Berlin begeistert mit einer schier endlosen Auswahl an Theatern, Kunstgalerien und musikalischen Angeboten. Kultur kann man in Berlin dabei in beinahe jedem Viertel, vor allem aber entlang des Boulevards Unter den Linden und am Kurfürstendamm genießen.

Wer junge und frische Kultur in Berlin genießen möchte, wird zunächst einmal auf eine breite Auswahl hoch angesehener Theater treffen. Einen besonders guten Ruf genießt beispielsweise die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, in der bereits weltberühmte Intendanten wie Max Reinhardt, Benno Besson und Frank Castorf tätig waren. Letzterer sorgte in den 90er- und 2000er-Jahren immer wieder mit spektakulären Inszenierungen und innovativen Ideen für Aufsehen. Ein ähnlich modernes Theater ist die Schaubühne in Charlottenburg, die im Umkreis des Kurfürstendamms einen progressiven Kontrast zum eigentlich luxuriösen Einkaufsboulevard bildet. Das Haus gibt allem voran Neulingen im Bereich Schauspie- und Choreografie eine Chance, wodurch viele Elemente der modernen Medienwelt in die klassische performative Kunst einfließen. Ein interessanter Tipp für alle Fans des zeitgenössischen Theaters ist das Festival F.I.N.D. an der Schaubühne, bei dem über eine Woche hinweg außergewöhnlichen und unkonventionellen Ansätzen eine Bühne gegeben wird. Hierzu gehören neben klassischen Formen der Aufführungen interaktive Performance- und Installationswelten, in denen man selbst zum Akteur wird und den Ausgang des Stückes verändern kann. Zwei weitere Bühnen mit einfallsreichen Konzepten sind das kleine Maxim-Gorki-Theater und das Theater unterm Dach, das seit 1986 im Prenzlauer Berg Raum für außergewöhnliche Projekte bietet. Regelmäßig finden hier außerdem Konzerte stadtbekannter Bands und von Newcomern aus Deutschlands Nachbarländern statt.

Kultur in Berlin: Musik erleben

Um Musik hautnah erleben zu können, lohnt sich ein Besuch auf dem RAW-Gelände an der Warschauer Straße. Allem voran das Astra-Kulturhaus und der RAW-Tempel sind Bühnen, die von international bekannten Künstlern und Kultbands der Rockszene bespielt werden. Irgendwo zwischen Jazz, Gypsy-Punk, elektronischen Balkanbeats und Swag Jam hat sich das Szimpla Badehaus angesiedelt, ein Projekt, das auf dem weltbekannten Ruinen-Pub gleichen Namens in Budapest basiert. An beinahe jedem Tag der Woche herrscht in dem alten Betriebshaus gute Laune, flotte Livemusik und es kann ausgiebig getanzt werden. Für Liebhaber elektronischer Musik, sind die Record-Release-Partys in der Galerie Urban Spree auf dem RAW-Gelände zu empfehlen. Abseits solcher spektakulären Feierlichkeiten ist ein Besuch auch angesichts der sehenswerten Kunstausstellungen und der regelmäßig stattfindenden Food Markets empfehlenswert. Noch ein heißer Tipp für Musical-Fans: Am Grips-Theater am Hansaplatz wird seit ca. 30 Jahren das Kult-Musical Linie 1 aufgeführt, das von einer Ausreißerin aus der Provinz erzählt, die ihr Glück in Berlin finden will. Letztlich bleibt Sie auf der U-Bahn-Linie 1 hängen, begegnet allerlei verrückter Gestalten und reist durch die unterschiedlichsten Stadtteile.

Kunstmetropole Berlin: Diese Museen lohnen sich

Kein Besuch in Berlin ist ohne einen Besuch auf der Museumsinsel komplett, auf der sich das Pergamonmuseum mit dem Ischtar-Tor, das Ägyptische Museum und die Alte Nationalgalerie befinden. Die von Ludwig Mies van der Rohe gestaltete Neue Nationalgalerie am Potsdamer Platz versammelt Skulpturen und Gemälde deutlich jüngeren Datums auf einen Raum, so Werke von Edvard Munch und Ernst Ludwig Kirchner. Noch zeitgenössischer ist der Hamburger Bahnhof, das Museum für Gegenwartskunst in Berlin, aufgebaut. Neben Klassikern der Fluxusbewegung wie Joseph Beuys, sind immer wieder aktuelle Ausstellungen von Künstlern aus aller Welt zu sehen, wobei ein besonderer Fokus auf Installationen liegt. Wer kleinere Galerien bevorzugt, unternimmt am besten einen Spaziergang durch das Viertel rund um den Hackeschen Markt, wo eine Reihe privat geführter Kunsthäuser mindestens einmal im Monat zur Vernissage einladen. Kultstatus genießt in Berlin das frühere besetzte Haus und heutige Künstlerdomizil Bethanien in Kreuzberg: Hier erlebt man vor allem Avantgarde und neue Trends, wobei die meisten Ausstellungseröffnungen von ausschweifenden Partys begleitet werden.