Alster oder Elbe: Segeln in Hamburg ist so vielfältig wie die Hansestadt selbst. Der Binnensee der Außenalster misst etwa 164 Hektar Wasserfläche und liegt mitten in der Stadt, während die Elbe sich als Tidengewässer südlich der Innenstadt über etwa 40 Seemeilen bis nach Cuxhaven und zur Nordsee erstreckt.

Etwa acht Prozent des Hamburger Stadtgebiets sind Wasserfläche: Segeln in Hamburg bedeutet auch Segeln mitten in der Großstadt mit erstklassiger Verkehrsanbindung. Die Alster gilt zudem als hervorragendes Ausbildungsrevier. So haben sich hier neben zahlreichen Vereinen auch die meisten Segelschulen und Bootscharter der Hansestadt angesiedelt. Quasi rund um die Außenalster - ein Spaziergang von 7,4 Kilometern - gibt es Vereine mit Gastplätzen für Tageslieger und verschiedene Möglichkeiten, Segelboote stundenweise zu chartern. Um eine Jolle zu mieten und die Alster auf eigene Faust zu erkunden, ist aus versicherungstechnischen Gründen meist ein Sportbootführerschein Binnen vorzulegen. Unter Seglern gelten hier die üblichen Kollisionsverhütungsregeln - und auch auf der Alster hat die Berufsschifffahrt selbstverständlich Vorfahrt. Die Besonderheit bei Begegnungen mit anderen Sportbooten ist jedoch, dass auf der Alster ansonsten stets die rechts vor links Regel gilt: Besonders am Westufer trifft man auf zahlreiche Sportruderboote und an heißen Tagen tummeln sich zwischen den Seglern auch unzählige Tretboote, Kanus und Ruderkähne, denen es oft auszuweichen gilt. Eine weitere Besonderheit der Alster sind die manchmal am Ostufer auftretenden Windkanäle und Verwirbelungen, die sich aufgrund der Innenstadtlage inmitten hoher Bebauung bilden. Einige Segelschulen für erste Erfahrungen auf dem Wasser, für Ferienkurse, Schnupperkurse oder den Sportbootführerscheinerwerb gibt es am südöstlichen Ufer der Außenalster entlang der Straße An der Alster, nur wenige Gehminuten vom Hamburger Hauptbahnhof. Auch hier können Boote stundenweise gechartert werden.

Segeln mit dem Strom auf der Elbe

Das Gezeitenrevier der Unterelbe erfordert einiges mehr an Segelerfahrung. Hier sollten Skipper zum Beispiel stets den Tidenkalender für die Deutsche Bucht an Bord haben: Etwa drei Meter Höhenunterschied und Strömungen von bis zu fünf Knoten sind zwei Mal täglich zu erwarten, sodass ein Segeln gegen die Tide reine Sisyphusarbeit ist. Auch sollte man sich bewusst sein, dass man sich hier den Fluss mit der Berufsschifffahrt des zweitgrößten Containerhafens Europas teilt: Die Elbe ist ab Hamburg Seeschifffahrtsstraße. Ab Brunsbüttel gilt die Elbe als Seerevier, bereits ab dem Este-Sperrwerk bei Cranz ist der Sportbootführerschein See Pflicht. Im Hafengebiet zwischen Oortkaten im Osten und Cranz im Westen gilt parallel auch der Sportbootführerschein Binnen. Gut ausgebildet und ausgerüstet ist die anspruchsvolle Elbe aber auch eines der schönsten und abwechslungsreichsten Reviere Deutschlands. Hochsee-Törns nach Helgoland, Badestrände auf den Elbinseln und idyllische kleine Häfen in den Nebenflüssen machen die Elbe bei Seglern zu einem beliebten Ziel für Wochenendtörns. Auch der Nord-Ostsee-Kanal ist über die Elbe schnell erreicht. Verschiedene Mitsegelgelegenheiten, Jachtcharter und die Möglichkeit zu einem Törn auf einem historischen Segelschiff finden sich in Wedel im Westen der Hansestadt. Auch auf der Elbe ist es möglich, den Sportbootführerschein Binnen zu erwerben oder das Elbsegeln in einem Schnupperkurs zu testen: Gleich zwei Jachtschulen haben sich in Finkenwerder am Südufer der Elbe angesiedelt und sind vom Zentrum Hamburgs aus gut mit den HADAG-Fähren zu erreichen.