Berlins Musicals strotzen geradezu vor Kreativität und reichlich Humor, was einen Besuch in einer der Shows zu einem wahren Genuss werden lässt. Neben Klassikern wie die "Blue Man Group", "Les Misérables" und "Tanz der Vampire" werden auch echte Berlin-Musicals wie Udo Lindenbergs "Hinterm Horizont" und die Kultinszenierung "Linie 1" gezeigt.

Mit den Musicals der internationalen Entertainment-Company Stage hat eine Reihe erstklassiger Shows in Berlin Einzug gehalten. Als Klassiker der bundesdeutschen Hauptstadt gelten allem voran die Aufführungen der "Blue Man Group", die bereits seit über zehn Jahren am Potsdamer Platz gastiert. Hier haben die talentreichen Performer das BLUEMAX-Theater bezogen und füllen es mit rockiger Atmosphäre, frischen Songs, spektakulären Effekten sowie einem Schuss Humor. Mit dem außergewöhnlichen Konzept, das etwas von den traditionellen Musicals abweicht, ist Berlins "Blue Man Group" zu einer der erfolgreichsten Veranstaltungen in diesem Bereich überhaupt geworden. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich am Potsdamer Platz das Stage Theater, welches mit dem Udo-Lindenberg-Musical "Hinterm Horizont" die Geschichte Berlins und der deutsch-deutschen Teilung erzählt. In Zusammenarbeit mit dem Romanautor Thomas Brussig, dem auch die Vorlage zum Film "Sonnenallee" zu verdanken ist, entstand ein wahrhaft bewegendes Musikspektakel, das sich an der Autobiografie Udo Lindenbergs orientiert und dessen beste Hits in die Story einbezieht. Erzählt wird, wie der Rockmusiker in den 80er Jahren erstmals zu einem Konzert in die DDR einreisen darf, im Palast der Republik auftritt und eine herzergreifende Liebesbeziehung zum FDJ-Mädchen Jessy eingeht.

Noch mehr Kult: Das Berlin-Musical "Linie 1"

"Linie 1" ist einer der großen Musicalklassiker, die Berlins Kunstschaffende in Eigenregie und ohne jegliche Unterstützung internationaler Vermarkter hervorgebracht haben. Schon 1986 wurde die Revue im Grips-Theater unter der musikalischen Leitung von Birger Heymann und seiner Band "No Ticket" uraufgeführt. In der Geschichte geht es um ein junges Mädchen, das nach Berlin ausreisst und entlang der U-Bahn-Linie 1 zwischen Ruhleben und dem Schlesischen Tor allerlei Gestalten kennenlernt. Die teils kurzen Begegnungen spiegeln dabei auf eindrucksvolle Weise die verschiedenen sozialen Milieus in der Metropole wider. Seit der ersten Veranstaltung wurde "Linie 1" bereits über 1.500 Mal aufgeführt und gehört neben der Dreigroschenoper zu den erfolgreichsten deutschen Musicals aller Zeiten.

Theater des Westens und der Friedrichstadtpalast

Berlins älteste Bühne für Musicals ist das Theater des Westens, das sich trotz seiner langen Tradition und der prunkvollen Fassade jedoch stets modern und innovativ gibt. Neben bewährten Stücken wie "Tanz der Vampire", "Die drei Musketiere" und "Les Misérables", sind Udo Jürgens "Ich war noch niemals in New York" und das Falco-Musical "FMA" Vorstellungen, die einen Besuch lohnen. Eines der größten Revuetheater Berlins ist der 1984 neu gebaute Friedrichstadtpalast in Mitte, der bereits für Künstler wie Bonnie Tyler, den Moskauer Staatszirkus, Ella Fitzgerald und David Hasselhoff zur Spiel- und Showstätte geworden ist. Bereits in der DDR zählte das Tanzensemble des Hauses zu den besten in ganz Europa, eine Tradition, die bis heute in Form aufwendiger Produktionen und Choreografien wie "THE WYLD" fortgesetzt wird. An "THE WYLD - Nicht von dieser Welt" nehmen über 100 Künstler teil, womit der Friedrichstadtpalast neue Maßstäbe setzt und selbst mit Las Vegas vergleichbar wird.