Auf unserem Rundgang durch das Unionviertel – ursprünglich ein Arbeiterviertel, heute ein angesagtes Viertel – begeben wir uns auf die Spuren eines Phänomens aus dem Ruhrgebiet, das Kultstatus genießt: Trinkhalle, Bude, Büdchen, Kiosk … viele Namen, hinter denen sich eine Welt voller nützlicher und leckerer Dinge verbirgt. Egal, ob dir nach Ladenschluss noch Milch oder Toilettenpapier fehlt, dir auf einer Party das Bier ausgeht, du plötzlich ein unwiderstehliches Verlangen nach einer selbst zusammengestellten Mischung aus Süßigkeiten oder Chips verspürst oder schnell eine Zeitung kaufen möchtest: Der Kiosk hat (fast) alles, was dein Herz begehrt.
Und das erwartet euch: Wir starten am Hochbunker in der Rittershausstraße, beim Café Erdmann, und machen uns gemeinsam auf den Weg zu verschiedenen Bodegas im Unionviertel mit seinem urbanen Charme, wo wir euch mit einer bunten Auswahl an Leckereien verwöhnen werden.
Während der Führung erfährst du viel über die Geschichte und die Bedeutung der Trinkhalle für Dortmund und das Ruhrgebiet. Zum Beispiel, dass die Idee für die Trinkhalle bis in die Zeit der Industrialisierung zurückreicht, als Bergwerks- und Fabrikbesitzer sie vor den Fabriktoren errichteten. Sie wurden von Bergleuten und Fabrikarbeitern betrieben, die nicht mehr arbeiten konnten, und boten Mineralwasser und Erfrischungsgetränke an, um den Bier- und Schnapsverbrauch der hart arbeitenden Männer einzudämmen. Das Trinken von Leitungswasser stellte aufgrund von Verunreinigungen ein Gesundheitsrisiko dar. Oder wie die Kioske nach und nach ihr Sortiment umstellten, nachdem sie auch in den Arbeitervierteln wie dem Unionviertel eröffnet hatten, und nicht mehr nur ein Ort für dringende Einkäufe waren, sondern auch ein Treffpunkt, an dem sich die Leute bis heute treffen und unterhalten! Oder dass der Kiosk von damals nicht mehr der Kiosk von heute ist, wie und warum sich all das verändert hat und warum es heute zum Beispiel den „Trinkhallenverein“ gibt, der sich der Erhaltung der Kioskkultur verschrieben hat.
Verkostung: Ja, die wird es geben.