Klöster für den Reisenden sind groß im Kommen - als Einkehr, als Location zum Fasten oder Yoga Lernen, zum Entspannen und als Hilfsmittel gegen ein drohendes Burnout. In Österreich gibt es bereits eine große Anzahl von Klöstern, die ihre Tore für uns Normalsterbliche bereits weit geöffnet haben. Wir müssen uns nur noch entscheiden: Wollen wir im Kloster Basen-Fasten, ein Digital Detox Wochenende ohne Internet genießen, gute und interessante Gespräche mit Brüdern oder Nonnen führen, gleich eine ganze Kur absolvieren, Ikonen malen oder gar Kräuterlehrling werden? Das alles wird angeboten und noch viel mehr.St. Lambrecht_Kloster_Mai2016_HQ (1 von 67)
Ich durfte kürzlich eine Nacht in einem Männer-Benediktiner Kloster in der Steiermark verbringen. Neben zahlreichen kulturellen Angeboten, die gemeinsam von den Fratres und ihren weltlichen Kollegen geleitet werden, kann man auch ganz simpel eine Nacht im Einzelzimmer verbringen, mitbeten und mitessen, spazieren gehen ohne Ziel. Es gibt kein Internet, keinTV-Gerät, kein Telefon und kaum Telefonempfang. Nur die Bibel liegt am Nachttisch neben dem schmalen Einzelbett.St. Lambrecht_Kloster_Mai2016_HQ (8 von 67)
Wenn es draußen schüttet und man sich auf fast 800 m Seehöhe befindet, wird es hinter den dicken Klostermauern in der Übergangszeit sehr schnell recht frisch. Da wünscht man sich schon einen Wasserkocher für die Wärmeflasche herbei - aber eine heiße Dusche tut´s auch. WC und Dusche sind in meinem kleinen Einzelzimmer vorhanden, auch eine schöne alte Kredenz mit Spiegel. Sonst gibt es nur noch einen Tisch, einen Sessel, einen Kasten und ein altes Fenster. Ich wohne in einem außen nicht gerade ansprechenden Gebäude, das für Gäste bestimmt ist und sich "Convict" nennt; das Einzelzimmer ist aber nicht ungemütlich. Es liegt nur ein paar Schritte hinter dem eigentlichen Kloster St. Lambrecht, in dem heute die Benediktinermönche leben und arbeiten.

Auch entspannend: Schaumbad hochalpin - im Hamam der AlpenSt. Lambrecht_Kloster_Mai2016_HQ (6 von 67) St. Lambrecht_Kloster_Mai2016_HQ (28 von 67) St. Lambrecht_Kloster_Mai2016_HQ (10 von 67)
Mittags wird von der Köchin ordentlich mit Schweinsbraten aufgekocht, abends sitzt man bei Brot, Tomaten und Käse sowie steirischem Apfelmost allein oder mit anderen "Vorübergehenden" in der Stube beisammen. Fixpunkte sind hier die Stunden fürs Beten und für die Messen. Dazwischen darf man endlich mal rechtschaffen müßig sein: Im riesigen Klostergarten und im Rosengarten herumspazieren, den selbstgemachten Mädesüßsaft aus dem Klostergarten und das Rosengelée kosten. Einmal einfach nur in sich reinhören - still genug dazu ist es hier in St. Lambrecht.St. Lambrecht_Kloster_Mai2016_HQ (41 von 67) St. Lambrecht_Kloster_Mai2016_HQ (63 von 67) St. Lambrecht_Kloster_Mai2016_HQ (15 von 67)