Berlins Festivals genießen einen international bekannten Ruf und ziehen besonders im Sommer zahlreiche Gäste in die Stadt: Egal ob 1. Mai, Karneval der Kulturen, CSD oder Fête de la Musique - zwischen Mai und Juli ist stets etwas los in der Metropole. Auch für die Fans der Technokultur gibt es einiges in Berlin zu unternehmen.

Ab Mai beginnt in Berlin die große Festivalsaison. Bereits zuvor zieht es mit den ersten Sonnenstrahlen die Partyjünger aus den dunklen Undergroundkellern in Parks und auf brachliegende Gelände, wo regelmäßig privat organisierte Open Airs stattfinden. Am 1. Mai, dem einstigen Kampftag von Arbeiterklasse und Straßenpunks, lädt letztlich auch die Stadtverwaltung zu einer großen Feier ein. Rund um die Oranienstraße, das Kottbusser Tor und im Görlitzer Park treten dann Musikbands auf, die Besitzer von Spätverkaufsläden zieht es mit erfrischenden Getränken direkt auf die Straße und Kreuzberg verwandelt sich in eine einzige Festivalmeile. Bereits einen Tag vor dem "MyFest" wird dabei kräftig gefeiert. Die Walpurgisnacht am 30. April gilt traditionell als Auftakt zum Tanz in den Mai, bei dem nahezu alle Berliner Clubs geöffnet sind.

Im selben Monat, manchmal auch im Juni, steht Kreuzberg noch einmal Kopf: Beim viertätigen Karneval der Kulturen präsentieren sich die unterschiedlichsten Nationen der Hauptstadt mit ihrem eigenen Essen, rhythmusbetonter Musik und mitreißenden Tänzen. Gefeiert wird auf dem Areal rund um den Landwehrkanal, wobei der Blücherplatz am Halleschen Tor zum Epizentrum der Party und zum Global Village mit mehr als 100 Bands und DJs wird. Der Eintritt für das Festival in Berlins Szenestadtteil ist ebenso kostenfrei wie der große Festumzug, der mit reichlich Trommelwirbel und karnevalesker Stimmung am Eventsonntag vom Hermannplatz über die Gneisenaustraße zur Möckernstraße führt.

Juni und Juli: Hochsaison für Festivals in Berlin

Der Juni ist in Berlin vollgepackt mit aufregenden Festivals und Events, so z. B. das aus Frankreich importierten Fête de la Musique zum Tag der Sommersonnenwende. Seit mehr als 20 Jahren verbreitet sich das Konzept kostenloser Musikauftritte im urbanen Raum von Paris her über die gesamte Welt. Jeder, der etwas Lust und Talent mitbringt, kann seine eigene Bühne aufbauen und gratis für das Publikum musizieren. In Berlin sind es Hunderte von Stages, Clubs, Bars und Cafés, die sich an der großen Sommeranfangsparty beteiligen. Ende Juni bzw. Anfang Juli feiert dann die lesbisch-schwule Szene in den Stadtteilen Schöneberg und Charlottenburg gemeinsam mit ganz Berlin eine große Party, den kurz CSD genannten Christopher Street Day. Das Event geht nicht nur mit Straßenparaden und Umzügen, sondern mit vielen kleineren Partys, Stadtrundfahrten und Workshops einher. Höhepunkt ist die große Pride-Parade, die traditionell vom Kurfürstendamm in Richtung Siegessäule zieht.

Tolle Feste für Technofans

Seit dem Ende der Loveparade nimmt die seit 1997 durch Berlin ziehende Fuckparade einen bedeutenden Stellenwert für die Technoszene ein. Einst gegründet, um gegen die Kommerzialisierung elektronischer Musik zu demonstrieren, versammelt sie heutzutage immer noch einige der besten Underground-DJs der Hauptstadt auf ihren Wagen. Der Umzug führt meist durch die Stadtteile Friedrichshain, Prenzlauer Berg und Lichtenberg und endet mit einer großen Open-Air-Party. Wer anschließend noch Lust hat, kann mit den Machern des Festivals eine wilde Clubnacht verbringen. Ein weiteres Highlight für Electro-Fans ist das Berlin Festival, das alljährlich Ende Mai im Arena Park veranstaltet wird. Über drei Tage hinweg finden sich hier Künstler wie Paul Kalkbrenner, Westbam und Atari Teenage Riot, kurzum sowohl Veteranen als auch Newcomer der Musikbewegung ein, und geben ihre Skills an den Turn Tables zum Besten. Mit knapp 40 Euro pro Ticket im Vorverkauf gehört das Festival zu den preiswerteren Optionen in der Technoszene. Alternativ kann man viele weitere Feste im sommerlichen Berlin besuchen, so den Berlin Summer Rave und das Denovali Swingfest im Juni sowie die Farbgefühle im August.