Salt Lake City Panoramic view with snow capped Wasatch MountainsVollmundig wirbt Utah damit, den besten Schnee der Welt zu bieten - und möglicherweise ist da tatsächlich etwas dran. Zwar lässt sich aus dem besonders trocknen Pulverschnee nicht einmal ohne weiteres ein Schneeball formen, Skifahrer sind auf der weißen Pracht dafür wie auf Watte unterwegs.
Obwohl es deshalb seit ein paar Jahren immer mehr Wintersportler in den "Beehive State" , den Bienenstock-Staat, zieht, haben sich die meisten Skigebiete ihre Naturnähe bewahrt: Auf manch abseits gelegener Piste kreuzt bei den hier üblichen spektakulären Abfahrten durch die Wälder allenfalls ein aufgeschreckter Elch den Weg.

Salt Lake City

Spätestens die im Jahr 2002 in Salt Lake City ausgetragenen Olympischen Spiele machten Utah auch hierzulande als Winterparadies bekannt. Nicht zuletzt dank des Museums of Fine Arts, das sich der Kunst des 20. Jahrhunderts verschrieben hat, ist die einstmals von Mormonen gegründete Großstadt aber selbst im Sommer eine Reise wert.


Der Bautätigkeit der Mormonen hat die Hauptstadt des Bundesstaates den in der Innenstadt gelegenen Tempel Square zu verdanken; ein rund vier Hektar großes Areal, auf dem sich unter anderem auch der für seine Monumentalität weithin bekannte Salt-Lake-Tempel befindet.
Als größte Religionsgruppe drücken die Mormonen der Stadt auch in der Gegenwart noch immer ihren Stempel auf. So wird beispielsweise in einigen Restaurants und Cafés noch immer auf den Ausschank von Alkohol verzichtet. Allerdings hat sich der Umgang mit Alkohol in den letzten Jahren stark gelockert. Mittlerweile ist Salt Lake City und auch das Umland sogar für seine Craft Beer Brauereien bekannt. Nennenswert ist hier das 'Squatters' im Zentrum, ein Brewpub, in dem sich auch klassisches amerikanisches Pub Food genießen lasst. Darunter zum Beispiel der Artichoke Cheese Dip (Artischoken-Käse-Dip) oder Bacon Topped Meatloaf (Hackbraten mit Speck).

Skigebiete für alle "Gewichtsklassen"

Da sich Salt Lake City in eine Talsohle - das Salt Lake Valley - schmiegt, ist die knapp 200.000 Einwohner zählende Stadt in den Wintermonaten von verschneiten Bergen geradezu umzingelt; zehn verschiedene Skigebiete sind im Höchstfall eine Autostunde weit entfernt.

Als erfreulich geldbeutelschonend stellt sich dabei ein Abstecher in das Brighton Resort heraus, wo die Tageskarte lediglich mit 58 $ zu Buche schlägt: Für diesen vergleichsweise gcnstigen Preis bekommen Besucher auf den 66 Pisten eine durchschnittliche Schneehöhe von 185 cm geboten.
Dank des in Brighton besonders ausdauernden Schneefalls zieht sich die Saison hier bis weit in den April. Schier endlos lange Abfahrten mit einem Höhenunterschied von über 500 m und die moderne Infrastruktur erwecken überdies nie den Anschein, als ein Sparfuchs auf den Brettern zu stehen.

Im Snowbird Resort trennt sich die Spreu vom Weizen

Während in Brighton auch Gelegenheitssportler glücklich werden, lockt das Snowbird Ski Resort ausgewiesene Könner an. Die mehrheitlich unpräparierten Pisten sind aufgrund der Einstufung schwarz bzw. doppelt schwarz nichts für schwache Nerven. Für die Strapazen kann jedoch schon allein der originelle "Aufstieg" zum Mineral Basin entschädigen: Durch den Peruvian Tunnel werden Skifahrer auf einem Förderband zum Gipfel gebracht; dabei geht es auf einer rund 1,5 km langen Strecke mitten durch den Berg.
Aufgrund der sich bietenden malerischen Panoramen ist das Snowbird Ski Resort allerdings nicht nur für Extremsportler interessant. So mancher Insider schwört Stein und Bein, dass sich hier das schönste aller Skigebiete in Utah befindet.

Park City

Im Vergleich zur 45 Autominuten entfernten Hauptstadt mutet das deutlich kleinere Park City lebhafter und bunter an. Vielleicht auch aufgrund des besonderen Flairs hat sich mittlerweile auch so mancher aus Hollywood bekannte Schauspieler unter die knapp 8.000 Einwohner gemengt.
Beinahe folgerichtig trug dann auch einer dieser Stars maßgeblich zum Aufschwung des einstmals von seinen Minen lebenden Städtchens bei: Mit dem Sundance Film Festival - Amerikas wichtigstes Independent Film Festival - hat sich Robert Redford auch abseits seines künstlerischen Werks ein Denkmal gesetzt.
Vor allem auf die Strahlkraft des langjährigen Vorsitzenden ist es schließlich zurückzuführen, dass es alljährlich im Januar Heerscharen von Regisseuren und Schauspielern in die Berge zieht, die sich bei dieser Gelegenheit natürlich auch gleich einmal auf den Brettern ausprobieren.
Robert Redford bekommt man in Utah hingegen nicht nur beim Sundance Film Festival zu Gesicht. In dessen Luxus-Resort samt des angeschlossenen Restaurants Tree-Room stehen die Chancen naturgemäß besonders gut, in Gegenwart des Oscar-Preisträgers zu speisen.

Die Abfahrt startet in der City

Urlauber benötigen hier noch nicht einmal notwendigerweise einen fahrbaren Untersatz, um in schneesichere Gefilde zu gelangen: Innerhalb der der eng gesteckten Stadtgrenzen finden gleich drei Skigebiete Platz.
Ein Besuch des Park City Resort lässt sich dabei sogar mit einem kleinen Bummel durch die sehenswerte Main Street verbinden. Per Town-Lift, der direkt an den Hotels und Lodges vorbeiführt, werden Skifahrer aus dem Herzen der historischen Altstadt auf den Gipfel transportiert. Seit sich das Resort kürzlich mit dem benachbarten Canyons zum größten Skigebiet der USA vereinigte, tragen insgesamt jedoch sogar 38 Lifte dafür Sorge, dass es ohne jeden Zeitverzug auf direktem Weg nach oben geht.
Angesichts der mehr als 200 zur Verfügung stehenden Pisten mit einer Gesamtlänge von fast 250 Kilometern lässt sich in diesem Resort mühelos ein ganzer Urlaub verbringen - zumal es lediglich eines Katzensprungs bedarf, wenn irgendwann doch einmal die Langeweile droht.

Whirlpool ('Hot Tubs') am Marriot Hotel Park City

In Deer Valley trifft sich die Elite

Das an der Ortsgrenze beginnende Deer Valley schließt schließlich unmittelbar an die innerstädtischen Skigebiete an; lediglich ein trennender Zaun legt hier Wert darauf, auf die unterschiedlichen Besitzverhältnisse hinzuweisen.
Jenseits des Zauns tobt sich die gehobene Gesellschaft auf 88 Skipisten sämtlicher Schwierigkeitsstufen aus. Mit den stets höchsten Ansprüchen genügenden Hotels, Restaurants und Serviceangeboten zieht das Deer Valley Resort selbst Superreiche in seinen Bann.

Vielseitig, schneesicher - und immer eine Reise wert

Glücklicherweise braucht es jedoch nicht zwingend ein millionenschweres Erbe, um dem Reiz des Skifahrens in den Vereinigten Staaten zu erliegen. Auf den zahllosen Pisten sind alle Wintersportler bestens aufgehoben, die das Wedeln durch eine noch weitgehend naturbelassene Berglandschaft lieben.
Zu der wohltuenden Ursprünglichkeit tragen auch die durchschnittlichen 13 Meter Neuschnee bei, die alljährlich für eine traumhafte Winterlandschaft sorgen. In Utah braucht es keine Schneekanonen, um optimale Abfahrtsbedingungen zu schaffen.