Zum Wandern, Bergsteigen und natürlich auch für echte Hochgebirgstouren ist die Schweiz mit ihren rund 50 Viertausendern und mehr als 1.000 Dreitausendern weltweit bekannt. Wer sich zum Klettern in die Schweiz begibt, wird feststellen, dass die Schweizer Bergwelt dafür ideale Voraussetzungen bietet.

Ob Bouldern, Sportklettern oder Klettersteiggehen, die Schweiz hat für jeden Klettergeschmack etwas zu bieten. Zwischen Jura und Tessin, Bodensee und Genfer See bieten sich Einsteigern wie Profis unzählige Möglichkeiten. Und im Winter oder bei Schlechtwetter kommen die Freunde der Vertikalen in den vielen, bestens ausgebauten Kletter- und Boulderhallen auf ihre Kosten. Beim Thema Klettern belegt die Schweiz im internationalen Vergleich einen der Spitzenplätze!

Bouldern in der Schweiz - die pure Lust am Fels

Im Südwesten von Graubünden, zwischen Silsersee im Engadin und dem großteils auf italienischem Staatsgebiet liegenden Lago di Lei, befindet sich das idyllische Averstal, das eines der besten Bouldergebiete der Schweiz, den sogenannten Magic Wood, beherbergt. Fortgeschrittene Boulderer werden an den kniffligen Problemen, die hier scheinbar wie zufällig im Wald verstreut liegen, ihre helle Freude haben und auch ambitionierte Sportler werden mit dem ein oder anderen Boulder viel Zeit verbringen. Nicht nur deshalb sollte man einen Besuch dieses in der Tat zauberhaften Bouldergebietes als Tagesausflug gestalten - auch die Umgebung des Magic Wood ist mehr als sehenswert! Ein Picknick am Fluss unterhalb des Waldes rundet einen tollen Boulderausflug ideal ab. Etwas weiter westlich, im Tessin, liegt in einem Kastanienwald rund 10km nördlich der Stadt Bellinzona das Bouldergebiet Osogna-Cresciano, das mit rund 500 Boulderproblemen in allen Schwierigkeitsgraden aufwarten kann. Hier haben also Anfänger und Boulderprofis gleichermaßen genügend Möglichkeiten, sich am Fels auszutoben. Wer länger bleiben möchte und es gern rustikal hat, kann gleich unterhalb des Gebietes in einer der Agriturismo Unterkünfte Quartier beziehen.

Klettergärten, Klettersteige, Kletterhallen

Klettern in der Schweiz ist vielfältig und dem kletterinteressierten Besucher steht dafür ein breites Angebot offen. Aus der großen Auswahl an Klettergärten sticht der Äscher südlich von Appenzell heraus. Oberhalb der Ebenalp klettert man hier an einem lang gezogenen Felsband abwechslungsreiche Routen mit alpin anmutendem Charakter im mittleren und oberen Schwierigkeitsdrittel. Auch die Umgebung und der Ausblick auf die umliegenden Kalkgipfel der Appenzeller Alpen tragen ihren Teil zum alpinen Feeling bei. Von der Ebenalp, die per Bähnli erreicht werden kann, dauert der Zustieg zum Klettergarten rund 20min. In Aigle in der Westschweiz liegt einer der spektakulärsten und schönsten Klettersteige des Landes, die Via ferrata Tour d´Ai. Auf dem ganz im französischen Stil gehaltenen Klettersteig überwindet man etwa 400 Höhenmeter und sollte dafür rund 3,5h Gehzeit einplanen. Mit überhängenden Stellen und durchwegs als mittelschwer bis schwer eingestuft gehört die Via ferrata Tour d´Ai sicherlich zu den kräfteraubendsten Klettersteigen der Schweiz. Die Aussicht auf die umgebende Bergwelt und das Gefühl, inmitten dieser majestätisch aufragenden Gipfel unterwegs zu sein, lohnt die Anstrengung aber in jedem Fall. Selbst bei Schlechtwetter oder im Hochwinter braucht man in der Schweiz als Kletterfreund nicht zu verzagen: Eine Vielzahl an Kletter- und Boulderhallen steht zur Auswahl. Am dichtesten ist das Hallenangebot in den Regionen um Zürich, Luzern und Bern.