Eine Woche Andalusien mit allen Highlights

Stell Dir vor, Du hast nur eine Woche Zeit und einen Mietwagen in Andalusien. Du willst soviel sehen, aber alle sagen, dass Du Dir zu viel zumutest. Genau so ging es uns, als wir vor Kurzem nach Andalusien aufgebrochen sind. Soviel sei verraten: Wir haben alles geschafft. Und sind nur 1.200 Kilometer gefahren.

Gelandet sind wir abends in Malaga -und haben die Stadt mit dem Mietwagen sofort in Richtung Ronda verlassen. Auf halber Strecke haben wir in der kleinen Stadt Alozaina übernachtet.

Die Stadt selbst ist nicht unbedingt touristisch sehenswert. Aber auf jeden Fall einer guter Ausgangspunkt, um am anderen Morgen sehr früh nach Ronda zu kommen - noch vor den Massen der Tagestouristen.

Ronda - Die Stadt an der steilen Schlucht

Die Stadt Ronda ist vor allem für ihre Lage bekannt. Alter und neuer Ortskern werden von einer 100 Meter tiefen Schlucht getrennt. Die Ränder der Schlucht fallen senkrecht nach unten und die Häuser stehen teilweise sehr nah am Abgrund. Das beliebteste Fotomotiv Rondas ist die massive Brücke, die die Schlucht überspannt.

Ronda in Andalusien

Ronda in Andalusien

Monkey-Business in Gibraltar

Gibraltar hat uns beiden leider überhaupt nicht gefallen. Die Erfahrung mitten in Spanien auf einmal britisches Hoheitsgebiet zu betreten ist bestimmt aufregend. Auch, dass hinter der Ausweiskontrolle auf einmal britische Polizisten, rote Telefonhäuschen und Doppeldecker warten, ist ein schön skurriles Erlebnis. Aber wir sind mit Gibraltar einfach nicht warm geworden. Sehr schön soll die Fahrt mit der Seilbahn auf den Gipfel des berühmten Felsen Gibraltars sein. Dort oben erwartet Dich wunderbare Natur und natürlich die weltberühmten Affen Gibraltars. Wir haben uns die Affen einfach vom Auto aus am Straßenrand angesehen und sind nach zwei Stunden direkt weiter gedüst nach Tarifa.

Gibraltar

Gibraltar

Tarifa - die entspannte Kite-Surfer-Metropole

Hier haben wir erst festgestellt, wie sehr uns Gibraltar gestresst hat. Gibraltar war einfach nur voll und quirlig. Die Küstenstadt Tarifa ist das genaue Gegenteil und tiefenentspannt. Ein langer Sandstrand und die schöne Altstadt locken vor allem Kite-Surfer hierher. Denn der Wind ist perfekt für die Surfer und so ist es kein Wunder, dass es an den umliegenden Stränden nur so von Kite-Surfern wimmelt.

Die Surfer bringen ihre entspannte Lebenseinstellung mit und machen Tarifa zum perfekten Ort, um ein paar Tage zu entspannen.

Aber nicht für uns. Schon nach einer Nacht in Tarifa ging es weiter. Nur einige Kilometer vor Tarifa legten wir dann doch einen Strandtag am Punta Paloma direkt an der riesigen Sanddüne ein. Den Tag haben wir hauptsächlich damit verbracht, uns in der Sonne zu aalen und die vielen Kite-Surfer zu beobachten. Von blutigen Anfängern bis zu Profis mit halsbrecherischen Manövern ist hier alles geboten.

Surfer in Tarifa

Schlossruine in Tarifa

Vejer de la Frontera - die weiße Stadt im Hinterland

Vom Strand führte uns unsere Route direkt in die Stadt Vejer de la Frontera auf einer Erhebung im Hinterland. Sie ist eine der vielen weißen Städte in dieser Gegend und wirklich sehr entspannt. Kurz vor Sonnenuntergang war hier aber noch nicht allzu viel los, so dass wir nochmal an die Küste zum Leuchtturm am Kap Trafalgar gefahren sind. Als die Sonne verabschiedet war, lebte die Stadt auf. Restaurants und Bars öffneten ihre Türen und das Leben passierte auf den Straßen und Plätzen. Nach einer kurzen Nacht haben wir die Stadt bei einem entspannten Spaziergang erkundet und schon ging es weiter auf dem Roadtrip.

Cadiz - wir wollten nicht, waren dann aber doch begeistert

Die Stadt Cadiz hätten wir eigentlich ausgelassen. Zum Glück haben wir uns aber die Zeit genommen, denn die Stadt ist wirklich toll. Lass Dich nicht von der langen Anfahrt durch die vielen gesichtslosen Neubauten abschrecken. Die Altstadt ist wirklich wunderbar und erinnert mit ihren verwinkelten Gassen und versteckten Plätzen schon sehr an Kubas Hauptstadt Havanna.

Absolutes Highlight ist aber definitiv die prachtvolle Kathedrale.

Sehr beeindruckend ist die Akustik in der Krypta der Kathedrale. Wenn Du dort bist, solltest Du Dich unbedingt einmal selbst davon überzeugen.

Cadiz in Andalusien

Cadiz in Andalusien

Jeres de la Frontera - die Heimat des Sherrys

Auf dem Weg von Cadiz nach Sevilla liegt die Stadt Jeres de la Frontera. Sie ist vor allem für den Sherry bekannt. Tagsüber kannst Du Touren durch die vielen sogenannten Bodegas machen und natürlich auch den ein oder anderen Sherry probieren. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kathedrale und der sogenannte Alcazar. Eine beeindruckende arabische Festungsanlage, in die sogar eine Moschee integriert ist.

Als wir Anfang Juni in der Stadt waren, hat uns die Natur am meisten beeindruckt. Überall blühten die knallig-lilafarbenen Jacaranda-Bäume

Sevilla - einfach nur wow

Krönender Abschluss dieses Tages war Sevilla. Die Stadt wird dich schon beeindrucken, wenn Du über die breiten Straßen in das Stadtzentrum fährst. Links und rechts entdeckst Du Prunkbauten. Zum Sonnenuntergang zog es uns auf den Metropol Parasol, ein riesiges und sehr beeindruckendes Bauwerk aus Stahl und Holz mit Besucherplattform. Der Tag endete auch heute wieder mit leckerem Abendessen in einer der vielen Tapas-Bars.

Diese Stärkung war dringend nötig, denn am folgenden Tag wartet viel Sightseeing auf uns. Zuerst natürlich die Kathedrale von Sevilla. Sie ist einer der größten Sakralbauten der Welt und sollte auf jeden Fall auf Deiner Todo-Liste für Sevilla stehen. Beeindruckend ist das Grab des Entdeckers Christoph Kolumbus und der riesige goldene Altar.

Direkt gegenüber findest Du den Alcazar von Sevilla. Hier haben deine Sinne einiges zu tun. Neben den vielen architektonischen Leckerbissen, ist vor allem der wunderbar angelegte weitläufige Park absolut sehenswert. Plane für Alcazar mindestens einen halben Tag ein, damit Du genug Zeit für alles hast und ein paar Ruhepausen einlegen kannst.

Vom Alcazar kannst Du noch ganz entspannt zur Plaza Espana spazieren. Ein riesiger Platz mit einem beeindruckenden Bau auf halbrundem Grundriss. Das ganze Areal wurde anläßlich der Iberoamerikanischen Ausstellung im Jahr 1929 eingeweiht.

Sevilla

Andalusien

Sevilla, Cordoba und Granada an einem Tag.

Am folgenden Tag erledigten wir die weiteste Tagesetappe unseres Roadtrips. Mehr als 300 Kilometer führten uns von Sevilla über Cordoba bis nach Granada. Und trotz des enormen Umwegs waren wir sehr froh über unseren Abstecher nach Cordoba.

Die Mezquita-Kathedrale in Cordoba ist ein einzigartiges Bauwerk, das Dich verblüffen wird. Stell Dir vor, eine Moschee wird über Jahrhunderte immer mehr erweitert bis das Gebäude enorme Ausmaße angenommen hat und der Innenbereich aus mehr als 1.000 rot-weiß gestreiften Torbögen besteht.

Dann kommen die Christen und beschließen, mehrere hunderte Bögen abzureissen und genau in die Mitte der Moschee eine gewaltige Kathedrale zu bauen. Das Ergebnis ist ein Stilmix ohne gleichen. Maurische Architektur trifft auf christliche Baukunst aus mehreren Epochen.

Mezquita-Kathedrale in Cordoba

Mezquita Cordoba

Von Cordoba aus führte uns der Roadtrip zum nächsten Highlight: Die Alhambra von Granada.

Direkt nach dem Aufstehen brachen wir auf in Richtung Alhambra und haben den kompletten Tag dort verbracht. Die Alhambra ist eine riesige Festung auf einer Anhöhe über der Stadt Granada. Schon von weitem siehst Du die vielen Gebäude hinter den hohen Mauern. Aus der Nähe betrachtet sind sie atemberaubend. Nur an wenigen anderen Orten wirst Du so detaillierte Steinmetz-Arbeiten in diesen Ausmaßen finden.

Alhambra ist eine Stadtburg in Granada

An unserem letzten Tag haben wir vor dem Abflug auf halber Strecke zwischen Granada und Malaga einen einsamen Strand entdeckt und dort noch einmal ausgiebig entspannt.

Malaga haben wir aber leider wieder ausgelassen und sind abends direkt zum Flughafen und nach Hause geflogen. Nicht nur deswegen kommen wir bestimmt nochmal nach Andalusien. Dann aber mit mehr Zeit, denn die Highlights haben wir ja schon alle gesehen.