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Nicht einmal eine Zugstunde von [Madrid](https://www.expedia.de/Madrid-Hotel.d178281.Reise-Angebote-Hotels) entfernt erwartet Euch das historische Toledo, eine Stadt, die von Geschichte und Kultur nur so strotzt. Ein Besuch Toledos ist wie eine Zeitreise in die Vergangenheit. Erlebt den Zauber längst vergangener Tage und die Geheimnisse einer legendären Stadt, die bereits seit 1986 zum [Weltkulturerbe](https://blog.expedia.de/reiselexikon/unesco-welterbe/) gehört.

Geschichtlicher Überblick

Noch heute erinnert vieles an das schroffe, durch verwinkelte dunkle Gassen und uneinnehmbare Mauern aus massivem Gestein geprägte Toledo von einst. In diesen Gassen ist noch die Atmosphäre einer Stadt zu spüren, die früher unter Karl V. einmal Hauptstadt von Spanien war.

Während seiner Herrschaft wurden auch einige der wichtigsten Bauwerke Toledos errichtet. Besonders hervorzuheben sind das Hospital de la Santa Cruz, der berühmte [Alcázar de Toledo](https://blog.expedia.de/reiselexikon/alcazar/), die Puerta Nueva de Bisagra und schier unzählige kleinere Sakralbauten. Sie alle zeichnen sich durch einen wunderschönen Platereskenstil aus.

Die königliche Gunst hielt jedoch nicht lange an, denn bereits der Sohn des Monarchen, König Philipp II., ließ den Hof nach Madrid verlegen. Dort befand er sich näher an El Escorial, wo er seinen monumentalen Klosterbau plante.

Unabhängig von der aufstrebenden Macht der Katholischen Könige verwandelte sich die Stadt in einen Ort, an dem Christen, Juden und Muslime in Eintracht zusammenlebten. Noch heute ist Toledo als "Stadt der drei Kulturen" bekannt, in der Werte wie Toleranz und Respekt vor der menschlichen Vielfalt großgeschrieben werden, auch wenn dabei manchmal die Vertreibung der sephardischen Juden durch die Katholischen Könige vergessen wird.

Zu diesem Zeitpunkt trat dann etwa um 1577 ein herausragender Künstler auf die Bildfläche. Der ebenso geniale wie hochmütige Künstler El Greco hatte es sich zum Ziel gesetzt, Hofkünstler von Philipp II. zu werden. Doch sollte dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen, denn dem König erschienen seine Arbeiten mehr menschlich als göttlich, weshalb er ihn ablehnte.

Dennoch blieb der Künstler den Rest seines Lebens mit Toledo verbunden. Aus diesem Grund schlagen wir Euch einen Besuch in dieser wunderbaren Stadt vor, in der noch unzählige Orte vom Wirken des Genies zeugen.

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Auf den Spuren von El Greco

Über das Leben des Malers in der kastilischen Stadt gibt es nur wenige gesicherte Fakten. Er hatte bereits Orte wie Rom und Venedig besucht, wo seine Kunst von Gönnern wie der Familie Farnese gefördert wurde.

Dennoch ist sein Aufenthalt in der spanischen Stadt nicht gut dokumentiert. Beinahe alles, was uns heute vorliegt, sind Dokumente über Streitigkeiten, die El Greco mit seinen Auftraggebern hatte. Der Grund hierfür lag in der Regel darin, dass er für seine Arbeit nicht wie vereinbart bezahlt wurde.

Doch lassen wir diesen Aspekt einmal beiseite, denn soviel steht fest: Doménikos Theotokópoulos beschloss, sich in der Stadt am Tajo niederzulassen. Toledo sollte von da an Teil seines restlichen Lebens werden.

Seine ersten Arbeiten

Versäumt nicht die ersten Gemälde, die den großen Künstler dazu motivierten, in die Stadt zu kommen. Dabei handelt es sich um einen Auftrag des Sohnes des Dekans der Kathedrale von Toledo. Er sollte am Kloster Santo Domingo el Antiguo arbeiten.

An dem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert mussten verschiedene Neugestaltungen vorgenommen werden. Die Architektur besticht durch ihren schlichten Mudéjar-Stil und ist als kulturhistorisches Denkmal ausgezeichnet. An diesem Ort sollte der Künstler dem Hauptaltar und zwei Gebäudeseiten seinen Stempel aufdrücken.

Im Innenbereich gibt es noch drei Originalwerke: "Johannes der Täufer", "Der Evangelist" und "Die Auferstehung Christi". Jahre später wurden übrigens die sterblichen Überreste El Grecos in diesem Kloster beigesetzt.

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Doch greifen wir nicht vorweg, sondern machen wir mit dem zweiten Auftrag weiter, den er von Luis de Castilla erhielt. Er bestand in der Erschaffung von "El Expolio", einem Gemälde, das der Sakristei der Kirche zu Ehre gereichen sollte. Dort wurde angeblich eine wertvolle Reliquie aufbewahrt: ein Stück des Umhangs, den Jesus Christus vor seiner Kreuzigung trug.

Bei der Betrachtung dieses Werks wird ein ausgereiftes Talent deutlich. Von diesem Talent zeugen vor allem die Intensität und Schärfe der Pigmentierung sowie die große Sicherheit bei der Raumaufteilung.

Die Dominanz von hell und dunkel und die Darstellung der Figuren lassen auf einen überragenden Künstler schließen. Er war von seiner Technik überzeugt, bei der die Darstellungen von Menschen sich verlängern, sodass sie zu himmlischen Wesen in einfachen und dynamischen Werken voller Leben werden.

Mit der Kathedrale hatte er einige Probleme in Bezug auf seine Bezahlung. Dennoch eröffneten sich ihm aufgrund der hohen Qualität seiner Arbeit neue Möglichkeiten, sein Talent unter Beweis zu stellen.

Diese neuen Möglichkeiten kamen vom Adel, der das einzigartige Talent des Malers dazu nutzen wollte, sich in Portraits verewigen zu lassen, und den Künstler in geförderten Kirchen und Kapellen arbeiten ließ. Aus dieser Zeit stammt eines seiner größten Werke, "Das Begräbnis des Grafen von Orgaz".

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Das Haus von El Greco

Möglicherweise war dies auch die Zeit, zu der er sich auf eines der Anwesen des Marqués de Villena begab. Leider gibt es keine sicheren Belege dafür, wo genau sich das eigentliche Heim des Malers befand.

Heute könnt Ihr das Museo del Greco besuchen, das auch als "Casa del Greco", das Haus von El Greco bezeichnet wird. Allerdings wurde dieses Gebäude Anfang des 20. Jahrhunderts gekauft. Es liegt ganz in der Nähe des Wohnsitzes des Manieristen, den er in einem Brand verlor.

Das Gebäude im Judenviertel wurde restauriert und im Stil der Epoche eingerichtet. Hier wird eine Sammlung seiner Arbeiten gezeigt: "Das Apostolat", die Portraits der Familie Covarrubias, "Christus-Segen" oder "Ansicht und Plan von Toledo".

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Das Judenviertel

Das Museum liegt in einer der wichtigsten historischen Gegenden von Toledo, dem Judenviertel. Hier wohnten bist zu ihrer Vertreibung die reichsten Juden der Stadt.

Den Besuchern macht es großen Spaß, nach den hebräischen Fliesen Ausschau zu halten, die hier vielerorts zu finden sind. Sie dienten dazu, den Außenbereich des Judenviertels zu kennzeichnen, wo noch heute die Häuser und Paläste zu bewundern sind, die von der sephardischen Gemeinde vergangener Tage bewohnt wurden.

Auf keinen Fall versäumen solltet Ihr die Synagoge Santa María La Blanca, ein wunderschönes Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert. Die Synagoge ist im Inneren reich verziert, und ihre Säulen und Bogen verleihen ihr ein Aussehen, das an eine Moschee erinnert. Heute gehört das Bauwerk der Kirche, obwohl hier keine Gottesdienste abgehalten werden und das Gebäude für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Auf Streifzug durch Toledo

Als Reisende solltet Ihr wissen, dass Toledo wie geschaffen dafür ist, individuelle Touren zu planen. Auch wenn der Weg unterschiedlich verläuft, eines haben sie alle gemeinsam: Ihr wandelt hier auf den Spuren des großen, außergewöhnlichen und hedonistischen Griechen und seinen traumartigen, verlängerten Figuren.

Versäumt es nicht, durch die Straßen und engen Gassen zu schlendern und dabei auch den Blick auf die Stadt vom anderen Ufer des Tajo aus zu genießen. Und das ist nur einer von vielen möglichen Vorschlägen. Eine Reise nach Toledo ist immer eine gute Wahl, wenn Ihr Lust auf einen Kultururlaub habt, bei dem einfach alles stimmt.