Was ist Dépanneur genau, beziehungsweise die kulinarische Besonderheit dahinter?

Ariane Garrison: Dépanneur ist ein Deli, der größtenteils lokal gewonnene Produkte anbietet und im New Yorker Stadttteil Wiliamsburg liegt, also auf der anderen Seite des Flußes in Brooklyn. Wir verstehen uns als Teil des so genannten "Craft Food Movements", das man in Brooklyn erleben kann. Das heisst, eine Vielzahl an kleinen Läden mit selbstgefertigten oder vor Ort gewonnen Produkten eröffneten dort in den letzten Jahren und sind mittlerweile ziemlich erfolgreich. Wir sind bei Anwohnern bekannt für guten Kaffee und Gourmet-Sandwiches und so zu einem beliebten Treffpunkt geworden - dank einer modernen, gemütlichen Tante-Emma-Laden-Atmosphäre.

Dépanneur Deli in Williamsburg, Brooklyn-©-Morgan-Ione-Yeager Dépanneur Deli in Williamsburg, Brooklyn-©-Morgan-Ione-Yeager

Du kommst ursprünglich aus Deutschland. Wie viel Deutschland steckt in Dépanneur?

Ariane Garrison: Anfangs boten wir hauptsächlich europäische Produkte an, die sonst nicht in der Gegend verkauft wurden. Wie zum Beispiel Käse, Brot, Fleischwaren, deutsches Bier, Kaffee und Thomy Ketchup. Nach einem Jahr wurde unsere Produktauswahl verfeinert. Wir fingen an, gezielt mit lokal ansässigen Einzelhändlern zu arbeiten, wie Bäckereien und Konditoreien. Wir waren die Ersten, die Mast Brothers Schokolade anboten. Dies ist auch ein Startup aus Brooklyn, das handgefertigte Schokolade herstellt.

<figcaption>Mast Brothers Schokolade bei Dépanneur</figcaption>Mast Brothers Schokolade bei Dépanneur

Was ist international bei euch?

Ariane Garrison: Wir versuchen viele verschiedene Einflüsse und kulinarische Trends zu kombinieren, die man so noch nicht sehr oft probiert hat. Die Kaffeekultur insgesamt hat sich in den letzten Jahren sehr entwickelt. Kaffee ist der neue Wein. Menschen legen sehr viel Wert auf guten Kaffee und fragen nach der Herkunft der Bohnen. Unser Kaffee kommt aus Chicago. Dieser hat bisher die meisten Preise in der Kaffeerösterei-Szene gewonnen. Außerdem sind in Amerika Sandwiches super populär. Die bieten wir ebenfalls an und haben dadurch einen interessanten Mix. Wir sind sehr probierfreudig und besinnen uns gleichzeitig auf gewisse Basics. So versuchen wir, mit verschiedenen Esskulturen eine Fusion zu kreieren.

Smorgasburg Market -©-Brooklynflea Smorgasburg Market -©-Brooklynflea

Wo in Brooklyn kann man das von dir beschriebene "Craft Food Movement" erleben und was ist das genau? Gibt es konkrete Läden die du empfehlen kannst?

Ariane Garrison: Besonders gerne mögen wie alle den so genanntenSmorgasburg Market . Im Sommer findet er direkt am East River statt. Ab Ende November ist er drinnen. Dort gibt es verschiedenste Leckereien, wie Kaffee, Sandwiches, selbstgemachte Donouhgts und Käse von lokal Ansässigen. Außerdem kann ich "Saltie und Marlow" and "Daughters" empfehlen. Letztere haben viele italienische Köstlichkeiten, wie Öle und Pasta. Das ist genau das, was diese Bewegung beschreibt, viele aufsteigende Startups in der kulinarischen-Szene, die Wert auf lokal gewonnene und selbstgefertigte Produkte legen.

Ihr seid eine internationale Truppe bei Dépanneur: Deutschland, Kanada und USA. Welche Delis oder Cafés außerhalb New Yorks sind definitiv einen Besuch wert?

<figcaption>Intelligentsia Kaffee bei Dépanneur</figcaption>Intelligentsia Kaffee bei Dépanneur

Ariane Garrison: Definitiv Intelliegentsia Kaffees, die Rösterei die wir auch selber vertreiben. Die verkaufen nicht nur im Großhandelumfang sondern haben eben auch selber sehr hübsche Cafés, unter anderem in Chicago und Los Angeles. Guter Kaffee kommt längst nicht mehr nur aus Italien. Es ist interessant zu beobachten, dass das Konzept des "wir sind nur ein simpler Eckladen" immer professioneller und ausgefeilter betrieben wird und sich durch Nachahmung verbreitet, wie man auch an Intelligentsia beispielhaft sieht.

Letzte Frage. Deine Top-Reiseziele?

Ariane Garrison: Nach Australien würde ich wahnsinnig gern mal. Ganz konkret hätte ich aber Lust auf eine echte "fikapaus", also Kaffeepause, in Stockholm oder Kopenhagen.