Paris wäre nicht Paris ohne seine Brücken - aber wie gut kennt Ihr sie? Die zwei Ufer der französischen Hauptstadt an der Seine werden durch insgesamt 37 Brücken miteinander verbunden. Hier sind die zehn berühmtesten von ihnen, von Westen nach Osten: die Pont Mirabeau, Bir-Hakeim, Alma, Alexandre III, Concorde, Royal, Pont des Arts, Pont Neuf, Tournelle und Charles-de-Gaulle. Ob sie aus Gusseisen, Beton oder Stein errichtet oder mit Statuen versehen wurden - die Brücken sind nicht nur eine enorme Bereicherung für Paris, sondern spiegeln die Geschichte und das architektonische Erbe der Stadt wider. Sie nehmen Euch mit auf eine Reise durch die Zeit.

Die beste Möglichkeit, noch mehr über sie herauszufinden? Fahrt mit dem Fahrrad das Ufer entlang oder unternehmt eine Bootsfahrt auf der Seine.

1. Pont Mirabeau: die Poetischste

15. Arrondissement

"Unterm Pont Mirabeau fließt die Seine dahin; unsre Liebe auch ..."

Die Kunst ist einer der Gründe, warum sich die Brücken von Paris so hoher Berühmtheit erfreuen. Das bekannte Gedicht von Guillaume Apollinaire "Unterm Pont Mirabeau", verfasst im Jahr 1913, wurde in die Wand der Brücke eingraviert und wird in Liedern von vielen Künstlern aufgegriffen. Die Metallkonstruktion mit drei Rundbögen verbindet die Gebäude am Ufer der Seine im 15. Arrondissement mit der Place de Barcelone im 16. Arrondissement. Sie wurde mit vier Bronzeskulpturen von Jean-Antoine Injalbert versehen, die die Stadt Paris, den Handel, die Schifffahrt und den Wohlstand repräsentieren.

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Pont Mirabeau - Bildnachweis: Mypouss unter Lizenz CC BY-SA 2.0

2. Pont de Bir-Hakeim: mit Blick auf den Eiffelturm

15. Arrondissement

Die Pont de Bir-Hakeim ist aufgrund ihrer zwei Stockwerke recht außergewöhnlich. Eine Ebene ist für die Linie 6 der Métro vorgesehen, während die untere für Autos und Radfahrer auf der mittleren Fahrbahn reserviert ist. Ganz oben werdet Ihr mit einem wunderschönen Blick auf den Eiffelturm belohnt. Ihr könnt euren Spaziergang von der Mitte der Brücke über die Île aux Cygnex am Seine-Ufer fortsetzen, woraufhin Ihr zum Pariser Abbild der Freiheitsstatue gelangt, das sich an der Pont de Grenelle befindet. Doch was bedeutet der Name "Bir-Hakeim" eigentlich? Er verweist auf einen strategischen Stützpunkt in der libyschen Wüste, wo sich die freifranzösische Armee in der Schlacht von 1942 ein heroisches Verteidigungsgefecht mit den deutschen Truppen lieferten.

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Bildquelle: Andrew Duthie via Flickr

3. Pont de l'Alma: eine Zuave und eine Prinzessin

8. Arrondissement

Die Brückenkonstruktion wurde 1856 von Napoleon III. eingeweiht und ist für ihre berühmte Zuave bekannt, die in Paris traditionell zum Messen des Wasserpegels der Seine verwendet wird. Diese Steinstatue zollt den Soldaten Tribut, die im Krimkrieg (1853-1856) und insbesondere in der Schlacht an der Alma kämpften. Seit 1997 ist der Tunnel unter der Pont de l'Alma für den tragischen Autounfall berühmt, bei der die beliebte Prinzessin Diana zu Tode kam. Über dem Tunnel befindet sich die Flamme de la Liberté, eine lebensgroße Nachbildung der Flamme der Freiheitsstatue. Wenn Ihr einen besonders guten Ausblick auf die Brücke genießen wollt, bucht ein Hotel im 7. Arrondissement.

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Bildquelle: Pierre-Louis FERRER via Flickr

4. Pont Alexandre III: die Kaiserliche

8. Arrondissement

Die Pont Alexandre III macht ihrem namensgebenden Kaiser alle Ehre und wurde anlässlich der Weltausstellung von 1900 erbaut. Ihre avantgardistische Architektur, die Verzierungen im Barockstil und die geografische Lage machen sie zu einer der bekanntesten Brücken der Hauptstadt. Sie verbindet den Grand Palais mit der Esplanade des Invalides. Die Brücke besteht aus einer Metallkonstruktion und einem einzelnen Bogen und wurde mit 32 Bronzekronleuchtern versehen, die sie bei Nacht in ein wunderschönes Licht tauchen, sowie zahlreichen Skulpturen (geflügelten Gottheiten), von Kindern berittene Löwen und Nixen. Mit einer Breite von 40 Metern und einer Länge von 150 Metern ist sie die breiteste Brücke von Paris.Pont_Alexandre_3.jpg?1550594384

5. Pont de la Concorde: die Revolutionäre

7. Arrondissement

Sie wurde 1790 aus den Steinen der Festung Bastille errichtet, die nach der französischen Revolution zerstört wurde. Ursprünglich wurde sie Pont Louis XVI genannt, zwischen 1792 und 1795 hieß sie Pont de la Révolution und erhielt erst 1830 ihren aktuellen Namen Pont de la Concorde. Die Statuen der zwölf Großen Männer wurden aufgrund ihres hohen Gewichts wieder entfernt. Die Brücke verbindet den Quai des Tuileries mit der Place de la Concorde.

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6. Pont Royal: die Brücke für mehr Sicherheit

7. Arrondissement

Nach einem Bootsunfall während einer Seine-Durchfahrt entschied Louis XIII, diese Brücke zu errichten. Ihren Namenszusatz "Royal" erhielt sie, weil sie zum Palais des Tuileries führt. Sie ist die drittälteste Brücke der Stadt (1689)- nach der Pont Neuf und der Pont Marie - und gilt als historisches Denkmal. Auffällig an der Pont Royal ist, dass die Verzierungen vergleichsweise schlicht gehalten wurden. Sie wurde 1903 in Form eines Öl-auf-Leinwand-Gemäldes von Camille Pissaro festgehalten, das im Petit Palais betrachtet werden kann.

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7. Pont des Arts: romantisch und doch zerbrechlich

6. Arrondissement

Paris ist die Hauptstadt der Liebe und die Balustraden der Pont des Arts wurden von vielen Paaren dazu genutzt, um ihre Liebe in Form von Schlössern zu besiegeln. 2015 wurde diese geballte Liebe jedoch zu schwer und die erste Metallbrücke der Stadt, die von Napoleon in Auftrag gegeben wurde, musste geschützt werden. Daher wurden die Geländer durch Glaswände ersetzt, die von Straßenkünstlern verziert wurden. Die gusseiserne Konstruktion, die ohnehin durch die Bombardements der zwei Weltkriege geschwächt war, brach 1979 zusammen und wurde 1984 wieder aufgebaut. Den Namen hat sie vom benachbarten Palais des Arts, der heute eher unter dem Namen Louvre bekannt ist. Das ist Eure Gelegenheit, eines der berühmten Museen der Hauptstadt zu besichtigen.

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8. Pont Neuf: die älteste Brücke

6. Arrondissement

Auch wenn der Name der Brücke anderes vermuten lässt, ist die Pont Neuf oder "Neue Brücke" westlich der Île de la Cité die älteste in Paris. Sie wurde Ende des 16. Jahrhunderts errichtet und war die erste Brücke, die die Seine komplett überspannte, die erste aus Stein und auch die erste, die mit einem Bürgersteig für Fußgänger versehen wurde. Die Statue von Heinrich IV. musste geschützt werden, da auch hier etliche Paare über Jahre hinweg ihre Liebesschlösser anbrachten. Aus Sicherheitsgründen wurden die 40 Tonnen (!) schweren Schlösser jedoch 2018 entfernt und daraufhin versteigert. Die Pont Neuf wurde 1872 vom Künstler Pierre-Auguste Renoir auf Leinwand gemalt.

Suchen Sie hier nach einem Hotel im 6. Arrondissement.

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9. Pont de la Tournelle: ein Blick auf Notre-Dame

4. Arrondissement

Die Statue der Schutzpatronin Genoveva von Paris ist gleichzeitig die Hüterin der Pont de la Tournelle. Sie wurde von Paul Landowski entworfen und wacht über die Brückenkonstruktion, die das linke Ufer mit Île Saint-Louis verbindet. Übrigens: Da entschieden wurde, dass die Heilige mit dem Rücken zur Notre-Dame stehen sollte, boykottierte der verzweifelte Bildhauer 1928 die Einweihung.

Begebt Euch am besten bei Einbruch der Dunkelheit zur Brücke, um den atemberaubenden und sicherlich einen der besten Ausblicke auf Notre-Dame zu genießen!

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Bildquelle: Mathieu.clabaut via commons.wikimedia.org

10. Pont Charles-de-Gaulle: die modernste Brücke

13. Arrondissement

Ihr modernes Design sticht aus dem restlichen Stadtbild im Umkreis der Seine etwas heraus. Zwischen Bercy und der Bibliothèque Nationale de France ist sie mit ihrer weißen Brüstung und den Stahlflügeln eigentlich kaum zu übersehen. Die Brücke wurde zwischen 1993 und 1996 von den Architekten Arretche und Karasinsky entworfen. Neben einer 18 Meter breiten Einbahnstraße ist sie mit Fahrradwegen und angehobenen Bürgersteigen versehen, sodass sich Fußgänger gefahrlos bewegen können.

Schon gewusst?

Heutzutage werden Brücken als Verbindungsglied zwischen zwei Orten genutzt, doch im Mittelalter wurden sie mit Geschäften und Häusern bebaut, was sich als nicht sehr praktisch erwies. Um die zahlreichen Kanäle überqueren zu können, wurden in Paris zudem 49 Fußgängerbrücken errichtet, wie etwa die über den Canal Saint Martin, den Canal de L'Ourq oder den Canal de La Villette.

Unterkünfte in Paris

Um mehr über die Seine und ihre Brücken herauszufinden, wählt ein Hotel in Paris, das sich unweit der Flussufer befindet.

Autorin: Anne Tabourel