Wandern in Oberstdorf, das bedeutet Deutschland und Österreich, Allgäu und Kleinwalsertal, Bergbahnen und Panoramablick über 400 Gipfel.

Das Ende Deutschlands: Oberstdorf im bayerischen Landkreis Oberallgäu ist das einzige Tor zum österreichischen Kleinwalsertal. Knappe 20km hinter dem deutschen Kurort endet die Landstraße in Baad auf der Alpennordseite - das gesamte Kleinwalsertal und die umliegenden Gipfel lassen sich am besten zu Fuß erkunden. Gute Busverbindungen zwischen den verschiedenen Orten des Tals machen auch Streckenwanderungen möglich, während die Bergbahnen je nach Geschmack den Auf- oder Abstieg erleichtern. Von der Gipfelstation der Nebelhornbahn auf 2.214m Höhe aus zum Beispiel erschließen sich ein beeindruckender 400-Gipfel-Blick sowie eine Vielzahl an Wanderwegen unterschiedlichster Längen und Schwierigkeitsgrade. Insgesamt bringen rund um Oberstdorf fünf Bergbahnen und drei Sessellifte zwischen Mai und Oktober die Wanderer und Spaziergänger auf die Berge - grenzenlos und mit einem gemeinsamen Bergbahnticket. Auch im Winter ist Wandern in Oberstdorf spektakulär: Die Winterwanderwege im Kleinwalsertal führen auf mehr als 50km in die Bergwelt oberhalb der Nebelgrenze; selbst wenn im Tal kein Sonnenstrahl zu sehen ist, kann man auf den geräumten Winterwanderwegen in den Höhenlagen unter blauem Himmel wandern. Fast immer bietet sich dann eine grandiose Aussicht über die verschneiten Gipfel der Kalkalpen. Die Bergbahnen fahren direkt zu den besten Wanderwegen und bieten auch im Winter Fahrkarten für Nicht-Skifahrer an; viele Hütten sind zur Einkehr geöffnet.

Traumhafte Aussichten über Berg und Tal

Das Kleinwalsertal gilt schon seit Langem als Wanderparadies und wird auch als der österreichische Teil des Allgäus bezeichnet: Besonders die einmaligen Naturdenkmäler machen das Wandern rund um Oberstdorf in der deutsch-österreichischen Zweiländerregion zu einem Erlebnis. Nur wenige Kilometer westlich des Kurorts haben die Wassermassen der Breitach eine spektakuläre Schlucht aus dem Stein gegraben. Die wildromantische Breitachklamm ist mit ihren bis zu 100m hohen Wänden die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas und kann auf gut ausgebauten Wegen durchwandert werden. An der engsten Stelle ist die Klamm nur knapp 2m breit, während die Wände beidseits fast senkrecht aufragen. Der befestigte Weg durch die Klamm ist etwa 2km lang, im Anschluss kann man zum Beispiel weiter durch das Breitachtal bis nach Riezlern gehen oder über die Alpe Dornach und die Sesselalpe die Klammwanderung zu einer Rundwanderung machen. Ein nicht weniger faszinierendes Naturschauspiel ist das Gottesacker-Karstplateau am Hohen Ifen. Das schroffe Kalkmassiv beherbergt eine einmalige Flora mit zahlreichen seltenen Alpenblumen wie zum Beispiel dem Alpensilbermantel oder dem Enzian. Unter dem Gottesacker befindet sich ein ausgedehntes Höhlensystem, das bisher nur in Teilen erforscht ist: Auf dem Weg zum Gottesacker kann man einen Blick in das Hölloch, den etwa 77m tiefen Eingangsschacht der Höhle, werfen. Für eine Wanderung über das Plateau sollte man je nach Route etwa 5,5 bis 7,5h einplanen. Mit der Ifenbahn kann man den Aufstieg verkürzen und stattdessen zum Beispiel bis zum Gipfel des Hohen Ifens auf 2.230m steigen. Hier sind Trittsicherheit und festes Schuhwerk erforderlich; der Weg ist steil und steinig.