hotel für unermüdliche Spaziergänger

Müde vom Spazieren und Flanieren? Eure vielen Eindrücke könnt Ihr bestens in einem schönen Hotel in Dresden verarbeiten, das Euch zudem nach allen Regeln der sächsischen Küchenkunst wieder aufbaut.