Ihr macht immer im gleichen Ort Skiurlaub? Meiner Meinung nach sollte man im Skiurlaub öfters mal was Neues ausprobieren. Andere Länder, andere Sitten - andere Lifte, andere Speisen auf den Hütten und andere Gipfelblicke.

In den letzten Jahren war ich viel unterwegs in diversen Skigebieten, von Frankreich über Italien bis nach Kanada. Hätte ich die Qual der Wahl nur eine Region im Winter zu besuchen, würde meine Wahl immer wieder auf Südtirol fallen. Genauer gesagt: die Dolomiten. Die Kombination aus spektakulärer Landschaft, Pistenvielfalt und phänomenal guter Küche ist für mich einmalig.

Drei der Skigebiete, die unter anderem im "Dolomiti Superskipass" inkludiert sind, möchte ich euch gern genauer vorstellen. Wir fangen auf der Seiser Alm an, wechseln dann ins unweit entfernte Grödner Tal und ziehen zum Schluss noch ein paar "First Lines" in den kleineren Skigebieten im Hochpustertal.

Die Seiser Alm - Alpe di Siusi

Die Seiser Alm ist die größte Hochalm Europas und liegt ca. 20km nördlich von der Südtiroler Hauptstadt Bozen. Im Winter verwandelt sie sich zum Ski- und Langlaufparadies, dabei ist sie vor allem für Genießer und Anfänger das ideale Gebiet. Meiner Meinung ist sie aber auch für Fortgeschrittene ein tolles Gebiet, weil es immer etwas zu entdecken gibt. Zwischen Schlern, Langkofel und Plattkofel - den markanten Bergen, die steil empor ragen, kann man sich gut orientieren. Die Seiser Alm selbst ist ein Landschaftsschutzgebiet und darf daher nur streng reglementiert befahren werden. Wer in einem der Hotels oder Hütten auf der Seiser Alm selbst wohnt, darf untertags nur zur An- und Abreise mit dem Auto fahren. Oft führen die Wege dabei auch über Skipisten, was bereits die Anreise zu einem kleinen Abenteuer macht.

Seiser Alm

Compatsch ist die größte Siedlung auf der Seiser Alm und aus dem Tal entweder mit der Seilbahn oder über die Mautstraße zu erreichen. Hier kommt am ehesten ein wenig Dorf-Feeling auf, die restlichen Unterkünfte sind recht verstreut auf der Alm. Statt Après-Ski gibt es hier Sundowner mit Bergblick, Mondschein-Langlauf und Nachtrodeln.

Mein Tipp: Beim Franz in der Gostner Schwaige gibt es die allerbesten Knödel!

Seiser Alm

Langlaufen auf der Seiser Alm

Grödner Tal - Val Gardena

171 Pistenkilometer, 78 Lifte (inkl. Seiser Alm)

Im Winter kann man von der Seiser Alm direkt ins Grödner Tal abfahren. Das Val Gardena (oder "Gherdeina" wie es auf Ladinisch heißt) ist bekannt für seine vielen Holzschnitzer, deren Kunstwerke selbst vom Pistenrand immer wieder sichtbar ausgestellt sind.

Co vala?*

Besonders beeindruckend ist für mich in Gröden die Selbstverständlichkeit, mit der die Einheimischen zwischen den drei hier üblichen Sprachen hin und herwechseln: Deutsch, Italienisch und Ladinisch. Ladinisch ist eine alte rätoromanische Sprache, die nur mehr in wenigen Tälern gesprochen wird. Man ist merkbar um den Erhalt bemüht und sind die Einheimischen mal unter sich, sprechen sie meist ausschließlich Ladinisch. (*Wie geht's?)

Die Skiorte St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein sind mit modernen Liftanlagen verbunden. Am Ende des Tals, bei Wolkenstein, startet die berühmte Skirunde "Sella Ronda", bei der man das Sella Massiv umrundet. Eine schöne Tour, bei der man immer wieder die Wahl zwischen einfacher und schwieriger Abfahrt hat und meistens einen ganzen Tag unterwegs ist.

Mein Tipp: Die Emilio Comici Hütte wurde nach gleichnamigen dem Grödner Alpinisten Urgestein benannt. In erster Linie ist sie aber dafür bekannt, köstliche Fischgerichte zu servieren und das Mitten im Skigebiet. Wer sich also mal etwas richtig Gutes gönnen möchte, lässt die Jause zuhause und genießt die feine Küche auf über 2.000m Seehöhe.

Der Langkofel vom Groednertal aus gesehen

Sella Ronda

Emilio Comici Hütte Dolomiten

Drei Zinnen Dolomiten - Tre Crime Dolomiti

93 Pistenkilometer, 32 Lifte Das Hochpustertal

Wer es gern familiär und abwechslungsreich mag, ist im Hochpustertal genau richtig. Die Skigebiete sind etwas kleiner, entpuppen sich an Powdertagen aber zu richtigen Geheimtipps.

Der Haunold ist der Hausberg des Ortes Innichen, Monte Elmo (der Helm) liegt bereits etwas höher und ist sowohl von Vierschach, als auch von Sexten aus erreichbar. Hier wurde ein Verbindungslift geschaffen, um den Monte Elmo mit dem Skigebiet Rotwand zu verbinden.

Skigebiet Rotwand

Innichen

Mein Tipp: Neben Hotels gibt es hier auch viele Privatunterkünfte und "Urlaub am Bauernhof". Wer in einem der heimeligen Appartements übernachtet, kommt mit etwas Glück in den Genuss eines Frühstücks mit Produkten vom eigenen Hof!

Neugierig geworden? Euren passenden Skiurlaub in den Dolomiten findet ihr hier!