Nach mittelalterlichen Burgen sucht man in Dubai vergebens, wobei nicht auszuschließen ist, dass einem in einer Mall eine angeboten wird. Dubai wurde im letzten Jahrhundert mitten in der Wüste hochgezogen; die Geschichte der Stadt wird jetzt erst geschrieben. Der Moderne zum Trotz ist dieses arabische Emirat Farbe und Kultur. Kirstie Pelling vom Family Adventure Project verrät uns ihre zehn besten Tipps, um die Kultur Dubais zu ergründen.

Das kleine Museum befindet sich im Al-Fahidi-Fort, dem ältesten Bauwerk der Stadt, in Bur Dubai und ist interessant und lehrreich zugleich. Lebensgroße Nachbildungen zeigen die rasante Entwicklung Dubais von den ersten Siedlungen bis zur heutigen Metropole in nur etwas mehr als einem halben Jahrhundert. Zu sehen gibt es ein traditionelles Haus, einen Windturm und eine Dau. Außerdem erfahren Besucher Wissenswertes zur Geschichte der Perlenindustrie und zum Ölboom, der dieses urbane Märchen aus Tausendundeine Nacht inmitten der Wüste überhaupt erst ermöglicht hat.

Ob Gold oder Gewürze, Paschminas oder Parfum, Knöpfe oder Küchenutensilien, irgendwo in Dubai gibt es garantiert einen Souk, auf dem es genau das gibt, was man schon immer einmal kaufen wollte oder zumindest plötzlich meint, unbedingt kaufen zu müssen. Dabei geht es hier eigentlich gar nicht um die Waren, sondern ums Schwatzen, Feilschen und Stöbern. Nur wenige Standbesitzer kommen ursprünglich aus Dubai und viele haben es auf kauffreudige Touristen abgesehen. Nichtsdestotrotz bekommt man hier ein Gefühl für den traditionellen Handel, bevor klimatisierte Malls überhandgenommen haben. Bereits nach fünf Minuten auf dem Deira Old Souk fanden wir uns in einem der Geschäfte wieder, wo die Jungs in Dischdaschas und Kufiyas eingekleidet wurden.

Dies war mein Highlight in Dubai und noch dazu mit Abstand das günstigste. Überhaupt habe ich mich vom Dubai Creek geradezu magnetisch angezogen gefühlt. Bei Sonnenuntergang sorgen die Wassertaxis, Abra genannt, irgendwie für eine ganz besondere Stimmung. Die unzähligen Boote, die Pendler über den Fluss befördern, können zugegebenermaßen etwas Verwirrung auslösen, aber die Einheimischen sind äußerst hilfsbereit. Hat man erstmal das richtige Taxi gefunden, springt man einfach an Bord und zahlt dem Fährmann irgendwann auf der Hälfte der Fahrt einen Dirham. Mit größerem Budget lohnt sich auf jeden Fall auch die Fahrt auf einer Dau, einer Art Segelschiff, auf den Fluss und durch den Hafen von Dubai. Unser Dau-Tour war im Rahmen der Big Bus Tour kostenlos.

Die Fahrt mit dem Wassertaxi oder einer Dau lässt sich gut mit einem Spaziergang am Flussufer verbinden. Wenn der Tag zur Neige geht, bietet sich hier ein faszinierendes Spektakel. Dann werden die alten Holzboote entladen, die eine lange Reise aus Indien oder dem Jemen zurückgelegt haben.

Keine Reise nach Dubai wäre komplett, ohne den Blick auf die Skyline. Die hochmoderne Architektur der Stadt bricht immer wieder Rekorde und hat eine unglaubliche Anziehungskraft. Ein Touristenhighlight ist der Blick von der Spitze "At The Top" des höchsten Gebäudes der Stadt, Burj Khalifa. Wenn es etwas günstiger sein soll, ist aber auch der Blick von unten nicht zu verachten! Besonders faszinierend ist der Anblick bei Nacht, wenn die Springbrunnen vor dem Turm in Betrieb sind. Gleichsam interessant ist die futuristische Fahrt mit der klimatisierten Metro durchs Finanzviertel, um einen Blick auf die beeindruckenden Häuserschluchten zu erhaschen.

Ein absolutes Muss einer jeden Reise nach Dubai ist ein Moscheebesuch. Die Jumeirah-Moschee gilt als eines der wichtigsten Wahrzeichen und als schönste Moschee der Stadt. Wer einen Mietwagen und Lust auf einen Ausflug hat, für den lohnt sich der Weg ins etwa anderthalb Stunden entfernte Abu Dhabi zur Scheich-Zayid-Moschee, einer der größten Moscheen der Welt. Als wir da fahren, fragte ein kleiner Junge: "Ist das das Taj Mahal?". Das strahlendweiße Gebäude mit seinen acht Kuppeln bietet 41.000 Gläubigen Platz und ist wirklich einfach nur atemberaubend schön. Täglich außer an Freitagen gibt es kostenlose Führungen.

Wem es in Dubai zu heiß wird, sollte einen Ausflug in die Hügel von Hatta in Betracht ziehen, die etwa eine Stunde entfernt sind. Von einem kleinen Hügel im Park der Stadt hatten wir einen tollen Blick auf das Hadschar-Gebirge. Hier befinden sich auch die berühmten Wadis, natürliche Felsenpools. Ebenfalls sehenswert, zumindest wenn man etwas mehr Zeit hat, ist der Besuch der Gartenstadt al-Ain mit ihrem legendären Kamelmarkt.

Dubai könnte kosmopolitischer nicht sein, doch vor allem rund um die Souks gibt es immer noch viele Cafés, die einfache einheimische Speisen wie Schawarma anbieten. Wir sind allerdings etwas über die Stränge geschlagen und haben im Atlantis The Palm Kamelmilch-Eis probiert. In einigen Restaurants wird den Gästen am Ende einer Mahlzeit auch eine Shisha angeboten.

Zwar fallen Malls auf den ersten Blick nicht in die Kategorie Kultur, aber sie sind ein integraler Bestandteil Dubais und als gigantische Unterhaltungs- und Kunstzentren nicht zu unterschätzen. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt, von Dinosauriern hin zu Skipisten und ägyptischen Statuen. In den Malls treffen sich am Samstagabend die Einheimischen, um zu shoppen und zu flanieren. Dann kann man es sich hier herrlich bei einem Mocktail gemütlich machen und Leute beobachten.

Lange muss man in Dubai nicht warten, bis einem das erste Kamel begegnet. Wir haben einige am Straßenrand, in der Wüste und selbst im Garten eines Hauses gesehen. In der Rennsaison von Oktober bis März ist der Besuch eines Kamelrennens ein einmaliges Erlebnis. Will man aber ganz nah heran, dann muss es schon ein Kamelritt sein. Dabei aber immer gut festzuhalten, falls das Kamel irgendwann mal keine Lust mehr hat.