"Dem Wahren, Schönen, Guten", was als Inschrift über dem unteren Dachfries der "Alten Oper" prangt, darf in Sachen Kultur in Frankfurt durchaus verallgemeinert werden. Mit Museumsufer, Theater, Ballett und Oper haben Urlauber die Qual der Wahl.

Das 1880 eröffnete Opernhaus ist nicht nur eine viel fotografierte Sehenswürdigkeit: Als Ort zahlreicher Uraufführungen besitzt die Frankfurter Opernbühne ein ausgezeichnetes Renommee. Zum breit gefächerten Konzertprogramm gehören Werke aus dem 18. Jahrhundert genauso wie zeitgenössische Musik; die Bandbreite sieht Jazz-, Rock-, Klassik- und Musicalaufführungen sowie speziellen Familienkonzerte, Vorträge und Lesungen vor. Jährliche Höhepunkte im Veranstaltungskalender sind der berühmte Opernball sowie das Opernplatzfest, das jedes Jahr im Sommer mit einem vielfältigen kulinarischen Angebot aufwartet. Andere Bühnenschauplätze mit ausgezeichnetem Ruf sind das Schauspiel Frankfurt mit attraktiven Inszenierungen moderner Klassiker, das Volkstheater Frankfurt mit Stücken in hessischer Mundart, das hübsche English Theater im Art-déco-Stil mit Aufführungen in ausschließlich englischer Sprache sowie das international Beachtung findende Varieté "Tigerpalast", in dem regelmäßig die besten Artisten der Welt auftreten.

Kultur und Politik gehen Hand in Hand

Den ultimativen Rahmen für politische Veranstaltungen bietet Frankfurts ältester Club, der 1962 ins Leben gerufen wurde und dessen Name auf den französischen Philosophen Voltaire zurückgeht. Damals wie heute organisiert der Club politische Veranstaltungen, an die sich thematisch passende Filmabende, Diskussionen oder Lesungen anschließen. Gelegentlich komplettieren Konzerte das Programm; etwa alle sechs Wochen steigt ein Discoabend. Die politisch wichtige Sehenswürdigkeit der Stadt ist selbstredend die Paulskirche, in der nach den Wirren der Märzrevolution am 18. Mai 1848 die Deutsche Nationalversammlung tagte und als erstes frei gewähltes Parlament über die Entscheidungsgewalt für eine Verfassung verfügte. Heute bildet der ehemalige Sakralbau einen stilvollen Rahmen für Ausstellungen und repräsentative Anlässe wie die Verleihung des Goethepreises oder des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels.

Die wichtigsten Adressen für Kunstliebhaber

Kunstinteressierte finden in der Wandelhalle der Paulskirche das 1991 vom Maler Johannes Grützke vollendete Panoramagemälde "Der Zug der Volksvertreter", mit dem der Künstler die Betrachter zum Nachdenken anregen will. Weitere Kunstschätze birgt das Museum für Moderne Kunst, kurz "MMK" oder im Frankfurter Jargon aufgrund seiner extravaganten Optik "Das Tortenstück" genannt. Die Werke amerikanischer und europäischer Kunstschaffender ab den 1960er-Jahren können hier bewundert werden. Das Highlight am Musemsufer und ein Muss für jeden Kunstkenner ist das Städel Museum, das zu den bedeutendsten Kunstmuseen des Landes gehört. Besucher begeben sich mit dem Kauf einer Eintrittskarte auf die Reise in 700 Jahre europäische Kunstgeschichte, die sich in zahlreichen Gemälden, Zeichnungen, Drucken und Skulpturen manifestiert. Die hiesigen Urheber tragen so bekannte Namen wie Dürer, Rembrandt, Monet, Van Gogh, Cézanne oder Picasso. Insgesamt reihen sich zwischen dem Eisernen Steg und der Friedensbrücke zwölf weitere Museen wie Perlen an eine Kette aneinander, darunter das Deutsche Filmmuseum, das Deutsche Architekturmuseum und das Museum für Angewandte Kunst.

Im Stadtteil Bockenheim sind auf den gut 6.000 qm des Senckenberg Museums die Exponate der deutschlandweit bedeutendsten Naturkundesammlung ausgestellt. Die wichtigsten Anschauungsobjekte finden Besucher in den Bereichen der Geologie, Paläontologie und Zoologie. Naturwissenschaftlich interessiert war auch der als "Dichterfürst" bekannte Johann Wolfgang von Goethe, zugleich der berühmteste Sohn der Stadt. Ein Besuch in seinem liebevoll restaurierten Geburtshaus mit dazugehörigem Goethemuseum des Freien Deutschen Hochstifts darf auf keinem Rundgang fehlen, der unter dem Motto "Kultur in Frankfurt" stattfindet.