Melbourne, Australiens zweitgrößte Stadt, gilt als Street-Art-Hauptstadt erster Klasse. Nicht zuletzt, weil die Metropole angeblich die größte Public Art Gallery der Welt beherbergt, was bei 64 Laneways, die mit farbenfrohen Wandmalereien und Graffitis an jeder Ecke einer riesigen Freilichtkunstausstellung gleichen, leicht zu glauben ist. Unsere Reisetipps für Melbourne führen zu der schönsten Street-Art von Melbourne.

Wer nach Melbourne reist, sollte sich für einen Stadtspaziergang viel Zeit nehmen - denn er wird angesichts der unglaublich kreativ gestalteten Straßenzüge garantiert öfters staunend stehenbleiben und die Kamera zücken. Zu den Graffiti-Hotspots zählen die Hosier Lane oder DeGraves Street, aber auch darüber hinaus entstehen immer wieder neue, unkonventionelle Orte, an denen die Künstler zuvor langweilige Wände und Mauern in echte Hingucker verwandeln. Die Street-Art von Melbourne verbindet sich mit einem ohnehin einmaligen Ambiente aus verborgenen Cafés, Rooftop-Bars, Suppenküchen und Boutique-Shops, die es zwischen den aufwendig gestalteten Kunstwerken zu entdecken gibt. Sehr wahrscheinlich ist, dass der Besucher sogar zu jeder Tages- und Nachtzeit Künstlern dabei zusehen kann, wie sie Häuserfassaden in den Gassen der Innenstadt in Kunstwerke verwandeln. Dazu nutzen sie neben Spraydosen auch Schablonen, Sticker und Wandfarben. So manches Loch in der Wand, hier und dort bröckelnder Putz oder Eisenstangen werden einfach zum Teil der Werke und verhelfen der Street-Art Gallery zu ihrem surrealistischen Erscheinungsbild.

Fred Fowler und weitere bekannte Street-Art-Künstler

Einer der bekannten Street-Art-Künstler Melbournes ist Fred Fowler, der unter dem Pseudonym NUROCK außergewöhnliche Kunstwerke in großen Dimensionen produziert, die sowohl komplex als auch provozierend sind. Auch Facter aka Fletcher Andersen hat einiges zur Street-Art in Melbourne beigetragen, darunter eine Wandmalerei im Bezirk Windsor, auf der eine Art kunterbunter Dinosaurier von abstrakten Formen und Gesichtern umgeben ist. Diese erschuf er zusammen mit dem Künstler Ruskidd. Auf Schablonen-Graffiti hingegen spezialisiert sich der Künstler Meek. Da er einige Zeit in London lebte, ließ er sich von dem großen Street-Art-Künstler Banksy inspirieren. Eins seiner Werke in den Straßen Melbournes zeigt einen Bettler mit einem Schild 'Keep your coins, I want change', ein cleveres Wortspiel, das vermutlich auf politische oder soziale Missstände anspielt. Der international angesehene Rone aka Tyrone Wright ist ein weiterer Künstler, der am liebsten in stark frequentierten Gegenden malt. Eins seiner bekanntesten Werke in Melbourne ist ein auf gelbem Hintergrund gemaltes, traurig dreinschauendes Gesicht mit einer Reihe entsetzt aufgerissener, schreiender Münder darunter.

Reisetipps für Melbourne: Street-Art-Touren durch die Innenstadt

Eine gute Möglichkeit, die Street-Art von Melbourne kennenzulernen, ist einfach drauflos zu laufen. Als Geburtsort der Street-Art-Szene der Stadt gilt die Hosier und Rutledge Lane gegenüber dem Federation Square. Hier finden sich kunstvolle Fantasiewesen, Naturmotive und Schriftzüge, die sich schnell in die meist fotografierten Sehenswürdigkeiten der Metropole verwandelt haben. Auch die nur vier Meter breite Caledonian Lane zwischen der Little Bourke Street und der Londsdale Street wartet mit beeindruckenden Comicfiguren, Schriftzügen und Collagen an den Hauswänden und Türen auf. Hier lassen sich einfache Strichzeichnungen neben großflächigen Fantasiegebilden auf den Fassaden bestaunen. In der Union Lane an der Bourke Street Mall treffen verschiedene Kunststile der Street-Art aufeinander. Die Kunstwerke hier befinden sich in ständigem Wandel, da alte Graffitis und Wandmalereien ständig durch neue Werke ersetzt werden. Wer möchte, kann auch an geführten Street-Art-Touren teilnehmen, die manches Mal von den Künstlern selbst geführt werden. Auch die Strecke der Tram 86 durchzieht die gigantische Open-Air-Galerie, die Melbournes Zentrum und Vororte geworden sind. Dazu gibt es Karten, die die schönsten Kunstwerke anzeigen.